An einem Vormittag im März beobachteten Kinder des Naturkindergartens Wolfskehlen gespannt, wie Marinela und Frank Gröhl, Moritz Drescher und Hannes Luckenbill vom Nabu Kreisverband Groß-Gerau auf dem baumreichen Gelände An der Sandkaute Nistkästen verschiedenster Form und Größe anbrachten. Sie erfuhren von den Naturschützern, dass der Nistkasten für Blaumeisen ein etwas kleineres Einflugloch hat als das für Kohlmeisen.
Befestigt wurden auch eine Kleiberhöhle und Halbhöhlen-Nistkästen für Vögel wie den Garten- und den Hausrotschwanz. Fledermaushöhlen und Kobel für Gartenschläfer und Eichhörnchen vervollständigen die Angebote für tierische Kinderstuben. Die vielen Nisthilfen konnten angeschafft werden, weil der Naturkindergarten bei der Initiative „Naturkinder“ von Rossmann und Persil einen Preis gewonnen hat, wie Kitaleiterin Anja Llorca erzählt.
Unter dem Motto „Natur erleben, schätzen und schützen“ konnten sich Schulen, Kindergärten und soziale Einrichtungen um Fördergelder aus den Naturkinder-Fonds für ihre Projekte bewerben. „Wir haben hier auf unserem Gelände unglaublich viele Vögel, außerdem hat im letzten Winter ein Gartenschläfer bei uns seinen Winterschlaf gehalten“, berichtet Llorca.
Daher lag es nahe, den Kindern diesen Naturaspekt noch etwas näher zu bringen. Der Naturkindergarten hatte vor dem Bauwagen liebevoll Tafeln zum Lebensraum von Vögeln und Fledermäusen gestaltet und sich mit dem Nistkästen-Projekt beworben. Zur freudigen Überraschung des Naturkindergarten-Teams gewannen sie tatsächlich 1.000 Euro zur Anschaffung der diversen Nisthilfen. Woraufhin der Naturkindergarten beim Nabu Kreisverband anfragte, ob er professionelle Hilfe beim Anbringen der Nisthilfen geben könnte. Was dieser sehr gerne tat und das Team um das Ehepaar Gröhl schickte.
Die Nisthilfen wurden schon kurz nach der Installation angenommen, erzählt Llorca. Schon nach wenigen Tagen waren drei Nisthilfen bezogen: zwei Meisen-Nistkästen und die Kleiberhöhle – letztere allerdings auch von einer Kohlmeise. „Wir hatten natürlich auf einen Kleiber gehofft, freuen uns aber trotzdem sehr, dass die Nisthilfen so gut angenommen werden“, berichtet die Kitaleiterin schmunzelnd.


