Erreichbarkeit der Stadtverwaltung

!!BITTE BEACHTEN SIE: Das Rathaus ist aktuell nur nach telefonischer oder Online-TERMIN-Vereinbarung geöffnet!!!
Alle Besucher*innen müssen zur Bedeckung von Mund und Nase eine medizinische Maske tragen. Es gilt die 3-G-Regel, wonach nur Geimpfte, Genesene oder tagesaktuell Getestete das Rathaus betreten dürfen.

Frauen und Gleichstellung

Mein Name lautet Jennifer Muth, ich bin nach dem Hessischen Gleichberechtigungsgesetz (HGIG), sowie nach der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) als Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte bestellt.

Die Frauen und Gleichstellungsbeauftragte ist nach der Hessischen Gemeindeordnung für die Bürger*innen der Stadt Ansprechpartnerin.

Grundlage der Arbeit der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten ist der Artikel 3, Absatz 2 des Grundgesetzes. In diesem Artikel ist definiert:

"Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin."

Schwerpunkte

Meine Arbeit richtet sich darauf aus, das Verfassungsgebot der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in die alltägliche Wirklichkeit umzusetzen. Schwerpunkte sind:

  • die Förderung der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Mädchen in allen Bereichen
  • die Bekämpfung von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen an Frauen
  • Leistungen und Beiträge von Frauen in Gesellschaft, Kultur und Politik sichtbar zu machen
  • Geschlechtergerechtigkeit in der Verwaltung herzustellen
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Zunahme des öffentlichen Bewusstseins über Gleichstellungsprobleme

Deshalb entwickele und unterstütze ich Aktivitäten zur Gleichstellung, berate Einzelpersonen, aber auch die Dienststelle zum Abbau von Benachteiligungen, wirke mit bei Personalentscheidungen und Grundsatzbeschlüssen der Stadt Riedstadt, informiere durch Veranstaltungen und Broschüren und bin Anlaufstelle für Fragen, Beschwerden und Anregungen.

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

In den vergangenen beiden Jahren haben wir mit der Hilfetelefonaktion das Schweigen brechen auf das Thema Gewalt an Frauen im häuslichen Bereich, Gewaltschutz und Hilfeangebote aufmerksam gemacht.

Wir wollten erreichen, dass die Hilfe- und Beratungsangebote im Kreis Groß-Gerau  und das bundesweite Hilfetelefon gegen Gewalt an Frauen, besser bekannt wird. Sicherlich sind euch beim Autofahren durch Nachbarkommunen wie beispielsweise Griesheim auch die Plakate HILFESTELEFON ins Auge gefallen.

Für viele Menschen ist das Thema der häuslichen Gewalt gerade in der Corona Pandemie stärker ins Bewusstsein gerückt. Denn häusliche Gewalt ist in Deutschland leider immer noch erschreckende Realität. Rund jede vierte Frau erlebt mindestens einmal in ihrem Leben körperliche und/oder sexualisierte Gewalt durch einen aktuellen oder früheren Beziehungspartner. Im Jahr 2020 wurden 420 Fälle von Häuslicher Gewalt der Polizeidirektion Groß-Gerau gemeldet. Viele der Opfer finden in der Frauenberatungsstelle von Frauen helfen Frauen e.V. Beratung oder im Frauenhaus Schutz. Aufgrund der guten Zusammenarbeit im Kreis Groß-Gerau steigen die Zahlen innerhalb der Beratungsstelle immer weiter an, so dass man davon ausgehen kann, dass mehr Fälle vom Dunkelfeld in die öffentliche Aufmerksamkeit rücken.

Außerdem hat der Kreis im letzten Jahr eine Immobilie erworben, die umgebaut im Jahr 2023 als zweites Frauenhaus im Kreis eröffnet werden soll, um so den Schutz von Frauen weiterhin zu verstärken.

Das Netzwerk gegen Gewalt besteht im Kreis Groß-Gerau seit über 15 Jahren und ist ein Zusammenschluss u.a. von Polizei, Justiz, Frauen- und Männerberatung, Jugendamt und Büro für Frauen und Chancengleichheit und dient der Unterstützung und Vernetzung einzelner Stellen. Die Hilfesysteme werden aufeinander abgestimmt, so dass eine hohe Qualität der Beratungsarbeit gesichert wird und Opfern von Gewalt adäquat geholfen werden kann.

Mit unseren Handlungsempfehlungen zur Umsetzung des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt („Istanbul Konvention“)

eindeutig zum Motto „Null Toleranz gegen Gewalt an Frauen!“.

Jede und jeder Einzelne kann sich selbst engagieren und aktiv werden, zum Handeln aufrufen und ein Zeichen setzen. Für ein Miteinander, das stärker als Gewalt ist!

Wir Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Groß-Gerau machen diese Jahr mit einer gemeinsamen Aktion aufmerksam. Hier in Riedstadt werden wir stellvertretend für die mehr als 420 Frauen rote Damenschuhe an einem Baum auf dem Richthofenplatz befestigen. Rot als Signalfarbe, diese macht aufmerksam und wir wünschen uns darüber ins Gespräch zu kommen. Unser Ziel ist es Frauen zu stärken und ein Netzwerk aufzubauen, innerhalb dessen sich Frauen auch trauen ihre Situation zu erklären und sich Hilfe zu holen. Gemeinsames Treffen am Freitag, den 26.11.2021 um 15 Uhr.

