Weitere Stolpersteine in Leeheim

Achte Verlegung in Riedstadt für 14. Mai 2018 geplant

Stolpersteine gegen das Vergessen: Familie Sonnheim wurde von Crumstadt nach Polen deportiert und dort in einem Vernichtungslager ermordet
Stolpersteine gegen das Vergessen: Familie Sonnheim wurde von Crumstadt nach Polen deportiert und dort in einem Vernichtungslager ermordet

Die Projektgruppe zur Organisation der Stolpersteinverlegungen in Riedstadt hat bei ihrem jüngsten Treffen den nächsten Verlegungstermin besprochen. Am Montag, 14. Mai 2018 wird der Künstler Gunter Demnig erneut nach Riedstadt kommen, um mit seinen kleinen Denkmalen an die Schicksale von Opfern der deutschen Nazi-Herrschaft zu erinnern.  

Stolpersteine sind kleine Betonquader, die vor dem letzten frei gewählten Wohnsitz in den Boden eingelassen werden und mit einer kleinen Messingtafel die Lebensdaten der jeweiligen Person dokumentieren. Das mittlerweile europaweite Kunstprojekt des Kölners Gunter Demnig erinnert damit an die vielen namenlosen, von den Nationalsozialisten verfolgten, ermordeten oder vertriebenen Mitmenschen.  

Schon seit 2014 werden solche Stolpersteine in Riedstadt verlegt. Die Stadtverordnetenversammlung hatte im Jahr 2012 mit großer Mehrheit die Beteiligung der Stadt beschlossen und dem Förderverein Jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau die Organisation und Koordination übertragen.  

Mit der Verlegung im Mai nächsten Jahres wird die Aktion für den Stadtteil Leeheim abgeschlossen. Weitere Verlegungen werden danach in Erfelden stattfinden. Den Aktiven der Projektgruppe ist genau wie dem Künstler Gunter Demnig besonders wichtig, dass zu jedem Stein bzw. zu jeder Familie ein möglichst umfassend dokumentiertes und beweisbares Lebensschicksal erforscht wird.  

Interessierte sind herzlich zur Mitarbeit eingeladen und können sich beim Vereinsvorsitzenden Walter Ullrich melden. Gesucht werden aber vor allem auch weitere Sponsoren der Aktion. Wer die wertvolle Erinnerungsarbeit unterstützen möchte, kann entweder einen beliebig hohen Betrag spenden oder auch gleich eine Patenschaft für einen der Steine übernehmen. Dafür ist einmalig ein Betrag von 120 Euro zu zahlen. Die Kunstaktion ist als gemeinnützig anerkannt, so dass der Förderverein entsprechende Spendenbescheinigungen ausstellen darf.  

Die Patenschaften für die Stolpersteine in Leeheim sind bereits komplett. Für weitere Auskünfte dazu steht der Vorsitzende des Fördervereins, Walter Ullrich (Ringstraße 50, 65468 Trebur-Geinsheim, Telefon 06147 8361, E-Mail: walter.ullrich(at)freenet.de) gerne zur Verfügung.