Identifikation mit Georg Büchner

Hessischer Innenminister Peter Beuth verleiht Stadt Riedstadt Urkunde für offiziellen Namenszusatz „Büchnerstadt“

Ab jetzt ganz offiziell: „Büchnerstadt Riedstadt“ (Innenminister Peter Beuth (l.) übergibt die Urkunde an Bürgermeister Marcus Kretschmann)
Ab jetzt ganz offiziell: „Büchnerstadt Riedstadt“ (Innenminister Peter Beuth (l.) übergibt die Urkunde an Bürgermeister Marcus Kretschmann)

„Büchnerstadt Riedstadt“ verkündet eine frisch aufgezogene große Fahne mit dem Konterfei Georg Büchners vor seinem Geburtshaus in der Weidstraße 9. Ergänzt mit dem Hinweis „2019 - Ernennung zur Büchnerstadt.“ Die Fahne ist sichtbares Zeichen eines für Riedstadt bedeutsamen Ereignisses: Am Dienstagvormittag überreichte der Hessische Innenminister Peter Beuth im Rahmen eines „Büchner-Frühstücks“ in der Büchnerscheune am Geburtshaus Georg Büchners Bürgermeister Marcus Kretschmann eine Urkunde, die es der Stadt Riedstadt erlaubt, ab sofort den Namenszusatz „Büchnerstadt“ zu führen.

„Wenn ich in die Augen der vielen ehrenamtlichen Helfer schaue, sind wir heute sehr stolz“, sagte Bürgermeister Kretschmann in seiner Begrüßung. Er erinnerte daran, in welch beklagenswerten Zustand das unter Denkmalschutz stehende Fachwerkhaus von 1665 war, als es in den Besitz der Stadt kam. „Dank des großen Einsatz der Kommune und vor allem von zahlreichen ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern gelang es, das stark sanierungsbedürftige Haus zu retten und im Oktober 1998 das Museum zu eröffnen“, betonte Kretschmann.

Innenminister Beuth erklärte, dass an die Verleihung einer Zusatzbezeichnung strenge Kriterien gelegt würden, die nur wenige Gemeinden in Hessen führen dürften. Für Riedstadt sei sie erfolgt als öffentliche Würdigung einer heimatverbundenen und geschichtsbewussten Stadtgesellschaft. So gebe es seit Jahrzehnten in der Stadt viele Aktionen, um die Erinnerung an Büchner hoch zu halten. Büchnerhaus und BüchnerBühne hätten sich zu beliebten Treffpunkten und „Kultur-Tourismusmagneten“ entwickelt.  

„Identifikationsstiftend kann der Namenszusatz nicht sein – das haben Sie schon über viele Jahre geleistet“, wandte sich der Minister an die Festgesellschaft, zu der neben vielen Büchnerfreunden und Vertretern der Stadtpolitik auch die frühere hessische Wissenschafts- und Kunstministerin Ruth Wagner, der langjährige Riedstädter Bürgermeister und heutige Landtagsabgeordneter Gerald Kummer und die Landtagsabgeordnete Ines Claus gehörten. Aber die Bezeichnung solle die Identifikation mit dem größten Sohn der Stadt unterstreichen, erklärte Beuth.    

Landrat Thomas Will erinnerte daran, in welcher Zeit Büchner für die Demokratie gekämpft habe. Es sei daher nur folgerichtig, dass der Kreistag im Georg-Büchner-Saal tage. Der Namenszusatz für Riedstadt sei ein sichtbares Zeichen für Demokratie in Zeiten, in denen die Feinde der Demokratie immer mehr würden.  

Mit alten Arbeiter- und Freiheitsliedern sowie Spielszenen aus Werken von und über Georg Büchner unterhielten Ensemblemitglieder der BüchnerBühne mit ihrem künstlerischen Leiter Christian Suhr nicht nur die Gäste, sondern unterstrichen die Aktualität des sprachmächtigen Dichters, Revolutionärs und Naturwissenschaftlers.  

Anschließend führte Museumsleiter Peter Brunner den Innenminister und andere interessierte Gäste durch die Dauerausstellung „Von Goddelau zur Weltbühne“ und zeigte auch das Zimmer im ersten Stock, in dem am 17. Oktober 1813 Georg Büchner als erstes Kind des Arztes Ernst Büchner und seiner Frau Caroline geboren wurde und das heute eine kleine Fachbibliothek beheimatet.

Bildernachlese