Informationen und Gespräche

Großes Interesse an Infoveranstaltung zur Ortsdurchfahrt Leeheim

In der Heinrich-Bonn-Halle sitzen in einem Stuhlkreis Bürgermeister Marcus Kretschmann und weitere Personen. Drum herum sitzen auf Stühlen viele Zuhörer, einige stehen auch an Stehtischen.
In der Gesprächsrunde konnten auch immer zwei Menschen mit Fragen oder Anliegen Platz nehmen. Mit Mikrofon Bürgermeister Marcus Kretschmann, rechts von ihm Fachbereichsleiter Bauen Joachim Götz und Stadtwerkeleiterin Saskia Kirsch.
Paul Javier Schüle vom Planungsbüro Sweco steht mit Mikrofon vor der Bühne der Heinrich-Bonn-Halle. Auf der Bühne ist eine Leinwand aufgebaut. Er gibt Erläuterungen zu den Bildern, die auf der Leinwand zu sehen sind.
Paul Javier Schüle vom Planungsbüro Sweco gab Informationen zu den Änderungen für den zweiten Ausschreibungsabschnitt.

Wie geht es weiter mit der Großbaustelle zur Sanierung von Kanal und Straße der Ortsdurchfahrt Leeheim? Eine Frage, die viele Menschen in Leeheim beschäftigt. Weshalb die Büchnerstadt Riedstadt für Montagabend, 31. August, in die Heinrich-Bonn-Halle eingeladen hatte, um zu informieren und in den Dialog zu treten. Denn mit der Sperrung der Kreuzung Hauptstraße/Erfelder Straße/Riedhäuserhofstraße und der damit verbundenen innerörtlichen Umleitung über Ostring und Schulstraße ist der erste Ausschreibungsabschnitt in die letzte Phase getreten. Sie soll bis zum Spätherbst beendet sein, bevor im nächsten Jahr der zweite Ausschreibungsabschnitt begonnen wird.  

Über 180 Personen folgten der Einladung und erfuhren, wie die nach Wegfall der Straßenbeiträge geänderten Pläne für den zweiten Ausschreibungsabschnitt aussehen. Aber auch die derzeitige Situation erhielt ausreichend Raum und wurde gemeinsam besprochen. Denn neben der umfassenden Information war es der Stadt ein großes Anliegen, Fragen, Hinweise und Sorgen gemeinsam zu erörtern. Weshalb es in der Runde mit Bürgermeister Marcus Kretschmann, Stadtwerkeleiterin Saskia Kirsch, dem Fachbereichsleiter Bauen Joachim Götz, Ingenieur Paul Javier Schüle vom Planungsbüro Sweco sowie Moderatorin Kristina Oldenburg von Kokonsult zwei freie Stühle gab, auf denen Bürgerinnen und Bürger mit ihren Anliegen Platz nehmen konnten. Ein Format, das hervorragend angenommen wurde.  

Zu Beginn gab Bürgermeister Kretschmann einen kurzen Überblick über den zeitlichen Ablauf der Maßnahme: Bereits im Jahr 2010 hatten die Stadtwerke den Sanierungsbedarf der maroden und stark unterdimensionierten Kanalisation der Ortsdurchfahrt festgestellt. Da auch die Straße in einem sehr schlechten Zustand war, musste jedoch gewartet werden, bis das Land Hessen die Landesstraße in ihr Sanierungsprogramm aufnahm. So konnten beide Maßnahmen gebündelt und Kosten gespart werden. Da sich hiermit die einmalige Chance bot, in dem Zuge die Ortsdurchfahrt neu zu gestalten, gab es 2022 bis 2023 Bürgerbeteiligungen, um Ideen der Anlieger mit in die Planungen einfließen zu lassen. Im Januar 2025 war Baubeginn, doch gab es gleich zu Beginn und in diesem Jahr erneut Verzögerungen, weil die Herstellerfirma die für die Maßnahme notwendigen Sonderprofilrohre erst verspätet lieferte.  