Ein weiteres Angebot ist ein Onlinevortrag über das Thema Häusliche Gewalt. Hier wird die Arbeit des Weißen Ring vorgestellt, Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten aufzeigen, aber auch Raum für einen Austausch findet seinen Platz.

07.12 2021 um 19 Uhr über WEBEX.

https://riedstadt.webex.com/riedstadt/j.php?MTID=m1d1472d8e6c1d6e23e0eec154d132079

 

 

Hintergrund: Die Umsetzung der „Istanbul-Konvention“ und damit der Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt hat seit dem Beitritt und der Ratifizierung 2017 durch die Bundesrepublik Deutschland Status eines Bundesgesetzes. Es ergeben sich daraus Verpflichtungen, regelmäßig Kampagnen zur Bewusstseinsbildung durchzuführen (Art. 13), die Maßnahmen für Schutz und Unterstützung zugänglich zu machen, (Art. 18) und sicherzustellen, dass Opfer angemessen und rechtzeitig über verfügbare Hilfsdienste und rechtliche Maßnahmen in einer verständlichen Sprache informiert werden (Art. 19).

Der aktuelle Gender Pay Gap in Deutschland EQUAL PAY DAY 07. März 2022

Frauen und GleichstellungFrauen verdienen in Deutschland im Schnitt 18 Prozent weniger als Männer, das hat das Statistische Bundesamt für das Jahr 2020 berechnet. Als Gender Pay Gap oder geschlechtsspezifische Lohnlücke wird die prozentuale Differenz zwischen durchschnittlichen Bruttostundenlohn der Männer und dem durchschnittlichen Bruttostundenlohn der Frauen im Verhältnis zum durchschnittlichen Bruttostundenlohn der Männer bezeichnet. Frauen verdienten im Jahr 2020 mit durchschnittlich 18,62 Euro brutto in der Stunde 4,16 Euro weniger als Männer (22,78 Euro).

Rechnet man den Wert von 18 Prozent in Tage um, arbeiten Frauen vom 1. Januar an 66 Tage umsonst. Der nächste Equal Pay Day findet deshalb am 7. März 2022 statt.

In den vergangenen Jahren hat sich der Gender Pay Gap nur sehr langsam verringert. Damit bleiben wir Schlusslicht im europäischen Vergleich. Ein Teil dieser Lohnlücke lässt sich auf sogenannte strukturelle Unterschiede zurückführen. Viele Frauen erlernen Berufe, die schlechter bezahlt sind, arbeiten seltener in Führungspositionen und häufiger in Teilzeit oder in Minijobs.

Frauenförder- und Gleichstellungsplan der Stadt Riedstadt

Der Frauenförder- und Gleichstellungsplan der Stadt Riedstadt wurde - gegenüber den vorangegangenen Plänen - aufgrund der gesetzlichen Anforderungen des Hessischen Gleichberechtigungsgesetzes in einer wesentlich erweiterten Form vorgelegt. Neben den rein statistischen Auswertungen sind jetzt auch einige inhaltliche Aussagen über die Zielsetzung der Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten konkret und anschaulich erläutert.

Den Frauenförder- und Gleichstellungsplan der Stadt Riedstadt können Sie hier einsehen und herunterladen.

Gesetzesgrundlagen

4b HGO - Gleichberechtigung von Frau und Mann

Die Verwirklichung des Verfassungsauftrages der Gleichberechtigung von Frau und Mann ist auch eine Aufgabe der Gemeinden. Durch die Einrichtung von Frauenbüros oder vergleichbare Maßnahmen wird sichergestellt, dass die Verwirklichung dieses Auftrages auf der Gemeindeebene erfolgt. Dieser Aufgabenbereich ist von einer Frau wahrzunehmen und in der Regel einem hauptamtlichen Wahlbeamten zuzuordnen.

 

Hessisches Gleichberechtigungsgesetz (HGIG)

Im Hessischen Gleichberechtigungsgesetz (HGIG) ist geregelt, dass die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte die Durchführung des Gesetzes überwacht. Sie ist direkt dem Bürgermeister unterstellt. Ziele des Gesetzes sind die Verwirklichung der Chancengleichheit von Frauen und Männern, die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer sowie die Beseitigung bestehender Unterrepräsentanz von Frauen im öffentlichen Dienst. Bis zur Erreichung dieser Ziele werden durch berufliche Förderung auf der Grundlage von Frauenförder- und Gleichstellungsplänen mit verbindlichen Zielvorgaben die Zugangs- und Aufstiegsbedingungen für Frauen sowie die Arbeitsbedingungen für Frauen und Männer verbessert. Dabei wird den besonderen Belangen behinderter und von Behinderung bedrohter Frauen Rechnung getragen.

Weitere Informationen finden Sie unter https://soziales.hessen.de/familie-soziales/frauen/hessisches-gleichberechtigungsgesetz.


Antidiskriminierungsgesetz (AGG)

Alle Menschen sind gleich wichtig und haben die gleichen Rechte - unabhängig von ethnischer Herkunft, Geschlecht, Behinderung, Religion, Weltanschauung, Alter oder sexueller Identität. Eine diskrimierungsfreie Gesellschaft ist lebenswerter und bringt uns allen Vorteile. Näheres dazu entnehmen Sie dem Antidiskrimierungsgesetz (AGG).

Kontakt

Jennifer Muth

Raum: 208

Telefon: 06158 181-119

E-Mail:frauenbeauftragte@riedstadt.de