Sonderbriefmarke mit Georg Büchner

Nun ist es amtlich: Auf der Internetseite des Bundesfinanzministeriums ist nachzulesen, dass es im nächsten Jahr eine Sonderbriefmarke zu Ehren des 200. Geburtstages von Georg Büchner geben wird. Der Riedstädter Bürgermeister Werner Amend, gleichzeitig Vorsitzender des Fördervereins Büchnerhaus, freut sich, dass es damit gelungen ist, den in Goddelau geborenen Dichter und Revolutionär endlich auch auf einer Briefmarke zu würdigen.
„Ein Misserfolg wird häufig auf wenigen Schultern abgeladen - Erfolge hingegen haben meist mehrere Väter oder Mütter.“, so Amend. Vor fast zwei Jahren hatten sich gleich mehrere Persönlichkeiten aus der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik für eine solche Ehrung Büchners stark gemacht und beim Bundesfinanzministerium eine „Büchner-Briefmarke“ angeregt. Auch der Amtsvorgänger Amends, Gerald Kummer, hob in einem Schreiben an Innenminister Dr. Schäuble die weltliterarische Qualität und Bedeutung Büchners hervor und wies darauf hin, dass Büchners Aufruf für Demokratie und Menschenrechte („Der hessische Landbote“) bis heute nicht kraftvoller formuliert wurde.
Noch 1987 war die Gemeinde Riedstadt mit ihrem Antrag auf eine Sonderbriefmarkte zu Büchners 150. Todestag kläglich gescheitert. Zu jener Zeit erschien Büchner als unbequeme Person der Zeitgeschichte offensichtlich nicht „ehrungswürdig“. Zur Posse geriet der Vorgang damals insbesondere dadurch, dass im gleichen Jahr der bayerische Märchenkönig Ludwig II. mit einer Sondermarke geehrt wurde. Auch eine Eingabe der damaligen Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst - mit dem Hinweis, dass man damit einem Verschwender eine Marke gewidmet, dem Kritiker der Verschwendung die Ehrung jedoch versagt hätte - brachte keine Änderung mehr. Die Ehrung beschränkte sich seinerzeit auf zwei Sonderstempel, die auf Antrag der Gemeinde Riedstadt, 1987 zum 150. Todestag und 1988 zum 175. Geburtstag geprägt und beim Postamt Riedstadt-Goddelau verwendet wurden.
„Umso erfreulicher, dass offenkundig mittlerweile ein Umdenken stattgefunden hat. Die Bedeutung Büchners für die Theaterbühnen ist längst anerkannt und die von ihm aufgeworfenen sozialen und politischen Fragen haben bis zum heutigen Tag nichts an Brisanz verloren.“, erklärt Werner Amend.

