Projekt Stromtalwiesen
Erprobung
und Entwicklung von Verfahren zur Renaturierung und integrierten landwirtschaftlichen
Nutzung von Stromtalwiesen am hessischen Oberrhein
Projektbericht als Buch
Renaturierung von Stromtalwiesen am Hessischen Oberrhein - großer Projektbericht; erschienen im Januar 2007 in der Buchreihe "Naturschutz und Biologische Vielfalt" des Bundesamtes für Naturschutz.
Das Bestellformular können Sie als PDF-Datei (790kB) herunterladen.
Inhalt
- Aktuelles
- Projektvorstellung
- Projektgebiet
- Lebensgemeinschaft Stromtalwiesen
- Lebensgemeinschaft Stromtalwiesen / Tierwelt
- Renaturierungsverfahren
- Naturschutz und Landwirtschaft
- Rechtliche Grundlagen
- Beteiligte / Links
- Literatur
- Kontakt
- Pressemeldungen
- Autorenhinweise
- English summary
Projekt
"Erprobung und Entwicklung von Verfahren zur Renaturierung und integrierten landwirtschaftlichen Nutzung von Stromtalwiesen am hessischen Oberrhein"
Projektträger
Stadt Riedstadt
Wissenschaftliche Begleitung
Justus-von-Liebig-Universität Gießen, Professur für Landschaftsökologie und Landschaftsplanung (Fachbereich 09 Agrarwissenschaften und Umweltsicherung)
Projektförderung durch das Bundesamt für Naturschutz
75 % der Projektkosten im Zeitraum 15.10.2000 bis 28.02.2005
Projektfinanzierung seit dem 01.03.05: Fraport AG
Projektvorstellung
Die Stadt Riedstadt entwickelte seit 1999 in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz, Bonn, der Professur für Landschaftsökologie und Landschaftsplanung (JLU-Gießen), der Oberen Naturschutzbehörde beim RP Darmstadt, dem Hessischen Forstamt Groß-Gerau und dem Amt für Regionalentwicklung, Landschaftspflege und Landwirtschaft Darmstadt ein Vorhaben zur Renaturierung von Stromtalwiesen (siehe Lebensgemeinschaft Stromtalwiesen) im rheinnahen Bereich der Gemarkungen Erfelden und Leeheim.
Als Stromtalwiesen (siehe Lebensgemeinschaft Stromtalwiesen) werden Grünland-Pflanzengesellschaften bezeichnet, die sich in Mitteleuropa auf wechselfeuchten, durch regelmäßige Überflutungen geprägten Standorten in den Auen der großen Ströme Rhein, Donau oder Elbe entwickelt haben. Durch Umbruch in Ackerflächen, intensivierte Landnutzung sowie Deichbau- und Entwässerungsmaßnahmen ist dieser Wiesentyp europaweit stark zurückgegangen und findet sich heute oft nur noch auf kleinen Restflächen.

Eine Stromtalwiese auf dem Kühopf

Riedlandschaft am Naturschutzgebiet "Riedwiesen von Wächterstadt"

Renaturierungsfläche im Gewann "Bügen" in der Nähe
des Geilsbruderloches
Ziele des Vorhabens
- Ausweitung der in Riedstadt noch vorhandenen Stromtalwiesenbestände und -fragmente und Schaffung eines zusammenhängenden Auengrünlandverbundes,
- Erprobung von Verfahren zur gezielten Ansiedlung von seltenen Pflanzenarten der Stromtalwiesen durch den Auftrag von samenhaltigem Mahdgut aus vorhandenen Wiesenflächen (Heublumensaat),
- Erprobung von Möglichkeiten einer mit Naturschutzzielen verträglichen und gleichzeitig ökonomisch tragfähigen landwirtschaftlichen Nutzung (siehe Naturschutz und Landwirtschaft) von artenreichem Stromtalgrünland unter Einbeziehung der Landwirtschaftsverwaltung und ortsansässiger Landwirte,
- Analyse der Renaturierungs- und Pflegemaßnahmen hinsichtlich ihrer Effizienz für den Arten- und Lebensraumschutz sowie Ausweitung der wissenschaftlichen Kenntnisse über die Biologie und Ökologie der Stromtalwiesen.
Zu diesem Zweck sollen insgesamt 45,37 ha Fläche in den Gemarkungen Erfelden und Leeheim in Stromtalwiesen umgewandelt werden. Das Land Hessen bringt dabei 11,29 ha, die Stadt Riedstadt 13,41 ha Fläche an Projektflächen ein. Weitere 20,67 ha wurden aus Mitteln des Bundesamtes für Naturschutz angekauft.
Zur Umwandlung in Grünland sind vor allem tiefgelegene Ackerflächen vorgesehen, die aufgrund der Hochwassergefährdung für eine Ackernutzung problematisch sind (1999, 2001 u. 2002 lagen diese Flächen wochenlang, teilweise bis in den Juni hinein, unter Wasser).
Angesichts der regelmäßig zu verzeichnenden Ernteausfälle und derzeit wieder steigenden Nachfrage nach Heu im Rhein-Main-Gebiet, insbesondere durch Pferdehalter, soll ermittelt werden, inwieweit die Wiedereinführung einer Grünlandnutzung in diesen Bereichen auch ökonomisch sinnvoll ist.
Im Jahr 2001 noch ein Maisacker, in Zukunft
eine artenreiche Stromtalwiese
Die gleiche Fläche am 21.03.2004 nachdem im Herbst 2003 drei Mahdgutstreifen aufgebracht wurden
Wiederum die gleiche Fläche am
18.08.2004 nach Mahdgutauftrag und ergänzender Graseinsaat zwischen den
drei deutlich sichtbaren Mahdgutstreifen
Mit dem Ziel einer Förderung des Vorhabens als "Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich Naturschutz und Landschaftspflege" (E + E) hatte die Stadt Riedstadt am 29.03.2000 einen Antrag auf Zuwendung aus Bundesmitteln beim zuständigen Bundesamt für Naturschutz in Bonn eingereicht, der am 10.10.2000 bewilligt wurde.
Die Förderung des Bundes beinhaltet neben Mitteln für den Flächenankauf und die Flächenpflege u.a. auch die Einrichtung einer halben Stelle für die Projektkoordination bei der Stadt Riedstadt. Als Projektkoordinator wurde zum 01.01.2001 der Landschaftsarchitekt Herr Dipl.-Ing. Matthias Harnisch eingestellt. (siehe Kontakt)
Weiterhin werden auch die wissenschaftlichen Begleituntersuchungen, für die Frau Prof. Dr. Dr. Annette Otte von der Justus-Liebig-Universität Gießen verantwortlich zeichnet, durch das Bundesamt für Naturschutz gefördert. Koordiniert und fachlich betreut wird die wissenschaftliche Begleitung des Vorhabens durch Herrn Dr. Norbert Hölzel, dem die Doktoranden Dipl. Biol. Stephanie Bissels und Dipl.-Ing. agr. Tobias Donath sowie der Tierökologe Dr. Klaus Handke zur Seite stehen. (siehe Beteiligte / Links)
Das Projekt wird zunächst bis zum 28. Februar 2005 gefördert. Nach Abschluss der Projektförderung soll die Umwandlung der Flächen in Stromtalwiesenbestände soweit vorangeschritten sein, dass die Wiesenflächen dauerhaft durch eine landwirtschaftliche Nutzung erhalten werden können.
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