Starke Stimmen für die Frauen

Abwechslungsreicher Nachmittag am Internationalen Frauentag

Auf der Bühne stehen von links: Eva Stritzke, Annemarie Hinsberger, Christine Meister, Annette Meinecke, Kerstin Kalweit, Kassandra Waldhoff und Jennifer Muth (v.li.)
Gemeinsam auf der Bühne zum Weltfrauentag: Eva Stritzke, Annemarie Hinsberger, Christine Meister, Annette Meinecke, Kerstin Kalweit, Kassandra Waldhoff und Jennifer Muth (v.li.)
Bürgermeister Marcus Kretschmann steht vor der Bühne und hat ein Mikro in der Hand.
Bürgermeister Marcus Kretschmann sprach zum Internationalen Frauentag.
Jessica Davis mit hellblauen Blazer und Kaddy Kupfer mit zerissenen Jeans halten Mikrofone in der Hand und stehen auf der Bühne.
Die Poetry-Slamerinnen Jessica Davis und Kaddy Kupfer (v.li.)
Liedermacherin Sabine Perl sitzt mit Gitarre auf der Bühne.
Liedermacherin Sabine Perl steuerte nachdenkliche Lieder bei.

Mit Musik, Wortbeiträgen und einem Spielfilm, vor allem aber mit vielen Gesprächen feierten zahlreiche Frauen aus Riedstadt, Groß-Gerau, Biebesheim und weiteren Orten der Umgebung am Sonntag, 8. März, den Internationalen Frauentag in der Christoph-Bär-Halle in Riedstadt-Goddelau. Schon zu Beginn um 16 Uhr wurde es so voll, dass eiligst weitere Stühle bereitgestellt wurden. Viele der Frauen trugen ein lila Kleidungsstück als Zeichen der Frauenbewegung.  

Eingeladen zu der Veranstaltung hatten die Aktiven Frauen Biebesheim und die Omas gegen Rechts Groß-Gerau, unterstützt wurden sie von der Büchnerstadt Riedstadt, der Riedstädter Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Jennifer Muth sowie ihrem Pendant in der Stadt Groß-Gerau Kerstin Kalweit sowie dem Büro für Chancengleichheit des Kreises Groß-Gerau.  

Christine Meister von den Aktiven Frauen Biebesheim und Annemarie Hinsberger von den Omas gegen Rechts Groß-Gerau führen durch den Nachmittag, der unter dem Motto stand „Grow together – Zusammenwachsen“. Denn ein zunehmender Rechtskonservatismus und spürbare Angriffe auf Gleichstellung und Selbstbestimmung würden zeigen, dass viele Errungenschaften der Frauenbewegung keine Selbstverständlichkeit seien, wie Meister in ihrer Begrüßung erklärte. „Umso wichtiger ist es, zusammenzustehen, im Gespräch zu bleiben und Solidarität zu leben. Die Veranstaltung will dazu aufrufen, sich weiter zu vernetzen und den Zusammenhalt zu stärken.“  

Das Thema Solidarität griff auch Riedstadts Bürgermeister Marcus Kretschmann in seinem Grußwort auf. „Solidarität in unserer Gesellschaft ist mir ein wichtiges Anliegen. Denn Solidarität ist gelebte Demokratie“, erklärte er und sagte weiter: „Nur, wenn wir aufeinander hören, wenn wir im Gespräch bleiben, wächst Gemeinschaft.“ Ausdrücklich dankte er der Riedstädter Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Jennifer Muth für den regen Austausch. „Wir sind zwar nicht immer einer Meinung, aber ich habe viel von ihr gelernt.“  

Annette Meinecke stellte die Aktiven Frauen Biebesheim vor, die sich vor über 30 Jahren auf Initiative von Christine Meister gegründet haben. „Es kann nie genug Frauen geben, die sich zusammentun“, betonte sie. Denn das Zusammensein gebe Kraft und es brauche Kraft, um etwas zu bewegen. „Wir schaffen es nicht alleine, wir müssen uns zusammenschließen‘“, ist auch das Credo der Omas gegen Rechts Groß-Gerau, erklärte Eva Stritzke für die Gruppe. Daher hätte sich die Ortsgruppe vor zwei Jahren gegründet. Kurz nach der Gründung hätten die „Omas“ die Aktiven Frauen Biebesheim kennengelernt und sich – treu dem Motto des Vernetzens – mit ihnen verbandelt. Deswegen hätten sie sich auch zum ersten Mal für diese gemeinsame Kooperationsveranstaltung entschieden.  

Riedstadts Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Jennifer Muth und die Groß-Gerauer Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Kerstin Kalweit und ihre Stellvertreterin Kassandra Waldhoff stellten sich und ihre Arbeit vor. Auch sie betonten, wie wichtig es sei, sich zu vernetzen. „Wir sind eine starke Stimme für die Frauen“, erklärte Kerstin Geis, Vorsitzende der Bezirkslandfrauen Groß-Gerau und warb für Nachwuchs unter den jungen Frauen.  

Jessica Davis und Kaddy Kupfer sorgten mit Poetry Slam für Stimmung und die 14jährige Sängerin Roxy sowie Liedermacherin Sabine Perl für die musikalische Unterhaltung. Für Staunen sorgte der isländisch-amerikanische Dokumentarfilm „Ein Tag ohne Frauen“, der vom großen Frauenstreik am 24. Oktober 1975 berichtete, bei dem 90 Prozent aller isländischen Frauen ihre berufliche und private Arbeit niederlegten und für Gleichberechtigung demonstrierten. In Reykjavik kamen 25.000 Frauen zusammen, die größte Demonstration in der Geschichte Islands.     

Während einer ausgedehnten Pause vor dem Film und auch noch nach dem Film nutzten die Frauen die Gelegenheit zum regen Austausch, wurde an den Tischen lebhaft geredet und gelacht.