Im Crumstädter Wald kommt es seit einigen Wochen immer wieder zu illegalen Motocross-Fahrten. Unbekannte Fahrer nutzen die schmalen Forstwege und naturbelassenen Pfade außerhalb offizieller Wege als inoffizielle Rennstrecke – mit gravierenden Folgen für Natur, Tierwelt und die öffentliche Sicherheit.
Inzwischen sind zahlreiche Wege stark beschädigt. Tiefe Reifenspuren durchziehen den Waldboden, sensible Vegetationsflächen wurden zerstört, und an einigen Stellen ist die obere Bodenschicht vollständig abgetragen. „Die Wege sind für Spaziergänger kaum noch passierbar. Bei Regen verwandeln sie sich in schlammige Rinnen“, erklärt Gerry Assmann, Außendienstmitarbeiter der Fachgruppe Umwelt.
Besonders kritisch ist die Situation, weil die Vorfälle ausgerechnet während der jetzt begonnenen Brut- und Setzzeit stattfinden. In dieser sensiblen Phase – in der die Vögel brüten und Wildtiere wie Rehe ihren Nachwuchs setzen – reagieren Tiere besonders empfindlich auf Störungen. Das laute Aufheulen der Motoren und die rasanten Fahrten abseits der Wege führen dazu, dass Tiere aufgeschreckt werden und im schlimmsten Fall ihre Nester oder Jungtiere verlassen.
Eine örtliche Jägerin berichtet von mehrfach aufgescheuchtem Rehwild und verlassenen Brutplätzen. „Gerade jetzt brauchen die Tiere Ruhe. Wenn sie in Panik fliehen, kann das für die Jungtiere tödlich enden“, so ihre Einschätzung. Auch Bodenbrüter, deren Nester oft gut getarnt am Waldboden liegen, seien durch die schweren Maschinen besonders gefährdet.
Die Büchnerstadt Riedstadt weist darauf hin, dass das Befahren von Waldflächen außerhalb zugelassener Straßen grundsätzlich verboten ist. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit oder sogar als Straftat geahndet werden – insbesondere dann, wenn Naturschutzbestimmungen missachtet werden. Zudem besteht für die Fahrer ein erhebliches Haftungsrisiko bei Unfällen oder Flurschäden.


