Ausbildungsförderung für Kita-Fachkräfte

Angehende Erzieher*innen erhalten Unterstützung während der schulischen Ausbildung

„Kinder sind unsere Zukunft“ –  und brauchen  qualifizierte Betreuung und Erziehung
„Kinder sind unsere Zukunft“ – und brauchen qualifizierte Betreuung und Erziehung

Die Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher ist lang, anspruchsvoll – und es muss eine finanzielle Durststrecke von zwei Jahren überstanden werden. Denn die ersten beiden Jahre verbringen die angehenden ErzieherInnen ohne Vergütung in der Schule.  

Weshalb der Magistrat der Stadt Riedstadt kürzlich eine Ausbildungspatenschaft beschlossen hat: Personen, die an einer Fachschule eine Ausbildung als Erzieher*in beginnen, werden über den gesamten Zeitraum der schulischen Ausbildung mit einem monatlichen Zuschuss von 80 Euro unterstützt. Während der Ableistung eines Block-Praktikums in den Riedstädter Kindertagesstätten wird statt des Zuschusses eine Vergütung von 325 Euro pro angefangenen Monat gewährt. Im Gegenzug verpflichten sich die Auszubildenden, die Blockpraktika und das Anerkennungsjahr bei der Stadt Riedstadt abzulegen und im Anschluss an den erfolgreichen Abschluss für mindestens ein Jahr für eine städtische Kita zu arbeiten.  

Außerdem soll Fachkräften in den Kitas, die auf Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs zur Erreichung ihres Arbeitsplatzes angewiesen sind und über kein eigenes Auto verfügen, ein Jobticket beziehungsweise die Übernahme der Fahrtkosten des ÖPNV gewährt werden.  

Bereits seit etwa zehn Jahren werden außerdem Regelungen des Tarifvertrages für Erzieher (TVöD-SuE), was die Anrechnung von beruflichen Vorzeiten betrifft, bei der Stadt Riedstadt generell zugunsten der Arbeitnehmer ausgelegt, um damit die finanziellen Anreize zu verstärken. Außerdem werden dem Kita-Personal Betreuungsplätze für eigene Kinder vorrangig bereitgestellt. Sofern die Arbeitszeit der Fachkraft eine Mindeststundenzahl erreicht, wird die anfallende Betreuungsgebühr zudem um 50 Prozent gesenkt. Im Falle einer Tätigkeit während der Elternzeit können diese Gebühren auch komplett erlassen werden.  

Mit all diesen Maßnahmen versucht die Stadt, Fachkräfte für ihre Kitas zu finden und langfristig an Riedstadt zu binden. Denn es bleibt sehr schwierig, im Rhein-Main-Gebiet Erzieherstellen zu besetzen. Aktuell sind allein im Kreis Groß-Gerau 105 Kita-Stellen bei kommunalen Trägern vakant. Daher sind trotz aufwändiger Werbekampagne und Annoncen in der weiteren Region noch acht bis zehn Fachkräfte  für die neue Kindertagesstätte am Bürgerhaus in Riedstadt-Wolfskehlen unbesetzt. Die Kita soll nach Fertigstellung eines neuen Gebäudes an die Großsporthalle Erfelden in die Sport-Kita umziehen.  

Mittel- und langfristig ist es aus Sicht der Verwaltung unerlässlich, diesen wertvollen Beruf für junge Menschen attraktiver zu gestalten und so dem eklatanten Fachkräftemangel entgegenzuwirken.  

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