Vier abwechslungsreiche Tage verbrachte eine Delegation aus der Büchnerstadt Riedstadt vom 13. bis 16. August in der französischen Partnerstadt Brienne-le-Château und deren Umgebung. Auf Einladung des französischen Verschwisterungskomitees erwartete die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein vielfältiges Programm, das kommunalen Austausch, Kultur und Geschichte ebenso miteinander verband wie zahlreiche persönliche Begegnungen.
Bereits bei der Ankunft am Donnerstag wurden die Riedstädterinnen und Riedstädter herzlich von ihren französischen Gastgeberinnen und Gastgebern empfangen und in den Familien aufgenommen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen stand am Nachmittag die Gemeinde Mathaux auf dem Programm. Bei einer Führung durch die Église Saint-Quentin erhielten die Gäste Einblicke in die Geschichte der außergewöhnlichen Fachwerkkirche und weitere Sehenswürdigkeiten der Gemeinde. Den ersten Tag ließ die Delegation bei einem gemeinsamen Abendessen an der La Paillotte am Lac du Temple ausklingen.
Der zweite Tag begann mit einem Empfang im Rathaus von Brienne-le-Château. Im Mittelpunkt standen die Vorstellung der kommunalen Dienste sowie ein Austausch über die Arbeitsweise einer französischen Gebietskörperschaft in administrativer und finanzieller Hinsicht. Dabei bot sich Gelegenheit, die unterschiedlichen Strukturen und Arbeitsweisen in Frankreich und Deutschland miteinander zu vergleichen. Bei einem anschließenden Apéritif, zu dem die Stadt Brienne eingeladen hatte, wurden die Gespräche in entspannter Atmosphäre fortgesetzt. Am Nachmittag führte die Delegation nach Piney zur Firma DESS, einem Hersteller von Regen- und Sonnenschirmen aus der Champagne. Bei einer Betriebsbesichtigung konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Einblick in das Unternehmen und dessen Produktion gewinnen. Anschließend ging es durch mehrere kleinere Kommunen der Partnerregion, darunter Épagne, Radonvilliers und Dienville.
Damit erhielten die Riedstädter Gäste auch einen Eindruck von der kommunalen und landschaftlichen Vielfalt rund um Brienne-le-Château. Ein besonderer Höhepunkt des Tages war die Führung am Château de Brienne durch Christian Collet. Das Schloss, das aufgrund seiner repräsentativen Architektur auch als „Petit Versailles de l’Aube“ bezeichnet wird, ist eng mit der Geschichte der Stadt und der Familie de Guise verbunden. Den Abend verbrachte die Delegation in Morvilliers. Die Gemeinde hatte zu einem gemeinsamen Abendessen mit regionalen Spezialitäten eingeladen.
Am Samstag stand ein Tagesausflug in die Haute-Marne auf dem Programm. Erste Station waren die „Jardins de Mon Moulin“ in Thonnance-lès-Joinville. Die als „Jardin remarquable“ ausgezeichnete Gartenanlage rund um eine ehemalige Mühle beeindruckte mit ihren unterschiedlichen thematischen Gartenbereichen. Nach einem gemeinsamen Picknick ging es weiter nach Joinville. Dort besichtigte die Delegation das Château du Grand Jardin. Der im 16. Jahrhundert errichtete Renaissancebau und die dazugehörige Gartenanlage zählen zu den bedeutenden Sehenswürdigkeiten der Stadt. Anschließend stand mit dem historischen Auditoire ein weiterer besonderer Ort auf dem Programm. Das im 16. Jahrhundert errichtete Gebäude diente einst der Rechtsprechung in Joinville. Die zweisprachige Führung vermittelte den Gästen einen Einblick in die Geschichte der damaligen Gerichtsbarkeit und die historische Entwicklung der Stadt. Der freie Samstagabend bot anschließend Gelegenheit, die Zeit in den Gastfamilien zu verbringen. Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten zudem die Möglichkeit, das angekündigte Feuerwerk am Port Dienville am Lac Amance zu besuchen.
Am Sonntagmorgen trafen sich die deutschen Gäste und ihre französischen Gastgeber noch einmal zu einem gemeinsamen Frühstück beim Schatzmeister des Verschwisterungskomitees. Bei einem letzten Austausch wurden die Erlebnisse der vergangenen Tage Revue passieren gelassen. Ein gemeinsames Abschlussfoto hielt die Begegnung fest. Im Namen der gesamten Riedstädter Delegation dankte Patrick Fiederer den französischen Gastgeberinnen und Gastgebern sowie dem Verschwisterungskomitee ausdrücklich für die hervorragende Organisation des Aufenthalts, das abwechslungsreiche Programm und insbesondere für die große Herzlichkeit, mit der die Delegation aufgenommen worden war.
Die Reise machte einmal mehr deutlich, dass eine Städtepartnerschaft weit mehr ist als der regelmäßige Austausch zwischen Kommunen. Sie lebt vor allem von den Menschen, die sich begegnen, gemeinsam Zeit verbringen und einander ihre Heimat näherbringen. Nach vier intensiven Tagen hieß es schließlich Abschied nehmen. Der nächste persönliche Höhepunkt steht jedoch bereits fest: Im Juni 2027 wird die französische Delegation in Riedstadt erwartet. Dann soll gemeinsam das Jubiläum „50 Jahre Riedstadt“ gefeiert werden.
Das Foto wurde von Patrick Fiederer zur Verfügung gestellt.


