UN-Konferenzen für Umwelt und nachhaltige Entwicklung

Hier sind die wesentlichen internationalen Gipfel der UN kurz zusammengefasst. Leider stehen viele Informationen nicht in deutscher Sprache zur Verfügung und die Links ändern sich häufiger, so dass eine eigene Recherche sinnvoll ist. Eine aktuelle Übersicht findet man unter der Seite "milestones" der UN.

1992 UN Konferenz für Umwelt und Entwicklung, Rio de Janeiro
2002 UN Folgekonferrenz Rio + 10, Johannesburg
2012 UN Folgekonferrenz Rio + 20, Rio de Janeiro
2015 UN Gipfelkonferenz für nachhaltige Entwicklung, New York

 

 

2015 Nachhaltige Entwicklung - Agenda 2030

Vom 25. bis zum  27. September 2015 fand in  New York die UN-Gipfelkonferenz (United Nations Sustainable Development Summit 2015) statt. An dieser Konferenz nahmen so viele international führende Politiker wie noch nie teil. Insgesamt 193 Staatschefs haben sich zu 17 Zielen für eine bessere Welt entschlossen, die ihm Rahmen der Agenda 2030 weltweit umgesetzt werden sollen. Die Nachhaltigkeitsziele sollen  jedem Menschen in jedem Land der Welt die Möglichkeit eines glücklichen und gesunden Lebens ermöglichen. Das Motto lautet

„Wir verpflichten uns, niemanden zurücklassen.“ (Abschlussdokument PDF, 246 KB, englisch)

 Die siebzehn Ziele sind

  1. Keine Armut
  2. Keine Hungersnot
  3. Gute Gesundheitsversorgung
  4. Hochwertige Bildung
  5. Gleichberechtigung der Geschlechter
  6. Sauberes Wasser & sanitäre Einrichtungen
  7. Erneuerbare Energie
  8. Gute Arbeitsplätze & wirtschaftliches Wachstum
  9. Innovation & Infrastruktur
  10. Reduzierte Ungleichheiten
  11. Nachhaltige Städte & Gemeinden
  12. Verantwortungsvoller Konsum
  13. Maßnahmen zum Klimaschutz
  14. Leben unter Wasser schützen
  15. Leben an Land schützen
  16. Frieden & Gerechtigkeit
  17. Partnerschaften, um die Ziele zu erreichen

2012 Rio + 20

2012 fand eine Folgekonferrenz der UN in Rio de Janeiro statt. Zentrale Themen waren „Grüne Ökonomie“ und die Vernetzung von Organisationen zur Zusammenarbeit in der nachhaltigen Entwicklung . Im Vorfeld gab es zahlreiche Debatten und Vorbereitungstreffen, um sich über die Zielsetzungen und Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Zusammenarbeiten der Nationen zu einigen.

Viele Kommentatoren zeigen sich von den Ergebnissen der Konferrenz jedoch enttäuscht. Wer das Abschlussdokument "The future we want" selbst lesen möchte, findet es hier (PDF, 210 KB, in englischer Sprache).

2002 Rio + 10

Der UN-Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung (World Summit on Sustainable Development, WSSD) in Johannesburg, Südafrika bot Raum für eine Bestandsaufnahme, was seit 1992 mit Blick auf die nachhaltige Entwicklung unserer Erde erreicht wurde. Der globalen Umweltpolitik und dem gesamten Politikfeld "Nachhaltige Entwicklung" sollten in Johannesburg neue Impulse gegeben werden.

Trotz beachtlicher Fortschritte sind besorgniserregende Trends, die Auslöser der Rio-Konferenz 1992 waren, nach wie vor aktuell: Armut ist in vielen Entwicklungsländern immer noch weit verbreitet. Das Weltklima verändert sich durch den anhaltenden Ausstoß von Treibhausgasemissionen. Die biologische Vielfalt nimmt weltweit rapide ab, Boden degradiert und wird unfruchtbar, Tropenwälder werden abgeholzt. Die Zahl bewaffneter regionaler und internationaler Konflikte nimmt zu.

Die Themen des Gipfels wurden unter Berücksichtigung der Resultate nationaler, regionaler und internationaler Vorbereitungskonferenzen festgelegt werden.

  • Ressourcenschutz und Ressourceneffizienz, insbesondere nachhaltige Energiepolitik und Wasserwirtschaft
  • Armutsbekämpfung und Umweltschutz
  • Globalisierung und nachhaltige Entwicklung
  • Stärkung der UN-Strukturen in den Bereichen Umwelt und nachhaltige Entwicklung
  • Finanzierung

Die hohen Erwartungen der Umweltorganisationen an diesen Gipfel haben sich nicht erfüllt, viele weitere Anstrengungen sind nötig, um die in Rio 1992 vereinbarten Ziele zu erreichen.
Die Deklaration des Gipfels kann nachgelesen werden (PDF 1.009 KB, englisch)

1992 UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung

(United Nations Conference on Environment and Development, UNCED) 1992 in Rio de Janeiro

Dieses Zusammentreffen markiert eine der bedeutendsten umwelt- und entwicklungspolitischen Weichenstellungen der vergangenen Jahrzehnte. Der "Erdgipfel" in Brasilien brachte Repräsentanten aus mehr als 179 Ländern zusammen, um die Belange menschlicher Entwicklung und der Umwelt in Einklang zu bringen. Die Konferenz, auf der "nachhaltige Entwicklung" zum internationalen Leitbild erklärt wurde, resultierte in einer Reihe wichtiger Vereinbarungen: der Rio-Erklärung mit den Rio-Prinzipien, dem globalen Aktionsprogramm "Agenda 21"(3,3 MB), den Konventionen zum Klimaschutz, zum Erhalt der Biodiversität und zur Desertifikationsbekämpfung sowie den Waldprinzipien. Damit hat die Rio-Konferenz erheblich dazu beigetragen, dass Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung in vielen Ländern der Welt stärker in die Gestaltung und Umsetzung von Politik Eingang gefunden haben.

In der Folge von Rio wurden weitere Abkommen zur Konkretisierung der Rio-Vereinbarungen zum Schutze des Klimas (Kyoto-Protokoll) und im Rahmen der Biodiversitätskonvention (Cartagena-Protokoll) getroffen. Zur Fortsetzung der in Rio angestoßenen internationalen Bemühungen im Bereich des Waldschutzes wurde ein internationaler Dialogprozess eingerichtet, der u.a. zur Entwicklung des Konzepts Nationaler Waldprogramme als umfassendem Politikrahmen für nachhaltige Waldentwicklung geführt hat. Im Vergleich zu den Erwartungen der UNCED, wirkte das bei der 1997er Sondergeneralversammlung der Vereinten Nationen (United Nations General Assembly Special Session, UNGASS) - auch bekannt unter dem Namen Rio+5 - gezogene Resümee des bereits Erreichten eher ernüchternd. Allerdings haben zahlreiche Initiativen auf lokaler und regionaler Ebene begonnen, die Ideen der Agenda 21 in konkrete Projekte umzusetzen. Eine wachsende Zahl von Verbrauchern und Unternehmen tragen dazu bei, nachhaltige Entwicklung auch zu einem Marktfaktor zu machen.