Riedstadt bekommt Naturschutzpreis

Stromtalwiesen erhalten den Titel „Naturschutzprojekt des Jahres“ – Gutschein für Saatgut als Preisgeld

Preisverleihung bei der Jahrestagung des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt“ (Foto © Katrin Anders, Stadt Wernigerode)
Preisverleihung bei der Jahrestagung des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt“ (Foto © Katrin Anders, Stadt Wernigerode)

Das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ hat kürzlich die Riedstädter Stromtalwiesen mit dem Titel „Naturschutzprojekt des Jahres 2018“ ausgezeichnet. Der Titel, den Riedstadt zusammen mit einem Schülerprojekt der Stadt Karlsruhe verliehen bekam, ist mit einem Einkaufsgutschein einer bekannten Saatgutfirma im Wert von 1.000 Euro verbunden. Die Auszeichnung erfolgte im Rahmen eines Wettbewerbs, mit dem das Bündnis alle zwei Jahre vorbildliches Engagement seiner Mitglieder in Sachen Naturschutz honoriert. Insgesamt hatten 47 Institutionen Projekte eingereicht.  

Kreative Grünflächenämter, die naturnah wirtschaften, Maßnahmen zum Schutz für seltene Tier- und Pflanzenarten durchführen oder Umweltbildungsangebote zur Stärkung des öffentlichen Bewusstseins zur Bedeutung der biologischen Vielfalt anbieten: Städte und Gemeinden spielen angesichts ihrer umfassenden Aufgaben in Planung, Verwaltung und Politik eine wichtige Rolle beim Erhalt der biologischen Vielfalt. Mit dem Naturschutzprojekt des Jahres honoriert das Bündnis Kommunen, die dieser Verantwortung auf besonders vorbildliche Weise gerecht werden.  

„Mit Umweltbildungsangeboten für Kinder sowie Naturschutzmaßnahmen auf landwirtschaftlichen Flächen veranschaulichen die ausgezeichneten Projekte aus Karlsruhe und Riedstadt, wie sich kommunale Handlungsspielräume effektiv zur Förderung der biologischen Vielfalt nutzen lassen.“ begründet Robert Spreter, Geschäftsführer des Bündnisses die Auszeichnung.  

Im Rahmen des Projekts „Schüler/innen erleben Naturschutz“ vermittelt die Stadt Karlsruhe Viertklässlern seit 2004 Umweltwissen in Kombination mit Naturerfahrung.  

In Riedstadt wurden seit 2000 rund 70 Hektar Stromtalwiesen neu geschaffen. Solche Auenwiesen mit natürlicher Überflutungsdynamik gelten als besonders artenreich. Für die Anlage der Flächen wurde Mahdgut alter Stromtalwiesen in benachbarten Naturschutzgebieten verwendet. Die Pflege durch Mahd und Beweidung erfolgt durch örtliche Landwirte und wird in entsprechenden Pachtverträgen geregelt.  

„37 neu angesiedelte Rote-Liste-Arten sowie eine große Nachfrage seitens der Landwirte zeigen uns, dass die Kombination aus Flächennutzung und Naturschutz auch wirtschaftlich attraktiv ist – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten“, freut sich Bürgermeister Marcus Kretschmann gemeinsam mit Projektleiter Matthias Harnisch.  

Ausführliche Projektbeschreibungen sowie Bilder zu den Projekten sind unter www.kommbio.de/projekte/naturschutzprojekt zu finden.   

Das Foto wurde uns freundlicherweise von Katrin Anders, Stadt Wernigerode, zur Verfügung gestellt. Es zeigt (von links) Robert Spreter, Geschäftsführer des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“, Matthias Harnisch, Projektleiter Stromtalwiesen Riedstadt, Peter Gaffert, Bürgermeister von Wernigerode, bis zur Tagung Vorsitzender des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ sowie Ernst Rieger von der Rieger und Hoffmann GmbH.