Einweihung „Aus Grau wird Grün“

Parlamentarischer Staatssekretär Sören Bartol schaute sich Umsetzung in Wolfskehlen an

Vor einer Grünfläche mit blühenden Pflanzen stehen unter anderem Projektleiter Matthias Harnisch (mit Strohhut), der Parlamentarische Staatssekretär Sören Bartol, Bürgermeister Marcus Kretschmann und MdL Kerstin Geis (neben Harnisch v.li.)
In der Heinrich-Heine-Straße schauen sich unter anderem Projektleiter Matthias Harnisch (mit Strohhut), der Parlamentarische Staatssekretär Sören Bartol, Bürgermeister Marcus Kretschmann und MdL Kerstin Geis (neben Harnisch v.li.) die neu gestalteten Grünflächen an.
Pflanzen mit gelben und lila Blüten sind in Großaufnahme zu sehen.
Blütenpracht auch in der Oppenheimer Straße.

Das Wetter hätte kaum passender sein können: Bei schweißtreibenden Temperaturen weit über 30 Grad wurde am Donnerstag, 18. Juni das Projekt „Aus Grau wird Grün“ in Riedstadt-Wolfskehlen feierlich eingeweiht. Denn die Umwandlung versiegelter, grauer Flächen in Grünflächen dient nicht nur der Förderung der biologischen Vielfalt, die Grünflächen sollen auch für eine geringere Wärmerückstrahlung an heißen Tagen sorgen und fungieren als Wasserspeicher.  

Mit solchen Maßnahmen begegnet die Büchnerstadt Riedstadt den Herausforderungen durch den Klimawandel. Darauf wiesen bei der Einweihung Bürgermeister Marcus Kretschmann und der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Sören Bartol, hin. „Toller Titel“, befand der Parlamentarische Staatssekretär zur Projektbezeichnung „Aus Grau wird Grün“ und erklärte: „Dieses Projekt zeigt sehr anschaulich, worauf es bei moderner Stadtentwicklung und Klimaanpassung ankommt: Städte und Gemeinden müssen sich auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten – und gleichzeitig lebenswerte Räume für die Menschen schaffen.“  

Das Projekt wird zu 90 Prozent aus dem Bundesprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ gefördert. Bartol wies darauf hin, dass das Riedstädter Projekt in der zweiten Förderrunde als eines von 148 Projekten durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages ausgewählt wurde. „Das sich Ihr Projekt gegenüber anderen Kommunen durchgesetzt hat, unterstreicht seine Qualität“, betonte er. Das Projekt wird vom Bund mit insgesamt rund 1,25 Millionen Euro gefördert.  

Bürgermeister Kretschmann dankte für die Unterstützung, wäre doch die Umsetzung dieses wichtigen Projekts angesichts der klammen Finanzlage der Stadt nicht möglich gewesen. Ein Dank ging auch an alle Projektbeteiligten und hier auch an die Uni Gießen, die das Projekt wissenschaftlich begleitet und untersucht, wie sich die Umgestaltung auf die Artenvielfalt und die Wärmerückstrahlung in diesem Bereich auswirkt.  

Die Festgesellschaft, zu der auch die Hessische Landtagsabgeordnete Kerstin Geis (SPD) gehörte, schaute sich im Anschluss die umgestalteten Flächen in der Heinrich-Heine-Straße und der Oppenheimer Straße an. Projektleiter Matthias Harnisch erläuterte anhand von Schaubildern die einzelnen Maßnahmen. Wo vorher Grau dominierte, grünt und blüht es jetzt und laden vier neue Bänke auf der Heinrich-Heine-Straße zum Verweilen ein. Bürgermeister Kretschmann wies darauf hin, dass in einer frühen Bürgerbeteiligung auch Ideen der Anwohnerinnen und Anwohner in die Umgestaltung mit eingeflossen seien.  

Insgesamt wurden 1.400 qm Grünflächen neu angelegt, 22 Bäume, 10.441 Blühstauden und Gräser sowie 27.283 Blumenzwiebeln gepflanzt. Dazu wurden insgesamt 1.750 qm Gehwege und Grundstückszufahrten neu hergestellt. Die neuen Grünflächen dienen gleichzeitig als Wasserspeicher, das anfallende Niederschlagswasser wird zur Bewässerung der Pflanzungen genutzt. Überschüssiges Niederschlagswasser wird zwischengespeichert und zeitverzögert versickert. In der Oppenheimer Straße wurden zudem die neuen Grünflächen zwischen Gehweg und Straße angelegt, sodass nun, anders als im Vorzustand, Fußgängerinnen und Fußgänger nicht mehr direkt an der Straße laufen, sondern entlang des Grünstreifens.