Büchner-Schwerpunkt zum Todestag

BüchnerBühne würdigt Namenspatron mit Aufführungen von „Lenz“ und weiteren Werken

Johanna Bronkalla (Madame Oberlin), Sebastian Hahn (Lenz), Christian Suhr (Oberlin) und Aylin Kekec (Mädchen) bei der Probe zu „Lenz“ (v. li.)
Johanna Bronkalla (Madame Oberlin), Sebastian Hahn (Lenz), Christian Suhr (Oberlin) und Aylin Kekec (Mädchen) bei der Probe zu „Lenz“ (v. li.)

Am Todestag Georg Büchners am Mittwoch, 19. Februar zeigt die BüchnerBühne Riedstadt um 19:30 Uhr die musikalische Erzählung „Lenz“ nach der gleichnamigen Erzählung Büchners. Die Neuinszenierung hatte am 31. Januar Premiere in dem Theater in der Kirchstraße 16, Riedstadt-Leeheim. Zwei Tage nach dem Todestag beginnt ein Büchner-Wochenende zu Ehren des Namenspatrons der BüchnerBühne.  

Georg Büchner erzählt auf einzigartige Weise die Krankengeschichte des depressiven Schriftsteller Jakob Michael Reinhold Lenz, der nach einem Fußmarsch durchs Gebirge zum Pfarrer Oberlin in Waldbach kommt, von dem er sich Hilfe erhofft. Dort wird er freundlich aufgenommen, jedoch immer wieder von Angstzuständen heimgesucht. Büchner nutzte für seine Erzählung die Aufzeichnungen des Pfarrers Oberlin und schuf Weltliteratur.  

Die Inszenierung des Theaterleiters Christian Suhr spürt dem Konflikt nach, den Büchner in den Mittelpunkt seiner Erzählung stellt: Die Unfähigkeit der Jungen (Lenz, dargestellt von Sebastian Hahn), in den tradierten Welterklärungsmustern der Alten (Oberlin: Christian Suhr) einen Zugang zur Realität oder wenigstens Trost zu finden. Dabei will die BüchnerBühne aus heutiger Perspektive in Büchners Erzählung nach Spuren suchen, die es jungen Menschen unmöglich machen, die Deutungsmuster der Erwachsenen zu übernehmen, selbst wenn sie – wie Lenz – mit allen Kräften darum kämpfen, mit ihrer sozialen Umwelt in einen Kontakt zu treten, der Leben ermöglicht und Perspektive bietet. In weiteren Rollen sind Johanna Bronkalla als Madame Oberlin, Aylin Kekec als Mädchen und Dimitri Eliseev als Erzengel zu sehen.  

Das Darmstädter Echo schrieb in seiner Premierenkritik: „Suhr macht den Weg von Lenz zu einer musikalischen Erzählung, oft sitzt Hahn am Keyboard, mal spielt er auch Akkordeon, und die musikalische Reise spiegelt seinen Seelenzustand: Am Ende erlebt man Lenz als Rockpoeten, der den Herrn sucht, und auf dem Höhepunkt seiner Verunsicherung begegnen die Moorsoldaten dem Mann im Mond aus dem Lalelu-Schlaflied.“  

Das Büchner-Wochenende beginnt am Freitag, 21. Februar, um 19:30 Uhr mit Büchners Dramenfragment „Woyzeck“ als Theatersolo von und mit Christian Suhr. Am Samstag, 22. Februar, folgt dann um 19:30 Uhr Büchners Lustspiel „Leonce und Lena“. Am Sontag, 23. Februar, ist um 16:00 Uhr unter dem Titel „“Die Welt so alt – Lieder für Georg“ eine musikalische Reise durch Lebensstationen und Werk des Namenspatrons der BüchnerBühne zu erleben.  

Theaterkarten für 18 Euro (ermäßigt 15 Euro) pro Veranstaltung, beziehungsweise 15 Euro für das Theatersolo „Woyzeck“, sind wie üblich im Vorverkauf über den Online-Ticketshop der Homepage (www.buechnerbuehne.de) oder direkt im Theater, Kirchstraße 16 in Riedstadt-Leeheim(dienstags und freitags von 10:00 bis 13:00 Uhr) erhältlich. Örtliche Vorverkaufsstellen in der Region sind über die Theater-Homepage zu erfahren.Das Foto wurde freundlicherweise von haza-foto.com zur Verfügung gestellt.