Umweltfrevel am Naturschutzgebiet

Altöl- und Reifenfund am Parkplatz Schwedensäule verursacht enormen Aufwand und Kosten

Ausgerechnet mitten in einem Naturschutzgebiet: Illegale Entsorgung von Altölfässern und Altreifen
Ausgerechnet mitten in einem Naturschutzgebiet: Illegale Entsorgung von Altölfässern und Altreifen
Das rostige Ölfass wurde sicher verpackt von der Feuerwehr abtransportiert
Das rostige Ölfass wurde sicher verpackt von der Feuerwehr abtransportiert

Bereits am 1. Dezember wurde durch die Meldung einer aufmerksamen Spaziergängerin ein neuerlicher Fall von Umweltfrevel in der Riedstädter Gemarkung bekannt: Bislang unbekannte Täter haben – ausgerechnet am Rande des Naturschutzgebiets Knoblochsaue – mehrere Altreifen und zwei Fässer abgelegt. Eines der Fässer war zum Zeitpunkt des Fundes bereits gekippt und der größte Teil der Flüssigkeit in den Erdboden eingedrungen.  

Die Polizeidirektion Groß-Gerau alarmierte nach dem Anruf der Bürgerin die Feuerwehr Erfelden, die Reifen und Fässer auf dem Parkplatz in der Nähe der Schwedensäule sicherten und entsorgten. Ein Teil der ausgelaufenen Flüssigkeit wurde dabei mit einem Bindemittel aufgenommen.  

Das städtische Umweltamt hat am ersten Arbeitstag nach dem Feuerwehreinsatz mit dem Land als Grundstückseigentümerin vereinbart, dass die fachgerechte Untersuchung und Entsorgung des illegalen Abfalls über die Stadt abgewickelt werden. Sämtliche Kosten dafür werden vom Land übernommen. Grundsätzlich ist ein Grundstückeigentümer für die Beseitigung illegalen Abfalls verantwortlich, sofern kein Verursacher bekannt ist.  

Da das Altöl-Kraftstoffgemisch über eine Fläche von etwa 4 bis 5 Quadratmeter und bis etwa 1,30 Meter tief in den Erdboden versickert war, musste der Boden ausgehoben werden. Der städtische Bauhof hat etwa 12 bis 15 Tonnen Erdaushub an das Entsorgungsunternehmen Meinhardt übergeben. Der ölverseuchte Boden muss nach einer weiteren fachlichen Begutachtung nicht verbrannt werden, sondern landete schließlich auf der Mülldeponie.  

Über die Verursacher des enormen Aufwandes und der hohen Kosten – nach Einschätzung des Umweltamtes wird die Schlussrechnung vermutlich mehrere tausend Euro ausweisen - ist bislang leider nichts bekannt geworden. Falls jemand im fraglichen Zeitraum Verdächtiges im Bereich der Schwedensäule beobachtet hat, wird darum gebeten, sich mit dem Umweltamt der Stadt in Verbindung zu setzen. Ansprechpartner dort ist der Fachgruppenleiter Hans-Jürgen Unger (Telefon 06158 181-320, E-Mail: hj.unger(at)riedstadt.de).

Die beiden Fotos vom Einsatzort wurden uns freundlicherweise von der Freiwilligen Feuerwehr Erfelden zur Verfügung gestellt.