Noch steht eine Bank an Stelle der Bühne unter den mächtigen Linden im lauschigen evangelischen Kirchgarten Leeheim. Hier wird am Donnerstag, 18. Juni, um 19:30 Uhr mit „Lieder unter Linden“ das nunmehr sechste Büchnerland-Festival eröffnet. In einem Pressegespräch im Theatercafé der BüchnerBühne stellten der Vorsitzende des Vereins BüchnerFindetStatt (BFS) Werner Schmidt und der künstlerische Leiter der BüchnerBühne Christian Suhr das vielfältige Programm mit Musik, satirischem Theaterabend, Kabarett und Debattenrunde vor. Dank der Förderung durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur ist der Eintritt für alle Veranstaltungen auch in diesem Jahr wieder frei, Spenden sind willkommen.
Erstmals fand im letzten Jahr das Büchnerland-Festival nicht an zwei, sondern an einem verlängerten Wochenende statt. Ein Konzept, das sich bewährt hat und deswegen beibehalten wird, wie Schmidt erläuterte: „Wir hatten im letzten Jahr 50 Prozent mehr Besucher als 2024.“ Wie gewohnt geht das Festival an zwei Orten über die Bühne, dem evangelischen Kirchgarten „Unter den Linden“ in Leeheim und dem Büchnerhaus in Goddelau. Gedacht sind alle Veranstaltungen unter freiem Himmel. Sollte es regnen, geht es in Leeheim für die Konzerte in die evangelische Kirche und für den Theaterabend in die nahe gelegene BüchnerBühne. In Goddelau bieten die Büchnerscheune oder die Kunstgalerie Schutz vor möglichen Unbilden der Natur.
Gestartet wird das Festival am Donnerstagabend mit „Lieder unter Linden“. Entstanden ist der bunte Konzertabend als Dank an die evangelische Kirchengemeinde Leeheim für das Corona-Exil der BüchnerBühne im Kirchgarten „Unter den Linden“. Es findet bereits zum sechsten Mal statt und verbindet Musiker, Sänger und Chöre aus Riedstadt und der Region. „Zu dem Konzept gehören auch die unterschiedlichen Niveaus. Hier begegnen sich Leute, die zum ersten Mal auf der Bühne stehen, mit alten Hasen. Wir wollen damit die musikalische Bandbreite der Region abbilden“, erklärte Suhr. Aus den zahlreichen Bewerbungen wurde für den Abend eine bunte Mischung ausgewählt. Mit dabei sind Ried-Ukester Stockstadt, Nils Köbel von Mayence Acoustique, die Leeheimer Klaus Lohr (Bees Denäwe) und Sabine Perl, Sir Andrew und Karen Brunnet, LutherBrass Mainz, der Männerchor der evangelischen Kirche Riedstadt und die BüchnerBühnen-Band.
Am Freitag, 19. Juni um 19:30 Uhr spielt die Band „Tone Fish“ unter den Linden. Mit neuen Songs reizen sie ihr komplettes Spektrum an Instrumenten aus – Gitarre, Flöten, Bass, Irish Bouzouki, Drums und Gesang. Die Einflüsse sind – neben der irischen Musik – Bluegrass und Rock. Bekanntes Liedgut wird neu interpretiert, unbekanntes weiter nach vorn geholt.
„Friede den Hütten“ heißt es am Samstag, 20. Juni um 15 Uhr am Büchnerhaus. Das Ensemble der BüchnerBühne lässt mit satirischen Texten und Liedern Ereignisse des Vormärz, der Revolutionsjahre 1848/49 bis zum Kaiserreich Revue passieren und verdeutlicht, wie sehr Freiheitsliebe und Humor sich gegenseitig bedingen.
Am Abend sind kritisches Denken und gute Unterhaltung in Leeheim angesagt, wenn ab 19:30 Uhr der Schauspieler und Kabarettist der Leipziger Pfeffermühle Meigl Hoffmann mit seinem Programm „Geölter Witz – am Rahmen der Mona Lisa“ zu Gast ist. Nach der Megaprominenz von Urban Priol im vergangenen Jahr gehe man inhaltlich weiter, aber von der Prominenz zurück, so Suhr. Hoffmann mimt Museumswärter Manfred Subbotnik, einen Sachsen auf Du und Du mit der Mona Lisa, der Kunst und den Problemen der Zeit.
Die kanadische Singer-Songwriterin und Geigerin Aline Deanna kommt am Sonntagvormittag (21. Juni) um 11 Uhr zum Musikalischen Frühschoppen in den lauschigen Kirchgarten. Ihr Songwriting sei originell und witzig und die Musikerin absolute Klasse, schwärmt Suhr.
Zum Abschluss des Festivals lädt der Veranstalter BüchnerFindetStatt am Sonntag, 21. Juni um 18 Uhr zur „Republikanischen Runde“ in die Büchnerscheune. Angesichts der Hitze im vergangenen Jahr habe man sich entschlossen, das sommerliche Bürgergespräch in den Abend zu legen, erläuterte Schmidt. Erstmals gebe es auch nur eine Gastrednerin, um mehr Raum für das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern zu haben. Die Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann wird über ihre Thesen zu den Themen Kapitalismus, Krieg und Demokratie aus ihren Büchern „Das Ende des Kapitalismus“ und „Geld als Waffe“ referieren und mit dem Publikum diskutieren.
Für die Verpflegung ist an beiden Festival-Standorten bestens gesorgt. Am Büchnerhaus wird Schorsch-Town mit dem „Woi Eck“ präsent sein, Unter den Linden bewirtet der Freundeskreis Flüchtlinge die Gäste.


