Am Ende der intensiven anderthalbjährigen Ausbildung steht noch eine Schlusspräsentation, die die Entwicklungsstufen während der Ausbildungszeit zusammenfasst. Dann ist es geschafft: Fachberaterin Nadja Pfitzner übergibt Anja Fehr, Leiterin des Horts Erfelden und Anja Ohl, stellvertretende Leiterin der Kita Thomas-Mann-Platz, ihre Zertifikate als „Marte Meo Colleague Trainer“. Auch Fachbereichsleiter Kinder, Jugend und Soziales, Rick Hölzer, gratuliert und bedankt sich für den gezeigten Einsatz.
Marte Meo ist eine etablierte Methode zur Entwicklungsunterstützung, Grundlage ist das genaue Beobachten und Analysieren von Interaktionen im Alltag, erklärt die Fachberaterin, die „Marte Meo Supervisor“ ist und bereits vier Erzieherinnen der Büchnerstadt in der Basis-Schulung zu „Marte Meo Practitioner“ ausgebildet hat. Fehr und Ohl gehören zu den Vieren, die die anderthalb Jahre dauernde Ausbildung durchlaufen hatten und haben nun die nächste Stufe draufgesattelt. Sie befähigt sie nun, auch mit Kollegen und Eltern in der „Marte-Meo-Methode“ zu arbeiten.
„Marte Meo“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „aus eigener Kraft“. „Das Schöne an dieser Methode ist, dass der Blick immer auf das Positive geht. Wo sind die Stärken, welche Fähigkeiten sind schon gut entwickelt“, sagt Pfitzner. Mit Hilfe von kurzen Videofilmen aus dem Kita-Alltag lasse sich ganz effektiv und unkompliziert die Qualität von Interaktionen feststellen. Auf dieser Analyse aufbauend, können dann weitere Entwicklungsimpulse des Kindes gesetzt werden.
Wie Fehr und Ohl berichten, haben sie schon während der Basisausbildung zu schätzen gelernt, dass das Kita-Team gemeinsam auf Grundlage der Videobilder erarbeitet, was die nächsten Entwicklungsschritte eines Kindes sein könnten, um dann die entsprechenden Impulse zu setzen. Denn auch die Marte Meo Practitioner sind bereits Multiplikatorinnen in ihren Einrichtungen. Der wertschätzende Blick auf die Interaktionen komme nicht nur der Entwicklung der Kinder zugute, sondern verändere auch positiv die Atmosphäre in den Betreuungseinrichtungen, betonen sie.
Fehr und Ohl hat die Effektivität der Methode so überzeugt, dass sie nach dem Abschluss der Basisausbildung im Sommer 2024 noch die Ausbildung zum Kollegen-Trainer absolviert haben. Damit können sie nun auch insbesondere ihre Kolleginnen und Kollegen begleiten. Die beiden haben ihre Ausbildungszeit als intensiv, aber auch als große Bereicherung erlebt. Und das nicht nur für sie, sondern für das gesamte Team, in dem sie jeweils arbeiten. „Wir haben uns gemeinsam weiterentwickelt. Es funktioniert nur, wenn andere im Team mitziehen“, sagt Ohl.
Pfitzner bedankt sich für den gezeigten Einsatz und erklärt: „Ich finde es schön, dass sich gemeinsam Ziele umsetzen lassen und freue mich, dass ich bei der Etablierung von Marte Meo die beiden Anjas an meiner Seite habe.“ Marte Meo sei Übungssache und so wird es einmal im Vierteljahr für alle Practitioner Marte-Meo-Treffen geben, um Gelegenheit zum Auffrischen zu geben.


