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Verschwisterungen / Städtepartnerschaften

Brienne-Le-Château

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Vorwort Bürgermeister Gerald Kummer

Als unsere Gemeinde mit den Gemeinden Brienne-Le-Château und Umgebung offiziell eine Partnerschaft begründete, waren die heutigen Fortschritte in der europäischen Entwicklung längst nicht abzusehen. Im Jahre 1979 galt als kühler Visionär, wer an Reisen in Europa ohne Zollschranken und Paßkontrollen dachte oder gar von einer gemeinsamen europäischen Währung träumte.

Ich bin fest davon überzeugt, daß die vielfältigen Partnerschaften zwischen Städten und Gemeinden Europas ein Stück zu diesem Fortschritt beitragen konnten. Die Freundschaft zwischen Brienne und Riedstadt war zu Beginn noch durch die Kriegsgeneration geprägt. Damals ging es - stärker als heute - darum, Hürden zu überwinden, die ein unmenschlicher Krieg zwischen den Nachbarländern aufgebaut hatte. Den Ressentiments zwischen den Völkern konnte nur mit dem Mut zum Kennenlernen und dem lebendigen Austausch der Kulturen begegnet werden. Die Verschwisterung unserer Gemeinden wird heute von einer neuen, jungen Generation getragen. Dabei steht noch immer die Freundschaft zwischen Menschen und die Ne-gier am "Entdecken des anderen" im Vordergrund. Voller Stolz können wir feststellen, daß die Verschwisterung mit unseren Partnergemeinden in der Champagne auch nach 20 Jahren nichts von ihrem Schwung eingebüßt hat und für viele Bürgerinnen und Bürger ein Stück Alltag geworden ist.

Wenn Riedstädter Familien im Laufe der 20jährigen Verschwisterung bereits zum 50. Male ihre Freunde in unseren französischen Partnergemeinden besuchen, so wird daran deutlich, wie breit der Partnerschaftsgedanke in unserer Bevölkerung verankert ist. Auch eine Deutsch-französische Eheschließung zwischen Bürgern beider Gemeinden ist sicher Ausdruck einer ganz besonders liebevollen "Völkerverständigung". Daß Begegnungen auch weiter ausgebaut werden, zeigt die Tatsache, daß in diesem Jahr wieder eine Handballgruppe mit Jugendlichen aus Brienne-Le-Château an den Handballtagen der SC Crumstadt teilnehmen wird. Auch auf künstlerischem Gebiet findet mittlerweile durch unser Kulturbüro ein reger Austausch statt. Allen ehrenamtlich und hauptamtlich Tätigen, allen Bürgerinnen und Bürgern in den Gemeinden, die sich für die Verschwisterung engagieren, danke ich sehr herzlich für ihren Beitrag zum Gelingen unserer Partnerschaft.

Gerald Kummer - Bürgermeister -

Bürgermeister M. Piat über Brienne-le-Château

Als Bezirkshauptstadt mit etwas weniger als 4000 Einwohnern, liegt Brienne in der Ebene, die ihren Namen trägt (la plaine de Brienne). Vor der Stadt erhebt sich ein Hügel, auf dem das Schloß von "Lomenie" errichtet wurde, das heute ein spezialisiertes Standortlazarett beherbergt, und daß das Landschaftsbild der Ebene prägt.

Die Grafen von Brienne haben eine historisch interessante Rolle gespielt, besonders erwähnenswert ist Jean II, der König von Jerusalem und Kaiser von Konstantinopel war. Selbstverständlich muß Napoleon Bonaparte genannt werden, der fünf Jahre an der königlichen Militärschule von Brienne studierte (1779-1784).

Das Bild rechts Zeigt Napoleon während seines Studiums an der Mitlitärakademie in Brienne. Das Aquarell wurde von Job gemalt. Quelle ist das Archiv für Kunst in Berlin.

Napoleon in Brienne

Im Laufe der Geschichte hat Brienne mehrmals während der Konflikte, mit denen sich Frankreich konfrontiert sah, Schaden genommen (1814, 1880, 1940). Die umliegenden Gemeinden können von den Geschäften, den Verwaltungen, den Grundschulen, der Realschule und auch von den Veranstaltungen mit dem berühmten Sauerkrautfest im September profitieren.

In Brienne sind zu dem bereits genannten Standortlazaret die wichtigsten Arbeitgeber die "ETAMAT" (militärische Einrichtung für das Heer), die Landwirtschaftsgenossenschaft und zahlreiche Handwerksunternehmen. Ebenso möchte ich das Familienzentrum (la maison de la famille) erwähnen, das den Einwohnern von Brienne verschiedenste Hilfsangebote medizinischer und sozialer Art und Unterstützung für den Haushalt anbietet.

In Brienne kann der Tourist die Markthalle des 13. Jahrhunderts besichtigen, die Kirche, insbesondere den Chor und ihre Fenster, das Napoleonmuseum und das Museum der Kirchenschätze.

Das ist kurz zusammengefaßt die Visitenkarte unserer kleinen Stadt, die von vielfältigem landwirtschaftlichem Anbau lebt und von prächtigen Wäldern umgeben ist, und wo es sich überhaupt gut leben läßt.

M. Piat - Bürgermeister -

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