Alarmsignale aus der Kompostierungsanlage

Brunnenhof beklagt zu hohen Anteil an Fremdstoffen im Biomüll

Sehr schlecht sortierter Müll aus Riedstadt
Sehr schlecht sortierter Müll aus Riedstadt

Eigentlich ist die getrennte Sammlung von kompostierbaren Abfällen einer der besten Beiträge zur Wiederverwertung. Aus all den Küchen- und Gartenabfällen lässt sich ein wunderbarer Dünger herstellen. Damit dieser auch ohne Bedenken auf dem Acker und im Garten benutzt werden kann, wird Kompost als Produkt streng überwacht. Die Gütegemeinschaft Kompost prüft, ob weder Schwermetalle noch Kunststoff-Schnipsel die Grenzwerte übersteigen.  

Der Inhalt der Riedstädter Biotonnen, der am Brunnenhof in Biebesheim angeliefert wird, zeigt allerdings ein erschreckendes Bild. Aus fast allen Kommunen im Umfeld kommt Material, das die Bezeichnung Bioabfall kaum noch verdient. Nicht nur Plastiktüten aller Art sind enthalten, auch Haus- und Sperrmüll, Windeln, Verpackungen, Autoteile und Farbdosen stecken nicht selten in den braunen Biotonnen. In der Anlage diese Fremdstoffe komplett heraus zu sortieren, ist unmöglich. Der Betreiber der Anlage, Steffen Geipert, ist sich mit den Bürgermeistern der umliegenden Kommunen einig, „So geht es nicht weiter“. Dringend sind alle Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, den Biomüll besser zu sortieren. Auch sogenannten „Bioplastiktüten“ aus Stärke sind tabu. Sie verrotten längst nicht so schnell, wie die Hersteller angeben, und zählen bei Kontrollen ebenfalls zu unerwünschten Plastikbestandteilen.  

Zum Verpacken reichen Zeitungspapier oder Papierbeutel. Auf allen Wertstoffhöfen, am Brunnenhof selbst und in vielen Geschäften sind diese zu einem geringen Preis erhältlich. In den kommenden Monaten werden bei der Leerung der Biotonnen verstärkt Kontrollen durchgeführt. Falsch befüllte Biotonnen erhalten eine „Rote Karte“ und bleiben stehen. Informationen, was genau in die Tonne hineindarf, gibt es bei der Abfallberatung der Stadt Riedstadt (Barbara Stowasser, Telefon 06158 181-321), beim Brunnenhof (Telefon 06258 7090) oder beim Abfallwirtschaftsverband Groß-Gerau (Nadine Serr, Telefon 06258 108179).  

„Vielleicht reicht eine deutliche Erinnerung an die richtige Mülltrennung, um die Ergebnisse zu verbessern“, zeigt sich Bürgermeister Marcus Kretschmann zuversichtlich. Wenn das nicht klappt, bleibt nur die teure Entsorgung als Restmüll. Das träfe dann alle Gebührenzahler.

Das Foto wurde uns vom Brunnenhof zur Verfügung gestellt.