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Großer Beratungsbedarf

Laut Sozialbericht 2021 fehlt es weiter an Sozialwohnungen

Beim Ersten Spatenstich für die neue Notunterkunft griffen im Mai 2021 Erster Stadtrat Ottmar Eberling, Melanie Stahlecker, Architektin Franziska Swoboda, Bürgermeister Marcus Kretschmann, Andrea Kliegl, Joachim Götz und Georgios Pantazopoulos (von links nach rechts) zum Spaten.

Im vergangenen Jahr blieb nicht nur die Zahl der Wohnungsbewerbungen beim Sozial- und Integrationsbüro der Büchnerstadt unvermindert hoch – das zweite Jahr der Corona-Pandemie hat zudem die Lage für sozial schwache Menschen noch weiter verschärft. Das geht aus dem Sozialbericht 2021 hervor, den die Diplom-Sozialpädagoginnen Andrea Kliegl und Elke Muhly vorgelegt haben.  

So wurde fehlender Wohnraum für Familienmitglieder in der Pandemie zunehmend zum Problem, zusätzlich wurden immer mehr Beratungsleistungen in Anspruch genommen zu Themen wie Arbeitsplatzverlust und Beantragung von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts.  

„Die bestehenden Auswirkungen der Corona-Pandemie und die aktuell deutlich steigenden Energiekosten bedeuten für Haushalte mit geringen und mittleren Einkommen erhebliche Einschnitte bei den Lebenshaltungskosten“, betont Kliegl, Leiterin des Sozial- und Integrationsbüros. Dies führe bereits jetzt zu Mietrückständen, beziehungsweise Verschuldungen. „Es ist ein deutlicher Anstieg der Anfragen nach einer Beratung zu verzeichnen“, heißt es in dem Sozialbericht.  

In Riedstadt sind 93 Wohnungssuchende mit einem Wohnberechtigungsschein registriert. Dieser Zahl standen im Jahr 2021 insgesamt acht Wohnungsvermittlungen aus Bestandswohnungen im sozialen Wohnungsbau gegenüber. Alle diese Wohnungen sind vermietet und werden schnellstmöglich neu belegt, sobald ein Mieter auszieht. Im letzten Jahr wurden 140 Anträge auf einen Wohnberechtigungsschein ausgegeben, von denen wegen der fehlenden Perspektive auf eine schnelle Wohnungsvermittlung nur 74 zur weiteren Bearbeitung wieder abgegeben wurden.  

Große Schwierigkeiten, passenden Wohnraum zu finden, haben Familien ab fünf Mitgliedern, Einzelpersonen und Alleinerziehende. Die Gruppe der wohnungssuchenden Einzelpersonen ist die größte und wird durch das Wohnungsangebot nicht abgedeckt. Bei den Alleinerziehenden sind in Riedstadt zehn Haushalte als wohnungssuchend gemeldet. Durch die Neue Wohnraumhilfe mit ihrem Projekt „Vitamin B“ konnten fünf obdachlose Männer in eine Wohngemeinschaft ziehen und eine sechsköpfige Flüchtlingsfamilie in eine angemessene Wohnung vermittelt werden.  

Insgesamt gibt es 186 Sozialwohnungen in der Büchnerstadt, die Anzahl hat sich zu 2020 nicht verändert. Doch noch in diesem Jahr wird in Crumstadt ein Haus fertiggestellt, in dem 16 barrierefreie Wohnungen belegt werden können. Zudem werden in einem neuen Wohngebiet in Goddelau 45 öffentlich geförderte Wohnungen entstehen, hier muss allerdings erst das Baugebiet erschlossen werden, bevor mit dem Bau begonnen werden kann.  

Die Kapazität der beiden bestehenden Obdachlosenunterkünfte reicht nicht mehr aus, macht der Sozialbericht deutlich. Neben einer Unterkunft mit 15 Plätzen wurde eine städtische Wohnung als Notunterkunft eingerichtet. Zum Stichtag 1. Dezember 2021 lag die Zahl der eingewiesen Personen bei insgesamt 28 Personen mit 23 Einzelhaushalten, darunter ein Paar mit zwei Kindern. In der regulären Notunterkunft wohnen seit Ende 2019 nur alleinstehende Männer. Frauen und Familien sind in der städtischen Wohnung untergebracht. Entlastung soll eine neue Notunterkunft in unmittelbarer Nähe zur bestehenden bringen, die voraussichtlich im März/April fertiggestellt wird.  

Auch der Beratungsbedarf von geflüchteten Personen wird derzeit umfangreicher und zeitintensiver, da hier verstärkt Themen wie Erziehung, Betreuung in Kindergarten und Grundschule, Bildung und Teilhabe sowie Ausbildung und Arbeitsaufnahme in den Fokus rücken, konstatiert der Sozialbericht.   Aktuell gibt es in Riedstadt noch elf Gemeinschaftsunterkünfte des Kreises für Geflüchtete mit zurzeit 169 belegten Plätzen. Darunter sind 56 anerkannte Geflüchtete, die eigentlich in eine Wohnung umziehen müssten, aber keine finden. Weil 2021 eine große Gemeinschaftsunterkunft des Kreises geschlossen wurde, wurden 15 Menschen mit Aufenthaltstitel obdachlos, die von der Stadt in Notunterkünften untergebracht werden mussten.