Neben den literarischen Werken hat der in Goddelau geborene Georg Büchner einige Briefe an seine Familie hinterlassen, die ebenso seinen klaren Verstand und sein Sprachgenie verdeutlichen, wie sein übriges Werk. Interessierte können diese Briefe bei einer Lesung an seinem 213. Geburtstag, am Samstag, 17. Oktober um 15 Uhr in der Kunstgalerie am Büchnerhaus (Weidstraße 9, Riedstadt-Goddelau) kennenlernen.
Das Briefwerk ist leider nur bruchstückhaft überliefert, viele Briefe liegen nicht mehr im Original vor. So hat zum Beispiel seine Braut Wilhelmine Jaeglé die meisten an sie gerichteten Briefe nach dem Tod Büchners vernichtet. Ein weiterer großer Teil ging bei einem Archivbrand in den 1850er Jahren verloren.
Die heutigen Ausgaben stützen sich deshalb vor allem auf den ersten Herausgeber des Briefwerks, Georgs Bruder Ludwig (1850). Dessen Bestreben war jedoch nicht eine lückenlose Sammlung, sondern eine interpretierende Auswahl mit einem besonderen Augenmerk auf Büchners politische Aktivitäten.
Das Briefwerk gibt einen tiefen Einblick in Büchners Leben, und die Einflüsse auf sein Werk werden sichtbar. Wie bei kaum einem anderen Schriftsteller sind politisches Engagement und literarisches Schaffen miteinander verwoben. Dies zeigt sich sowohl im Inhaltlichen als auch im Formalen - so finden sich Formulierungen darin, die auch Eingang in die Stücke gefunden haben. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Themenschwerpunktes des vierten Quartals „Büchner und die Familie“ statt.
Die Teilnahme an der Lesung kostet einheitlich 10 Euro im Vorverkauf und 13 Euro an der Tageskasse. Karten sind vorab bei verschiedenen Stellen in der näheren Umgebung (Buchhandlungen Faktotum, Riedstadt und Bornhofen, Gernsheim, Infothek im Landratsamt, Blumengeschäft Florales, Weidstraße 5 F, Empfang des Riedstädter Rathauses) erhältlich. Über den Ticketshop unter www.buechnerfindetstatt.de können Interessierte die Eintrittskarten auch online kaufen, direkt am PC bezahlen und zu Hause ausdrucken.


