Vom Weiher zum Schwimmbad

An Stelle der Weed wurde vor 70 Jahren Freibad Goddelau gebaut

Auf der schwarz-weiß-Fotografie stehen Menschen in Badesachen um ein Schwimmbecken. Vom Sprungbrett macht ein junger Mann einen Kopfsprung. Dahinter steht ein Mann im Anzug.
Mit einem Sprung ins Schwimmerbecken eröffnete Peter Bär 1956 das Freibad Goddelau. Hinter ihm steht sein Vater, Bürgermeister Christoph Bär.
Menschen stehen am Eröffnungstag 1956 vor den Holzbaracken des Schwimmbads.
Das Schwimmerbecken in der Anfangszeit des Bades.
Das alte Schwimmerbecken mit einer Umrandung aus Stahlketten.
Das Schwimmerbecken in den Anfangsjahren.
Die alte Fotografie zeigt das Freibad Goddelau aus der Luft in frühen Jahren.
Eine alte Luftaufnahme des Freibads Goddelau.

Am Anfang stand ein Weiher: Über viele Generationen hinweg diente ein künstlich angelegter Tümpel am Ende der Weidstraße in Goddelau nicht nur als Wasserreservoir und in heißen Sommern als Erfrischung für Pferde. Diese Weed (Wehd= Weiher) war auch die einzige und gerne genutzte Badegelegenheit für die Jugend und die Sandsteinmauer um die Weed ein beliebter abendlicher Treffpunkt. Sogar im „Goller Lied“ taucht die Weed auf: „So long die Goller Buwe noch bode in de Weed . . . so long stirbt die Gemütlichkeit in Golle noch net aus.“ 

An die Stelle der Weed trat vor 70 Jahren dann ein neues, schmuckes Freibad. Vom funkelnagelneuen Sprungturm aus hielt Bürgermeister Christoph Bär im Jahr 1956 bei der feierlichen Einweihung seine Rede. Dabei verwies er insbesondere auf die Notwendigkeit, der Jugend neben dem Sportplatz auch eine „Schwimmanlage“ zu schaffen und sprach die Hoffnung aus, „dass dieses Bad allezeit eine Stätte der Freude und der Erholung für jung und alt sei.“ Sohn Peter Bär eröffnete dann mit einem Kopfsprung in Schwimmerbecken das Freibad.  

Dieses Schwimmerbecken war aus Beton und verfügte noch über keine Umwälzpumpe, erzählt Bäderleiter Uwe Tresch schmunzelnd. Daneben gab es noch ein Planschbecken. Im Laufe der 70 Jahre wurde das Bad immer wieder modernisiert und erneuert. 1965 wurde eine Umwälzpumpe eingefügt, zudem verfügte das Freibad nun auch über ein Nichtschwimmerbecken. In den achtziger Jahren erfolgte in vier Schritten die erste größere Umbauphase. Dabei wurde die Technik erneuert, die Becken anders ausgekleidet und die Holzbaracken wichen Gebäuden aus Stein.   Ende der 90er Jahre wurden die Becken mit Folie ausgestattet und 2013 folgte dann eine bahnbrechende Änderung: Seitdem wird das Wasser nicht mehr mit Chlor, sondern schadstofffrei mit dem Mittel Baxero desinfiziert, was Augen und Schleimhäute nicht reizt. Ein Alleinstellungsmerkmal, das Menschen aus der weiteren Umgebung anzieht.

Mit großer finanzieller Hilfe durch Förderprogramme des Landes begann 2020 die letzte große Sanierungs- und Umbauphase. Das Bad wurde mit neuer Technik ausgestattet und erhielt eine Photovoltaik- sowie eine Thermosolaranlage, die unter anderem auch für angenehme Wassertemperaturen sorgt. Das Planschbecken wurde erneuert, das Nichtschwimmerbecken nicht nur saniert, sondern aufwendig neugestaltet. Auch hier hatte der Förderverein Freibad Goddelau tatkräftig unterstützt und mit einem Crowdfunding-Projekt über 33.000 Euro Spendengelder für das Nichtschwimmerbecken eingesammelt. Als letztes große Projekt steht nun noch die Sanierung des Schwimmerbeckens an.  

Doch erst einmal wird kräftig gefeiert. Am Samstag, 16. Mai steigt bei freiem Eintritt ab 10 Uhr bis 20 Uhr die große Geburtstags- und Badesaisoneröffnungs-Fest. Geplant sind unter anderem ein Gottesdienst mit Pfarrerin Helga Donat, Schnuppertauchen, Schnupperpaddeln, Beachtennis und eine große Bildergalerie zur Geschichte des Bades. Für die Kinder gibt es eine Hüpfburg, ein Feuerwehrauto und Kinderschminken.  

Das erste Foto von der Eröffnungsfeier 1956 stammt aus dem Buch von Georg Spengler, Goddelau wie es einmal war. Die übrigen Fotos wurden freundlicherweise von Phiipp Klink zur Verfügung gestellt.