An diesem strahlend sonnigen Muttertag wächst am frühen Nachmittag vor dem Seniorenhaus am Park in Riedstadt-Goddelau die Vorfreude auf eine ungewöhnliche Spritztour. Mütter und Großmütter sitzen gemütlich vor dem Haus und bestaunen in froher Erwartung die Fahrrad-Rikscha der Initiative Atempause der Beratungsstelle für ältere Menschen Riedstadt und Stockstadt. In einer Kooperation mit dem Seniorenhaus am Park hatte die Atempause allen Mütter, Großmüttern und Besucherinnen des Seniorenheims eine kostenlose Rikscha-Spritztour am Muttertag angeboten. Eine Idee, die bereits im Vorfeld auf große Resonanz stieß, wie die Koordinatorin der Atempause-Angebote Nicole Novak berichtet: „Wir hatten für heute schon vier Anmeldungen für Fahrten und heute sind jetzt schon zwei weitere spontane Anmeldungen dazu gekommen.“
Als erste Passagiere nehmen die 101 Jahre alte Elfriede Behrendt und ihre Tochter Ulrike Röder in der Rikscha Platz. Diese bietet einen wunderbaren Panoramablick nach vorne, weil hinten gestrampelt wird. Der ehrenamtliche Rikscha-Fahrer Horst Geißler hat sich für die Muttertags-Fahrten eine Tour zurechtgelegt, doch Mutter und Tochter haben eine andere Idee: Sie würden gerne die Enkelin und eine Freundin der Tochter besuchen. „Kein Problem, das mache ich sehr gerne“, versichert Geißler und fügt schmunzelnd hinzu: „Sie werden sehen, wenn wir durch den Ort fahren zaubert das bei allen Leuten ein Lächeln in die Gesichter.“
Freudestrahlend nehmen Mutter und Tochter in dem bequemen Gefährt Platz und dann geht es hinaus auf die Gass. Alltagsbegleiter David Sokolowski verteilt Erfrischungsgetränke an die frohgemut Wartenden, denn die Passagiere für die Fahrten Nummer zwei und drei wollten es sich nicht nehmen lassen, schon den Start der Rikscha-Fahrten mitzuerleben. Hand in Hand sitzen Helga Urbata (85 Jahre) und ihre Enkelin Evi Fischer auf der Bank. Sie werden sich als Nächste 20 Minuten durch die Landschaft und den Ort kutschieren lassen, dann sind die befreundeten Heimbewohnerinnen Margarete Corell und Helga Mokosch an der Reihe. „Wir lassen uns überraschen und sind gespannt, wo es hingeht“, sagt Mokosch auf die Frage nach ihren Tourzielen. Heimleiterin Leona Heil schaut sich lächelnd die fröhliche Gruppe an. „Das ist eine wunderbare Aktion“, bedankt sie sich bei Novak für die schöne Kooperation.
Ende 2021 konnte die Atempause durch Crowdfunding die E-Fahrradrikscha anschaffen. Seitdem bietet die Initiative kostenlose Ausfahrten für alle Riedstädterinnen und Riedstädter an, die selbst nicht mehr in die Pedale treten können. Bisher wurden vier ehrenamtliche Rikscha-Piloten geschult. Die Atempause freut sich immer über weitere Pilot*innen und lädt gerne zum Fahrtraining mit der Rikscha ein.
Konkrete Absprachen für Rikscha-Fahrten oder ein Fahrtraining können mit Nicole Novak und Stefanie Drozdzynski unter Telefon 06158 82257310 oder E-Mail rikscha(at)beratungsstelle-riedstadt.de getroffen werden.


