Der Themenschwerpunkt am Geburtshaus Georg Büchners ist im derzeitigen Vierteljahr „Büchner und die Politik“. Bei einer Themenführung am Sonntag, 13. September, ab 15 Uhr in der Kunstgalerie am Büchnerhaus (Weidstraße 9, Goddelau) geht es um die Bedeutung Büchners als Revolutionär am Beispiel seines Dramas „Dantons Tod“. Natürlich wird dabei auch die Geschichte der Flugschrift „Der Hessische Landbote“ (Zitat: „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“) zur Sprache kommen. Mit den Themenführungen am Büchnerhaus sollen besondere Aspekte aus Büchners Leben und Werk vertiefend vorgestellt werden.
Ergänzend hierzu sind am Freitag, 25. September und Samstag, 26. September (jeweils ab 19:30 Uhr) Szenische Lesungen aus Dantons Tod in der BüchnerBühne (Kirchstraße 16, Leeheim) zu erleben. Die Veranstaltung steht unter dem Titel „Wagt! - Büchners Danton und die Idee von Europa“.
„Wagt!“ - das Wort steht im Wohlfahrtsausschuss, in St. Justs Mund, als Zitat Dantons gegen Danton selbst: „Wagt! Danton soll uns das Wort nicht umsonst gelehrt haben.“ Es ist der bitterste Satz des Stücks. Die Kühnheit, die die Revolution entfachte, wird zum Werkzeug ihrer Mörder.
Büchner schrieb Dantons Tod 1835, 22 Jahre alt, auf der Flucht vor dem hessischen Staatsgefängnis. Das Drama ist kein Historienstück – es ist eine Philosophie der Geschichte, ein Schrei gegen Ideologien, die Menschen in Systeme verwandeln. Die Französische Revolution war Europas erster großer Versuch, Freiheit, Gleichheit und Menschenwürde politisch zu verwirklichen. Büchner zeigt, wie dieser Versuch seine Kinder fraß.
Die szenische Lesung der BüchnerBühne stellt St. Justs Revolutionsrede zur Legitimation der Hinrichtung Dantons ins Zentrum und macht damit explizit, was Büchner ahnte: dass die Logik dieser Rede sich wiederholen wird. In Europa. Wieder und wieder. »Der Weltgeist benutzt unsere Arme wie Vulkane und Wasserfluten. Was ist der Unterschied, ob unsere Feinde an einer Seuche oder an der Revolution sterben?.« Man muss nur nachhören, wer das später auch gesagt hat. Wieder und immer wieder ...
Die szenische Lesung verzichtet auf Kostüme und Requisiten. Sechs Stimmen machen Büchners Text lebendig – und stellen damit eine zentrale Frage in den Raum: Was wagen wir zu glauben? Was wagen wir zu opfern? Und vor allem: Für wen?
Die Teilnahme an der Themenführung am 13. September kostet 10 Euro im Vorverkauf bzw. 13 Euro an der Tageskasse. Tickets für die Lesungen am 25./26. September sind zum Preis von je 20 Euro (für Vereinsmitglieder ermäßigt 17 Euro) im Vorverkauf oder 23 Euro an der Abendkasse erhältlich. Für Schüler, Studenten, Schwerbehinderte oder Bezieher der staatlichen Grundsicherung gilt ein Sozialtarif von 10 Euro.
Außerdem sind Kombi-Tickets für die Themenführung und eine der beiden Lesungen zum Preis von 25 Euro im Vorverkauf zu bekommen. Über den Ticketshop unter www.buechnerfindetstatt.de können alle Ticketversionen über den PC gezahlt und zuhause ausgedruckt werden.
Über den politischen Büchner und sein Drama „Dantons Tod“ informiert außerdem eine neue Bannerausstellung auf dem Gelände des Büchnerhauses. Diese dreiteilige Ausstellung ist auch außerhalb der Öffnungszeiten des Museums für Interessierte zugänglich.


