Brienne-le-Château et sa Région (Frankreich)

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Seit 1979 verbindet Riedstadt eine Städtepartnerschaft mit der französischen Communauté de Communes Brienne et sa Région. Anders als bei klassischen Städtepartnerschaften bezieht sich diese Verbindung nicht nur auf die Stadt Brienne-le-Château, sondern auf den gesamten Gemeindeverband mit seinen Mitgliedskommunen. Die Partnerschaft steht für die deutsch-französische Freundschaft, den europäischen Gedanken und den lebendigen Austausch zwischen den Bürgerinnen und Bürgern beider Regionen.

Brienne-le-Château liegt im Département Aube in der Region Grand Est, rund 40 Kilometer nordöstlich von Troyes. Gemeinsam mit den umliegenden Gemeinden bildet die Stadt die Communauté de Communes Brienne et sa Région, einen interkommunalen Zusammenschluss, der zahlreiche Aufgaben der Daseinsvorsorge, der Wirtschaftsförderung, des Tourismus, der Kultur sowie der Infrastrukturentwicklung gemeinsam wahrnimmt. Dadurch arbeiten die Gemeinden der Region eng zusammen und stärken ihre gemeinsame Entwicklung.

Die Geschichte Briennes reicht bis in das frühe Mittelalter zurück. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem 9. Jahrhundert. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Brienne zu einem bedeutenden Herrschaftssitz der Grafen von Brienne. Besonders bekannt wurde Jean de Brienne, der im 13. Jahrhundert König von Jerusalem und später Kaiser des Lateinischen Kaiserreichs von Konstantinopel war. Das Schloss, die historische Markthalle sowie zahlreiche weitere Bauwerke prägen bis heute das Stadtbild.

Europäische Bekanntheit erlangte Brienne-le-Château durch Napoleon Bonaparte. Von 1779 bis 1784 besuchte er die Königliche Militärschule der Stadt und legte dort den Grundstein für seine spätere militärische Laufbahn. Brienne war zugleich Schauplatz bedeutender Ereignisse der Napoleonischen Kriege, insbesondere während des Frankreichfeldzuges von 1814. Das heutige Musée Napoléon, das sich in den Gebäuden der ehemaligen Militärschule befindet, erinnert an diese Zeit und wurde nach einer umfassenden Modernisierung im Jahr 2018 mit einer zeitgemäßen Ausstellung neu eröffnet.

In den vergangenen zwanzig Jahren haben die Gemeinden der Communauté de Communes Brienne et sa Région ihre Zusammenarbeit kontinuierlich ausgebaut. Gemeinsame Investitionen in öffentliche Einrichtungen, Infrastruktur, Kultur und Tourismus stärken die Region und sichern eine wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung. Der Gemeindeverband übernimmt heute zahlreiche Aufgaben, die von den einzelnen Kommunen gemeinsam effizienter erfüllt werden können und trägt damit wesentlich zur Entwicklung des ländlichen Raums bei.

Eine besondere Bedeutung besitzt der Tourismus. Die Region liegt am Parc naturel régional de la Forêt d'Orient mit den großen Champagne-Seen und bietet ideale Voraussetzungen für Natur- und Aktivtourismus. Gleichzeitig wurde das kulturelle Erbe der Region in den vergangenen Jahren gezielt weiterentwickelt. Das modernisierte Musée Napoléon, historische Bauwerke und zahlreiche Veranstaltungen machen Brienne et sa Région zu einem attraktiven Ziel für Besucherinnen und Besucher aus Frankreich und dem Ausland.

Die Wirtschaft der Region ist überwiegend mittelständisch geprägt. Landwirtschaft, Handwerk, Dienstleistungsunternehmen, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen sowie der Tourismus bilden die wichtigsten Wirtschaftsbereiche. Als zentraler Ort der Region übernimmt Brienne-le-Château zudem wichtige Verwaltungs-, Schul- und Versorgungsfunktionen für die umliegenden Gemeinden.

Die Partnerschaft zwischen Riedstadt und Brienne et sa Région lebt von regelmäßigen Begegnungen der Bürgerinnen und Bürger. Schulen sowie kommunale Vertreterinnen und Vertreter pflegen einen engen Austausch. Gegenseitige Besuche, kulturelle Veranstaltungen und persönliche Freundschaften tragen seit vielen Jahren dazu bei, das gegenseitige Verständnis zu fördern und den europäischen Gedanken mit Leben zu erfüllen.

Patrick Fiederer