Bereicherung der Artenvielfalt

Kurz vor Weihnachten wurden seltene Pflanzen in der Erfelder Feldgemarkung und in Biebesheim angepflanzt

Bastard-Schwertlinie für die Nachtweide bei Erfelden
Bastard-Schwertlinie für die Nachtweide bei Erfelden
Auspflanzung auf einer Renaturierungsfläche in Biebesheim
Auspflanzung auf einer Renaturierungsfläche in Biebesheim

Im Rahmen des Projektes „Erhaltungskulturen heimischer Wildpflanzenarten“ haben sich Botanische Gärten in ganz Deutschland zusammen getan, um seltene Wildpflanzenarten aus Samen anzuziehen und dann wieder an geeigneten Wildstandorten auszupflanzen. Daran beteiligt ist auch der Botanische Garten in Frankfurt, der unter anderem 130 Exemplare der seltenen Bastard-Schwertlilie (Iris spuria) aus Samen angezogen hat, die auf Flächen am hessischen Oberrhein gesammelt wurden.  

Für 50 dieser Pflanzen wurden nun Standorte für die Auspflanzung gesucht und in Abstimmung mit dem Leiter des Riedstädter Stromtalwiesenprojekts, Matthias Harnisch, auch gefunden. 21 Schwertlilien wurden kurz vor den Weihnachtsfeiertagen auf einer bisher eher artenarmen Wiese in der Gewann „Nachtweide“ westlich des Bensheimerhofs auf einer Fläche der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) gesetzt. Ergänzt wurde diese Pflanzung durch das Setzen von 130 Pflanzen der Färberscharte sowie 110 Pflanzen des Weidenblättrigen Alants, die vom Gärtner der Justus-Liebig-Universität Gießen im Rahmen des Stromtalwiesenprojekts aus hiesigem Samenmaterial angezogen wurden. Die Beteiligten erhoffen sich durch diese Auspflanzung einen Initialeffekt und eine Erhöhung des Artenreichtums auf dieser Wiese.  

Eine weitere Pflanzung erfolgte danach auf einer zwei Hektar großen neuen Renaturierungsfläche in Biebesheim. Dort wurden neben Iris spuria mehrere hundert Exemplare der Färberscharte, des Weidenblättrigen Alants sowie des Kantenlauchs gesetzt.  

Ziel der Ausweitung von Renaturierungsmaßnahmen über Riedstadt hinaus nach Biebesheim ist es, Stromtalwiesen mit ihrem einzigartigen Arteninventar wieder in einem größeren Areal am hessischen Oberrhein anzusiedeln - und damit die Gefahr einer Zerstörung dieser auf der höchsten Gefährdungsstufe der Biotoptypen stehenden Stromtalwiesen entgegenzuwirken. Stromtalwiesen sind nach der Roten Liste der Biotoptypen der Bundesrepublik Deutschland „akut von vollständiger Vernichtung bedroht" (Gefährdungsstufe 1). 

Diese Auspflanzung seltener Pflanzenarten unterstützt und ergänzt die im Rahmen des Projektes Stromtalwiesen durchgeführten Maßnahmen zur Herstellung artenreicher Stromtalwiesen.  

Weitere Informationen zum Stromtalwiesenprojekt gibt es über die Homepage der Stadt Riedstadt (https://www.riedstadt.de/stromtalwiesen) oder im direkten Kontakt zum Projektleiter. Matthias Harnisch ist telefonisch (Rufnummer 06158 181-322) oder per E-Mail (m.harnisch(at)riedstadt.de) erreichbar und beantwortet gerne Fragen. Mehr zu den Hintergründen des Projekts zur Erhaltung der Pflanzenvielfalt ist auf einer Homepage des Verbandes Botanischer Gärten nachzulesen: http://www.ex-situ-erhaltung.de    

Unser Foto oben zeigt (v.l.n.r.) Dr. Andreas König, Wolfgang Pomper und Dr. Uwe Barth vom Botanischen Garten Frankfurt.