Freude ohne Grenzen

Festakt zur Neuunterzeichnung der Verschwisterungsurkunden wird zu einer fröhlichen und bewegten Feier

Bürgermeister Kretschmann mit Stanislav Siodos und Christian Collet (von links), die mit Ehrenbriefen der Stadt ausgezeichnet wurden
Bürgermeister Kretschmann mit Stanislav Siodos und Christian Collet (von links), die mit Ehrenbriefen der Stadt ausgezeichnet wurden
Bürgermeister Marcus Kretschmann erinnert an Geschichte und Ziele der Städtepartnerschaften
Bürgermeister Marcus Kretschmann erinnert an Geschichte und Ziele der Städtepartnerschaften
Der Bürgermeister von Sortino, Vincenzo Parlato, überreicht die Figur des Ritters Orlando, der Hauptfigur im traditionellen sizilianischen Marionettentheater
Der Bürgermeister von Sortino, Vincenzo Parlato, überreicht die Figur des Ritters Orlando, der Hauptfigur im traditionellen sizilianischen Marionettentheater
Der Bürgermeister von Tauragé, Dovydas Kaminskas, mit Bürgermeister Marcus Kretschmann und Vilius Petrauskas, Vorsitzenden des Vereins „Deutschlands Freunde in Tauragé“ mit den Verschwisterungsurkunden (von links)
Der Bürgermeister von Tauragé, Dovydas Kaminskas, mit Bürgermeister Marcus Kretschmann und Vilius Petrauskas, Vorsitzenden des Vereins „Deutschlands Freunde in Tauragé“ mit den Verschwisterungsurkunden (von links)
Blick in das Publikum in der Christoph-Bär-Halle
Blick in das Publikum in der Christoph-Bär-Halle
Der eigens für den Festakt gegründete Projektchor aus Sängerinnen und Sängern Riedstädter Chöre
Der eigens für den Festakt gegründete Projektchor aus Sängerinnen und Sängern Riedstädter Chöre

Mit einem Festakt in der Christoph-Bär-Halle begannen am frühen Freitagabend die ein Wochenende dauernden Jubiläumsfeiern der Riedstädter Städtepartnerschaften. Die Zeremonie rund um die Neuunterzeichnung der Verschwisterungsurkunden mit dem französischen Brienne-le-Château und seiner Region (40 Jahre Städtepartnerschaft), dem italienischen Sortino und Tauragė in Litauen (je 25 Jahre)  wurde zu einer mal fröhlichen, mal bewegten Feier europäischer Freundschaften.  

Das fing schon an mit der Begrüßung durch Verwaltungsmitarbeiterin Cornelia Nold: begeistert feierten die internationalen Gäste das herzliche Willkommen durch alle vier vertretenen Sprachen. Es setzte sich fort in den Ansprachen des Ersten Beigeordneten Walter Astheimer, der Bürgermeister von Riedstadt, Sortino und Tauragė sowie der Vorsitzenden der Freundschaftsvereine von Brienne-le-Château und Tauragė, in denen mit viel persönlicher Anteilnahme die gleich dreifach intensiv gelebte Städtepartnerschaft gewürdigt wurde.  

Vor allem aber zeigte es sich in den vielen besonderen Momenten und Gesten des Abends. Etwa die Selbstverständlichkeit, mit der alle Gäste in der proppenvollen Christoph-Bär-Halle nicht nur aufstanden, wenn der Musikzug Goddelau im Laufe des Festaktes eine der vier Nationalhymnen spielte. Sondern auch, als die Europahymne vom eigens zu diesem Anlass gegründeten Projektchor aus Riedstädter Chören unter Leitung von Renata Bueno Tavares angestimmt wurde. Der Jubel kannte buchstäblich keine Grenzen, als die Sängerinnen und Sänger nicht nur Friedrich Schillers Originalworte zu Ludwig van Beethovens Musik sangen – sondern auch die Übersetzung der „Ode an die Freude“ ins Italienische, Französische und Litauische.  

Zur Überraschung der Gäste zeichnete Bürgermeister Marcus Kretschmann während des Festaktes vier Mitstreiter aus den Partnerstädten für ihre Verdienste um die Verschwisterungen mit Ehrenbriefen der Stadt Riedstadt aus: den langjährigen Vorsitzenden des Partnerschafsvereins „Deutschlands Freunde in Tauragė“, Vilius Petrauskas, Marion Stutzinger aus Sortino und Stanislas Siodos und Christian Collet aus Brienne-le-Château. Besonders emotional wurde die Verleihung der Auszeichnung an Siodos, Gründungsmitglied des Verschwisterungskomitees und langjährigem Vorsitzenden, der von Kretschmann als „liebenswert, freundlich und fröhlich“ beschrieben wurde. Der tief gerührte Siodos erinnerte an die große Notwendigkeit der gelebten Freundschaft zwischen den einstmals so verfeindeten Nationen und sagte unter tosendem Beifall auf Deutsch: „Heute, ich bin Europäer. Heute, ich bin ein Riedstädter.“  

„Europa lebt von persönlichen Begegnungen über Ländergrenzen hinweg“, erklärte Bürgermeister Kretschmann. In diesem Sinne sei die feierliche Erneuerung der Verschwisterungen mit Brienne-le-Château und seiner Region, Tauragė und Sortino nicht nur eine Würdigung der seit 40 und 25 Jahren bestehenden Freundschaft, sondern vor allem das in die Zukunft gerichtete Versprechen, Europa weiterhin zu leben.  

„Riedstadt mit seinen grenzüberschreitenden Kontakten in fast alle Himmelsrichtungen ist ein Musterbeispiel für gelebte Städtepartnerschaften“, würdige Erster Kreisbeigeordneter Astheimer die gleich dreifachen Städtepartnerschaften.  

„Heute pflücken wir die Früchte unserer 25 Jahre langen Arbeit der Partnerschaft zwischen Tauragė und Riedstadt“, sagte Petrauskas, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins in Tauragė, dessen Rede wie alle anderen übersetzt in drei Sprachen mit dem Beamer auf eine große Leinwand projiziert wurde. Vincenzo Parlato, Bürgermeister der Kommune Sortino, betonte, dass in 25 Jahren „jeder von uns die Flamme der Freundschaft und der Bruderschaft“ habe brennen lassen. Francis Moreau, Vorsitzender der Verschwisterungskommission von Brienne-le-Château, erinnerte daran, dass bei der Entstehung der Städtepartnerschaft vor 40 Jahren die Versöhnung nach verheerenden Kriegen im Vordergrund gestanden habe. Heute gehe es dagegen um die Erhaltung des Friedens. „Nicht nur zwischen unseren beiden Ländern, sondern in ganz Europa“, sagte er unter großem Beifall.

Mehr zum weiteren Festverlauf ist in unserer Meldung Fröhliches Fest der Freundschaft nachzulesen.