Experimentieren mit Farbe

Im Kunstworkshop des „Oster-Fun“ entstehen Werke für Kinderkunstausstellung

Eine Junge im Malerkittel kippt eine Leinwand voller Farbe, damit die Farbe verläuft. Ein Mann hilft ihm, dass nicht zu viel Farbe von dem Bild tropft.
Justus malt mit der Pouring-Technik, David Kalweit von der Schuki Leeheim unterstützt ihn dabei.

Boden und Tische sind großzügig mit Folien und Papier ausgelegt und das ist auch sehr gut so – denn hier wird an einem Tag der Osterferien intensiv mit Farbe gearbeitet. Wie bereits in den Weihnachtsferien, haben sich das Jugendbüro der Büchnerstadt Riedstadt, der Hort Erfelden und die Schulkindbetreuung (Schuki) Leeheim zusammengetan und bieten einen eintägigen Kunstworkshop an. Ein Angebot, das so gut nachgefragt war, dass etliche Kinder nicht berücksichtig werden konnten, bedauert Jugendpfleger Heiko Wambold.  

Beim „Winter-Fun“ wurde beim Workshop „Licht und Schatten“ mit verschiedenen Fototechniken experimentiert und mit Licht und Belichtungszeiten „gemalt“ sowie mit dem Fotoapparat auf Farbensuche gegangen. Nun geht es bei „Geschichten aus Licht und Farben“ im „Oster-Fun“ um die Fortsetzung. Auch wenn die beiden Kunstworkshops aufeinander aufbauen, war die Teilnahme an dem ersten Workshop keine Voraussetzung für den Besuch des zweiten. Waren die Künstlerkinder im Winter zu Besuch beim Hort Erfelden, werden sie nun bei der Schuki Leeheim kreativ.  

In drei Räumen wird zu unterschiedlichen Aspekten mit Farbe experimentiert, alle drei Gruppen durchlaufen dabei im Laufe des Tages alle drei Stationen. Bei Dagmar Lohr-Reinhardt, Monika Dziembala-Makuch und David Kalweit von der Schuki entstehen gerade Pouring-Bilder. Der englische Begriff „pouring“ bedeutet übersetzt schütten oder gießen und beschreibt schon gut, worum es hier geht: „Wir haben in der Vorbereitung Acrylfarbe mit ein wenig Wasser gemischt und für die Blasenbildung noch Silikonspray eingerührt. Die Kinder gießen dann die Farben, die sie möchten, in einen Becher und schütten sie dann auf eine Leinwand“, erklärt die Leiterin der Schuki, Lohr-Reinhardt.

Wie das genau funktioniert, zeigt gerade Justus: Er legt die Leinwand als Deckel auf den Becher, dreht dann beides um und hebt den Becher hoch. Dann bewegt er den bespannten Keilrahmen vorsichtig hin und her, damit sich die Farben schön verteilen und vermischen und der gewünschte Mamoriereffekt entsteht. Kalweit unterstützt ihn dabei, damit möglichst wenig Farbe daneben geht. Anschließend wird das Werk noch geföhnt, sodass weitere Farbverläufe entstehen.  

An einem anderen Gruppentisch entstehen bei Leiterin Anja Fehr und ihrem Stellvertreter Christian Schmitt vom Hort Erfelden Bilder aus Bildern: Die jungen Künstler suchen sich ein Foto mit Eindrücken aus der Natur aus, kleben es in die Mitte ihrer Leinwand und führen malend das Motiv weiter. Bei manchen Werken ist erst beim dritten Hinschauen zu sehen, wo das Ursprungsbild aufhört und die freie Gestaltung weitergeht – so treffend haben die Kinder den Farbton getroffen und die Muster weitergeführt.  

In einem weiteren Raum zeigt Jugendpfleger Wambold die großformatigen Werke, die hier schon entstanden sind. Hier stand das Experimentieren mit Farben und in der Gemeinschaft im Vordergrund. Gruppen von drei bis vier Kindern suchten sich Farben aus – gerne inspiriert von der fotografischen Farbensuche im Winter-Workshop - und gestalteten gemeinsam ein Bild. Dafür konnten sie Murmeln durch die Farbe auf dem Bild rollen lassen, durch Neigung des Gemäldes unterschiedliche Farbverläufe erzielen und auch andere Maltechniken ausprobieren. „Das Spannende war, dass sie sich während des Entstehungsprozesses auf eine Vorgehensweise einigen mussten“, erläutert Wambold.  

Eine Auswahl der hier entstandenen Werke wird, wie auch schon die Ergebnisse aus dem Winter-Workshop, in der großen Kinderkunstausstellung „Geschichten aus Licht & Farben – Ich sehe was, was du nicht siehst“ in der Kunstgalerie am Büchnerhaus gezeigt werden. Die Vernissage ist am Donnerstag, 30. April um 18 Uhr.