Büchner mal zwei

CDU-Landtagsabgeordnete informierten sich über Büchnerhaus und Büchnerbühne in Riedstadt

Die Teilnehmer*innen der Büchner-Rundreise in Riedstadt vor dem Eingang zum Büchnerhaus
Die Teilnehmer*innen der Büchner-Rundreise in Riedstadt vor dem Eingang zum Büchnerhaus

Auf ihrer Sommerreise zu wissenschaftlich oder kulturell bedeutsamen Orten und Einrichtungen in Hessen nahmen sich die fünf CDU-Landtagsabgeordneten des Arbeitskreises „Wissenschaft und Kultur“ trotz eines bereits langen Besuchstages mit Stationen im Staatstheater Wiesbaden und der TU Darmstadt viel Zeit, um die Büchnerstadt Riedstadt kennenzulernen. Anderthalb Stunden länger als geplant informierten sich der stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Hessischen Landtag Dr. Ralf-Norbert Bartelt,  der Sprecher des Arbeitskreises Andreas Hofmeister, die hiesige Wahlkreisabgeordnete Ines Claus, Michael Reul (Main-Kinzig-Kreis) und Frank Steinraths (Lahn-Dill-Kreis) einen Spätnachmittag und Abend lang über die professionelle Theaterarbeit der Büchnerbühne in Riedstadt-Leeheim und das Geburtshaus Georg Büchners in Riedstadt-Goddelau mit Museum, angeschlossener Kunstgalerie und Büchnerscheune.  

Gleich zwei besondere Orte in einer Stadt, die sich beide Georg Büchner verpflichtet fühlen, sei schon etwas Außergewöhnliches, erklärte Riedstadts Bürgermeister Marcus Kretschmann bei der Begrüßung der Landesparlamentarier im Theatersaal der Büchnerbühne. „Etwas Vergleichbares werden Sie nicht so oft finden in Hessen.“ Beide Einrichtungen verbinde viel mehr als nur die Tatsache, dass sie beide in Liegenschaften der Stadt untergebracht seien. Weshalb nun auch Nägel mit Köpfen gemacht würden und für Büchnerhaus und Büchnerbühne eine gemeinsame Gesellschaftsform gefunden werden solle. 

Werner Schmidt, Vorsitzender des Vereins Büchnerbühne und der künstlerische Theaterleiter Christian Suhr stellten die Geschichte des Theaters mit seinen professionellen Schauspielern vor, das vor zehn Jahren von Suhr gegründet wurde und seit acht Jahren seine feste Spielstätte im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus Leeheim hat. „Wir sind glücklich, dass es Menschen gibt, die sagen, wir wollen euch nicht mehr missen“, resümierte Suhr diese ersten zehn Jahre und betonte: „Wir leben nur durch Netzwerke.“ Dies auch und besonders mit lokalen Einrichtungen und Gruppierungen wie etwa Laientheatern. Der Büchnerbühne sei eine soziokulturelle Verankerung wichtig, auch deshalb sei die engere Verbindung von Haus und Bühne folgerichtig.    

Tief beeindruckt folgte der Besuch aus Wiesbaden dann kurzen Spielszenen mit den Ensemblemitgliedern Suhr, Mélanie Linzer, Hannah Bröder, Oliver Kai Müller, Dimitri Eliseev, Alexander Valerius und Karsten Leschke. Sie zeigten Ausschnitte aus dem Stück „Wenn es Rosen sind werden sie blühen“, das auf dem Roman Kasimir Edschmids über die Entstehung des „Hessischen Landboten“ beruht, sowie der szenischen Lesung „Masken ab“ mit Zitaten Büchners.  

Am Büchnerhaus empfing Büchnerhausleiter Peter Brunner die Landtagsabgeordneten mit einem gut gelaunten „Bonjour citoyen!“ – mit dem Gruß hatte Georg Büchner schon zu Schülerzeiten seine republikanische Gesinnung bekannt. Im ersten Stock des  Fachwerkhauses aus dem 17. Jahrhundert wurde Georg als erstes Kind Ernst Büchners geboren -  der Arzt für das nahegelegene Spital hatte im Haus des Schultheißen ein Zimmer gemietet, erzählte Brunner. Der Büchnerhausleiter führte kenntnisreich durch die Dauerausstellung „Von Goddelau zur Weltbühne.“ Anschließend wurde die angeregte Diskussion über Riedstadt und seine beiden Büchner-Orte noch bei Kaffee und Kuchen in der offenen Büchnerscheune fortgesetzt.