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Bilder mittels Drohnenflügen

Vegetationsentwicklung der Stromtalwiesen soll wissenschaftlich untersucht werden

Menschen auf einer Stromtalwiese mit einer Drohne am Boden
Wissenschaftler des Instituts für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement der Justus-Liebig-Universität bei einer Drohnenbefliegung.
Eine Wiesen-Schwertlilie auf einer Stromtalwiese
Wiesen-Schwertlilie auf einer Renarurierungsfläche in Riedstadt, eine der Zielarten im Projekt „Fernerkundung“

Auf den seit dem Jahr 2000 neu angelegten Stromtalwiesenflächen in der Büchnerstadt Riedstadt soll für einen Zeitraum von drei Jahren ein Vegetationsmonitoring mittels Drohnen  (UAS - Unmanned Aerial System) durchgeführt werden. Ziel der Befliegungen ist es, den Vegetationsbestand und seine Entwicklung im Jahresverlauf zu erfassen.  

Das Augenmerk wird dabei insbesondere auf das Vorkommen einzelner wichtiger Zielarten wie beispielsweise der Wiesen-Schwertlilie (Iris spuria) gelegt. Dazu sollen mehrere Befliegungen pro Jahr erfolgen. Zur Befliegung werden professionelle Drohnen eingesetzt, die mit hochauflösenden Multispektral- und Echtfarbenkameras ausgestattet sind und neben „normalen“ Luftbildaufnahmen auch Infrarotaufnahmen oder die Modellierung von 3-D-Punktwolken ermöglichen. Letzteres erlaubt die Erkennung von Struktur- und Höhenunterschieden, sodass alle Renaturierungsflächen hinsichtlich der Vegetationsstruktur und -zusammensetzung charakterisiert werden können.  

Insbesondere sollen Ausbreitungs- bzw. Rückgangstendenzen und Fluktuationen innerhalb des Artenspektrums untersucht werden, um so eine Aussage über den Erfolg oder Misserfolg von Renaturierungsmaßnahmen ableiten zu können. Die Untersuchungen aus der Luft werden durch Vegetationserfassungen am Boden ergänzt, um ein genaueres Bild der Vegetationsentwicklung aus beiden Datenquellen zu erhalten und um die aus der Luft gewonnenen Daten am Boden zu überprüfen. Dabei soll auch erforscht werden, ob es mittels künstlicher Intelligenz möglich sein kann, Renaturierungserfolge (Ausbreitung von Zielarten in der Fläche) direkt per Fernerkundung nachzuweisen.  

Die Untersuchungen werden unter der Leitung von Prof. Till Kleinbecker, Dr. André Große-Stoltenberg, und Dr. Sarah Harvolk-Schöning vom Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen in Abstimmung mit der Büchnerstadt Riedstadt durchgeführt. Gefördert wird das Projekt „Monitoring von naturschutzrelevanten Arten und Renaturierungsmaßnahmen per Fernerkundung (MonA)“ durch den Hessischen Biodiversitätsforschungsfonds vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) mit bis zu 111.350 Euro für den Zeitraum 01. August 2021 bis 31. Juli 2024.

Unterstützend dazu hatte die Stadt Riedstadt in Kooperation mit dem Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement der JLU bereits im Januar 2020 eine Spende der Fraport AG für eine Fernerkundung der Stromtalwiesen in Höhe von 27.000 EUR erhalten (siehe: https://www.riedstadt.de/rathaus/details/daten-von-drohne.html).  

Da alle Riedstädter Stromtalwiesenflächen in Natura-2000-Schutzgebieten liegen, ist für die Befliegung der Flächen und die Durchführung der Untersuchungen eine Ausnahmegenehmigung der Oberen Naturschutzbehörde erforderlich. Diese Ausnahmegenehmigung wird derzeit beantragt. Wenn alles gut läuft, könnten noch vor dem ersten Schnitt der Stromtalwiesen, der in der Regel ab Anfang Juni eines Jahres durchgeführt wird, erste Befliegungen erfolgen.

Das Foto  einer Drohnenbefliegung wurde von Niklas Schnepel, Uni Gießen, zur Verfügung gestellt.