„Büchnerland-Edition“ mit Edschmid-Roman

Christian Suhr ist Mit-Herausgeber der Neuauflage von „Wenn es Rosen sind, werden sie blühen“ – ab sofort im Buchhandel, im Büchnerhaus und bei der Büchnerbühne

Buchcover: Kasimir Edschmid: Wenn es Rosen sind, werden sie blühen (Edition Büchnerland)
Buchcover

Erstmals ist die Büchnerbühne Riedstadt Mit-Herausgeberin eines Buches. In der neu gegründeten „Edition Büchnerland“ wollen Peter Brunner, Heiner Dieckmann und Christian Suhr neue oder vergriffene Texte rund um Georg Büchner verfügbar machen. Brunner und Dieckmann sind Vorstandsmitglieder der Luise-Büchner-Gesellschaft Darmstadt. Brunner ist außerdem seit 15. Februar der neue Leiter des Goddelauer Büchnerhauses. In diesen Tagen erscheint der lange Zeit vergriffene Roman von Kasimir Edschmid „Wenn es Rosen sind, werden sie blühen“ in einer wertvollen Neuauflage. Das 448-seitige Buch – 1950 erstmals erschienen - ist als „Book-on-Demand“ im örtlichen Buchhandel zum Preis von 29,90 € erhältlich. Es ist auch im Büchnerhaus Goddelau oder bei der Büchnerbühne in Leeheim zu bekommen.  

Kasimir Edschmid (1890-1966) gilt als einer der Wegbereiter des Expressionismus in Deutschland. Sein früher literarischer Ruhm gründete auf drei Novellenbänden, die in rascher Folge im renommierten Kurt Wolff-Verlag erschienen sind: „Die sechs Mündungen“ und „Das rasende Leben“ 1915, „Die Fürstin“ 1916. Der zweite Band dieser Reihe, die vielen damaligen Lesern unerhört modern erschienen ist, trägt eine Widmung an Georg Büchner, den Edschmid - wie viele Künstler seiner Generation - als Geistesverwandten empfand.  

1927 erhielt Edschmid, der nach seinem fulminanten Beginn ein vielgelesener Romancier und Reiseschriftsteller blieb, den „Büchner-Preis“, der vom sozialdemokratischen "Volksstaat Hessen" an demokratische engagierte Künstler verliehen wurde.  

Edschmids Nähe zu Büchner entstand also nicht erst 1950, als sein Roman „Wenn es Rosen sind werden sie blühen“ erstmals erschien, sondern war eine lebenslang vorhandene Wahlverwandtschaft. Noch 2009 hat der Büchner-Beobachter Dietmar Goltschnigg im „Büchner Handbuch“ Edschmids Roman als „bedeutendstes belletristisches Werk der Nachkriegsjahre“ zum Thema Büchner bezeichnet. Die gleichnamige Inszenierung der Büchnerbühne bringt den Text auf die Bühne, Helmut Herbst hat ihn unter dem Titel „Eine deutsche Revolution“ 1982 verfilmt.  

Edschmid ist es gelungen, einen biographischen Roman über zwei Revolutionäre des 19. Jahrhunderts, Georg Büchner und Friedrich Weidig, als Lehrstück von Widerstand und Verfolgung, Flucht und politischem Terror zu schreiben, der bis heute lesenswert geblieben ist. Hermann Schlösser, Edschmids Biograf, schreibt: „Wer diesen kunstvoll gestalteten, politisch verantwortungsvollen Roman heute liest, begibt sich also auf eine doppelte Zeitreise: Die erste führt in die dreißiger Jahre des 19., die zweite in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Denkt man diese beiden Zeitschichten ineinander, gewinnt man eine Vorstellung von der besonderen Qualität des Romans.