Mit dem Wegfall der Straßenbeiträge ab dem 1. Januar 2025 konnte zwar der schon begonnene erste Ausschreibungsabschnitt wie geplant zu Ende geführt werden, doch mit dem zweiten Ausschreibungsabschnitt sind Einsparungen notwendig.   Wie die Planungen im Einzelnen aussehen, stellte Schüle vor: Der zweite Ausschreibungsabschnitt beginnt kurz hinter der dann wieder freigegebenen Kreuzung mit Erfelder Straße/Riedhäuserhofstraße und endet kurz hinter der Einmündung Kirchstraße in Höhe der Hauptstraße 38. Entgegen der ursprünglichen Planung entfallen die kompletten Straßenumbaumaßnahmen in den Querstraßen Klappergasse, Backhausstraße und Kirchstraße. Hier wird lediglich der Kanal erneuert. Entfallen werden auch die ursprünglich geplanten Umbaumaßnahmen auf dem Kirchplatz, unter anderem der höhengleiche Ausbau vor der Kirche. In der Hauptstraße werden die Bushaltestellen und die Querungen barrierefrei gestaltet.  

Die Kinderschulgasse und die Große Sackgasse sind so schmal, dass der Kanalbau die gesamte Straße betreffen wird. Entsprechend wird auch sie wie geplant erneuert, doch tragen die Stadtwerke die Kosten. Weil der Platz in der Ortsmitte so beengt ist, wird mit entsprechend langen Bauzeiten von insgesamt voraussichtlich 33 Monaten gerechnet. Die Umleitung wird wie jetzt schon über Ostring und Schulstraße geführt, endet dann aber bereits an der Erfelder Straße, über die man wie gewohnt wieder auf die Geinsheimer Straße Richtung Westen gelangt.  

Ein Mann wollte wissen, warum ein Höhenbegrenzer für Lkws wie im Ostring nicht auch zu Beginn der Baumaßnahme im Westring aufgestellt werden konnte. Im Ostring sind die Straßenverhältnisse so eng, dass sich ein Lkw, der trotz Durchfahrtsverbots dort langfahre, feststecken würde, erläuterte Stadtwerkeleiterin Kirsch. Eine Situation, die im viel breiteren Westring nicht gegeben ist. Höhenbegrenzer durften daher dort aus rechtlichen Gründen nicht aufgestellt werden, ergänzte der Bürgermeister. Illegale Fahrten würden als Begründung nicht ausreichen. Aus ähnlichem Grund ist auch kein eingeschränktes Halteverbot auf der Umleitungstrecke möglich, wie von einem anderen Besucher vorgeschlagen: Auf Umleitungsstecken gilt grundsätzlich absolutes Halteverbot.  

Raser auf der Umleitungsstrecke, die zum Teil auch die als Spielstraße ausgewiesene Glockengasse als Abkürzung nutzten, waren ein weiteres Thema. Die Stadtpolizei reagierte umgehend und stellte am Dienstagmorgen halbseitige Absperrgitter an der Glockengasse auf. Zudem informierte der Bürgermeister, dass bereits verstärkt kontrolliert werde und Geschwindigkeitsmessungen geplant sind.   Der Bäcker wollte wissen, ob während der Bauzeit für ihn und seine Postannahmestelle eine Ausweichmöglichkeit, etwa durch Container, möglich sei. „Wir werden eine Lösung finden“, versprach der Bürgermeister. Er warb darum, bei Anliegen möglichst frühzeitig Kontakt mit der Stadt aufzunehmen. „Eine Baustelle ist immer mit Einschränkungen verbunden. Aber wir werden versuchen, eine Lösung zu finden.“  

Für Anliegen gibt es immer mittwochs ab 13:30 Uhr eine Sprechstunde im Baucontainer hinter der Heinrich-Bonn-Halle. E-Mails können an den Bürgerservice service(at)riedstadt.de gesendet werden. Ausführliche Informationen gibt es auf der Webseite www.ortsdurchfahrt-leeheim.de