Renaturierungsverfahren

Im Rahmen des Vorhabens zur "Erprobung und Entwicklung von Verfahren zur Renaturierung und integrierten landwirtschaftlichen Nutzung von Stromtalwiesen am hessischen Oberrhein" wurde das neue Renaturierungsverfahren "Mahdgutübertragung" seit November 2000 in auf seine großflächige und praktische Anwendbarkeit und seinen Erfolg hin untersucht.

Bei den Projektflächen handelt es sich überwiegend um Äcker, zu einem geringeren Teil aber auch um vorhandene artenarme Wiesen. Diese Flächen wurden im Rahmen des Vorhabens wieder in artenreiches Stromtalwiesengrünland überführt. Im ergänzenden Projekt "Aufwertung artenarmer Auenwiesen" stand dagegen die Anreicherung bereits vorhandener, aber artenarmer Wiesen im Zentrum.

Bei der Methode "Mahdgutübertragung" wird Mahdgut aus benachbarten, noch vorhandenen Stromtalwiesenbeständen gewonnen und auf die zu renaturierenden Flächen aufgebracht. Die Spenderflächen (die Flächen, auf denen Mahdgut gewonnen wird) liegen in den Naturschutzgebieten "Kühkopf-Knoblochsaue", "Riedwiesen von Wächterstadt", "Bruderlöcher" (alle Stadtgebiet Riedstadt) sowie "Riedloch von Trebur" (Gemeinde Trebur). 

Nach der Mahd wird das gewonnene Mähgut abtransportiert und in einer dünnen Schicht (idealerweise zwischen 5 bis 10 cm) großflächig auf die Projektflächen verteilt. Die im Mahdgut vorhandenen Samen und weiteren Ausbreitungsorgane (Wurzelstücke, bewurzelungsfähige Sprossteile u.a) gelangen so auf die Flächen, die in Stromtalwiesenbestände überführt werden sollen. Mahd und Mahdgutauftrag werden in der Regel zwischen Mitte September und Ende Oktober durchgeführt, da zu diesem Zeitpunkt ein Maximum der gewünschten Zielarten reife Samen besitzt. Schnitt und Aufnahme des Mahdgutes erfolgen mit herkömmlichen landwirtschaftlichen Geräten (Kreiselmäher, Siloladewagen mit Schneidwerk und Dosierwalze).

Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung zu den Projekten wurde untersucht, unter welchen Bedinguungen die Ansiedlung von Zielarten gute Erfolge zeitigt. Dabei zeigte sich, dass die Flächen zum Zeitpunkt der Mahdgutausbringung keinen Bewuchs aufweisen sollten. Während auf Flächen, die vor der Mahdguausbringung gepflügt und gefräst oder nur gefräst wurden, gute Erfolge erzielt wurden, gelang die Ansiedlung von Zielarten auf bereits bewachsenen und lediglich gemähten Wiesenflächen deutlich weniger gut.
(Die Begleituntersuchungen der Justus-Liebig-Universität Gießen sind hier ausführlich beschrieben: www.stromtalwiesen.de

Nachfolgend einige Fotos der Renaturierungsmaßnahmen.

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