Ein voll besetzter Saal im Riedstädter Rathaus und interessierte Nachfragen, die bis weit nach dem offiziellen Ende gestellt wurden: Das Werkstattgespräch „Wärmepumpen auch im Altbau“ war ein voller Erfolg. Rund 80 interessierte Bürgerinnen und Bürger ließen sich zeigen, wie die Wärmewende in den eigenen vier Wänden – auch in Altbauten – gelingen kann.
Im Zentrum des Abends stand das Motto „Physik statt Feuer“. Benjamin Krick, Sanierungsmanager der Büchnerstadt, räumte in seinem kurzweiligen Vortrag mit gängigen Vorurteilen auf: „Während in einem Kessel wertvolle Ressourcen verfeuert werden, bewegt eine Wärmepumpe mit elektrischem Strom Energie. Mit der richtigen Planung wird das Heizen im Bestand nicht nur klimafreundlicher, sondern auch komfortabler, sicherer und kostengünstiger.“
Wie das in der Praxis aussieht, zeigten zwei anschauliche Beispiele aus der Nachbarschaft. Elektro-Ingenieur Holger Thiesing aus Seeheim erläuterte mit viel Sachverstand, wie er seinen Bungalow von 1977 erfolgreich mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, Photovoltaik-Anlage, Speicher und E-Auto zukunftsfest gemacht hat. Mit dieser Kombination erreicht er einen Eigenversorgungsanteil von über 50 Prozent für die Wärmepumpe.
Von einer in Deutschland noch eher unbekannten Möglichkeit berichtete Dr. Klaus-Geert Heyne. Der ehemalige Professor für Kolbenmaschinen nutzt ein Klima-Splitgerät (Luft-Luft-Wärmepumpe) zur Beheizung und kombinierte dies mit einer Fassadendämmung und einer Dachbodendämmung in Eigenleistung. Sein Fazit nach den ersten zwei Wintern: „Die Notheizung, einen Holzofen, haben wir nie gebraucht. Die Kombination aus Energieeinsparung, geringen Anschaffungskosten und hoher Förderung führt dazu, dass sich das System bei uns bereits nach etwa acht Jahren amortisiert.“ Der 81jährige Erfelder bewies damit, dass die Wärmewende keine Frage des Alters ist.
Das hohe Interesse und die interessierten Zwischenfragen zeigten: Dass Thema bewegt Riedstadt. Selbst eine Stunde nach dem offiziellen Ende standen die Referenten noch im kleinen Kreis Rede und Antwort. Für alle, die nicht dabei sein konnten oder Details nachlesen möchten: Die gezeigten Präsentationen und weitere Informationen stehen ab sofort unter www.klimafreundliches-riedstadt.de bereit.


