Erreichbarkeit der Stadtverwaltung

!!BITTE BEACHTEN SIE: Das Rathaus ist aktuell nur nach telefonischer oder Online-TERMIN-Vereinbarung geöffnet!!!
Alle Besucher*innen müssen zur Bedeckung von Mund und Nase eine medizinische Maske tragen.

Mehr Platz für seltenen Fisch

Aufweitung des Scheidgraben soll Schlammpeitzger helfen

Der erweiterete Scheidgraben inmitten einer Wiese
Grabentaschen im Scheidgraben sollen Lebensbedingungen für Fische verbessern.
Auf dem Foto ist der Fisch mit seinem langgezogenen Körper.
Der Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) ist in Hessen extrem selten.

 Am Scheidgraben in Wolfskehlen sind drei neue Grabenaufweitungen entstanden, um einer besonders geschützten Fischart das Überleben zu erleichtern. Der Schlammpeitzger ist an das Leben in schlammigen Gewässern angepasst und kann auf Grund seiner Fähigkeit, Sauerstoff auch über den Darm aufzunehmen, einige Zeit mit geringem Wasserstand auskommen.  

Seit einigen Jahren stellt die Stadt Riedstadt in Kooperation mit den Naturschutzbehörden sogenannte Grabentaschen her, um bessere Laich- und Aufenthaltsbedingungen für Wasserbewohner zu schaffen. Diese Maßnahmen dienen sowohl dem EU-Artenschutz als auch der Verbesserung der Gewässerstruktur gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Das aktuelle Projekt an der „Tuchbleiche“ wird aus Mitteln des Landes Hessen zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie gefördert.  

Der Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) ist in Hessen extrem selten. Mit Genehmigung der Oberen Naturschutzbehörde wurden vom Institut für Gewässer- und Auenökologie (INGA) einzelne Tiere aus der Natur entnommen und in Becken vermehrt. Davon konnten 2017 unter anderem im Scheidgraben bei Goddelau Jungtiere in die Freiheit entlassen werden. Der Bestand wird in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Nähere Informationen zum Tier und den Schutzmaßnahmen findet man auf der Internetseite des RP Darmstadt https://rp-darmstadt.hessen.de/umwelt/landwirtschaftfischereiweinbau/fischerei/fischartenschutz/schlammpeitzger   

Wer mithelfen möchte, die natürliche Artenvielfalt in den Gräben zu schützen, sollte in keinem Fall Wasservögel füttern oder lebende Tiere aus Teichen oder Aquarien dort aussetzen. Zu viele Nährstoffe aus Futterstoffen oder vermehrungsfreudige und gefräßige „Exoten“ stören das Gleichgewicht im Gewässer enorm und können im schlimmsten Fall alle Bemühungen zum Artenerhalt zunichtemachen.

Foto vom Scheidgraben: Untere Naturschutzbehörde Kreis GG

Foto Schlammpeitzger: George Chernilevsky