Unesco-Geopark Bergstraße-Odenwald

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Die Stadt Riedstadt ist Mitglied im Unesco-Geopark Bergstraße-Odenwald. Diese einzigartige Region mit ihrer geologischen und naturräumlichen Vielfalt hält viele Entdeckungen bereit.

Das Hessische Ried erscheint auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz so spannend wie der sagenumwobene Odenwald. Aber wer sich Zeit nimmt, öfter einmal kommt und sich auf das Ried einstimmt, kann viel erleben. Zu Fuß, mit dem Rad, mit dem Boot...

Hier zwei Beispiele, in denen das Wasser als prägende Kraft in der Riedstädter Landschaft sichtbar wird:

Stromtalwiesen

In den alten Flussschlingen haben sich Auenwälder und Erlenbruchwälder erhalten und bilden zusammen mit Wiesen, Röhricht und Grabenvegetation ein Mosaik verschiedener Biotope. Besonders bemerkenswert sind die Reste der europaweit bedrohten Stromtal-Wiesen. Diese Pflanzengesellschaften sind typisch für Standorte, die einen Teil des Jahres vom Hochwasser überstaut werden und im Sommer große Trockenheit aushalten müssen.

In Riedstadt finden sich entlang des Rheinwinterdeichs noch bedeutsame Vorkommen, zum Beispiel mit der Bastard-Schwertlilie, dem Lungen-Enzian  oder dem Niedrigen Veilchen. Die Gemeinde arbeitet eng mit der Universität Gießen zusammen, um diese Bestände zu erhalten und auszuweiten. Innerhalb des Forschungsprojekts „Renaturierung von Stromtalwiesen am Hessischen Oberrhein“ konnten 46 Hektar neue Flächen zur Verfügung gestellt und durch ein spezielles Verfahren mit den seltenen Arten besiedelt werden. In den nächsten Jahren soll sich dieses Verfahren im Naturschutz etablieren. Besucher vor Ort auf einem beschilderten Wanderweg Hinweise zur Besonderheit der Stromtalwiesen, zu den  jahreszeitlichen Blüh-Aspekten, der  Bedrohung dieser Pflanzengesellschaft und dem Wasserhaushalt erhalten.
» Link zum Geopark Pfad

» Weitere Informationen zu den Stromtalwiesen

Boden-"Schätze"

Ebenfalls vom Wasser geschaffen wurden die Lagerstätten von Kies und Sand, die in heutiger Zeit genutzt werden und wichtige Rohstoffe für die Bauindustrie der Region liefern. Zeugnisse der früheren Erdgeschichte traten dabei zu Tage, so kann zum Beispiel der "Crumstädter Waldelefant" im Darmstädter Landesmuseum besichtigt werden. Das Skelett dieses Jungtiers aus einer Zwischeneiszeit wurde 1984 in einer Crumstädter Kiesgrube geborgen.

In den abgebauten Flächen entstanden grundwassergespeiste Seen, die heute teilweise eine bemerkenswerte Fauna und Flora (zum Beispiel Armleuchteralgen) beherbergen. Im Riedsee bei Leeheim kann man sich zudem im Sommer angenehm erfrischen, denn dieser See ist als Badesee weit über die Grenzen Riedstadts hinaus bekannt und beliebt.

Bei Gruben mit niedrigem Wasserstand oder in frischen Baugruben lässt sich eine Besonderheit vieler Böden im Ried beobachten. Als zum Teil mächtige Schicht in 2 bis 4 m Tiefe ist ein weiß-grauer Bodenhorizont erkennbar, das sogenannte "Rheinweiß". An diesen durch die Schwankungen des Grundwassers entstandenen Kalkausfällungen hat sich schon mancher Bauherr die Zähne ausgebissen und die Landwirte wissen ein Lied von der erschwerten Wasserdurchlässigkeit zu singen.

Zu entdecken gibt es zudem  die alten Flussschlingen des Neckars mit ihren Niedermoorböden und einzelne Dünen aus Flugsand.

Auf zwei Geopark-Radrouten kann man ab Juli 2010 interessante Geopunkte in Riedstadt, Stockstadt, Biebesheim und Gernsheim entdecken.

Geopark-Vor-Ort-Begleiter

 Ortskundige Experten aus dem Ried bieten Aktivitäten oder Begleitung an.

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