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Proteste gegen Büchereiübergabe

Momentan werden bei der Stadtverwaltung wie auch direkt bei den fünf kommunalen Büchereien verstärkt schriftliche Proteste gegen eine beabsichtige Schließung der Riedstädter Stadtteilbüchereien eingelegt. Bürgermeister Werner Amend sieht sich daher veranlasst, auf die Beschlussfassung des Stadtparlaments hinzuweisen und sein weiteres Vorgehen in dieser Sache zu erläutern. 

Die Stadtverordnetenversammlung hatte auf Antrag der CDU/FDP-Fraktion im Rahmen der Beschlussfassung des Haushaltsplanes für 2012 den Magistrat beauftragt, bis zum 30. Juni ein Übergabekonzept für die Büchereien zu entwickeln und umzusetzen. Argumentiert wurde dabei bei der öffentlichen Diskussion insbesondere damit, dass die kommunalen Büchereien parallel zu anderen örtlichen Bibliotheken betrieben werden, die in schulischer oder kirchlicher Trägerschaft stehen. Der Antrag wurde in der Sitzung am 15. Dezember 2011 einstimmig - bei Enthaltung der WIR-Fraktion - beschlossen. 

Bürgermeister Werner Amend betont in diesem Zusammenhang, dass die Diskussion über eine solche Übergabe noch ganz am Anfang stehe. Er hat hierzu die Absicht, die örtlichen Schulen und die Katholische Kirchengemeinde St. Bonifatius Riedstadt zu einem gemeinsamen Gespräch einzuladen, um über eine mögliche Zusammenarbeit aller Träger, die auch er für sinnvoll hält, zu beraten. Ob es dabei aber gelingt, am Ende der Verhandlungen tatsächlich eine Schließung der städtischen Einrichtungen zu erreichen, weil die Buchbestände und der Ausleihservice von anderen übernommen werden, bleibt abzuwarten. 

In der Diskussion über den Bestand der fünf Büchereien wird häufig mit den im Haushalt aufgeführten jährlichen Gesamtkosten von etwa 90.000 Euro argumentiert. Zur Klarstellung weist die Stadt deshalb darauf hin, dass in diesen Zuschussmitteln auch kalkulatorische Raummieten, Nebenkosten, Reinigung und Abschreibungen für die fünf Räume in den einzelnen Stadtteilen zu Buche schlagen. Das allein macht bereits etwa 30.000 Euro am Zuschussbedarf aus. Die Büchereiräume werden bisher teilweise auch für Beratungen anderer Träger genutzt oder sind allgemein nur in den seltensten Fällen durch eine Vermietung wirtschaftlich zu betreiben.  

Personell wird der Büchereibetrieb momentan durch eine Fachkraft mit 30 Wochenstunden organisiert. Die Mitarbeiterin wäre bei einer Schließung der Büchereien an anderer Stelle weiter zu beschäftigen. Der Ausleihservice zweimal wöchentlich an allen Standorten wird im Übrigen von drei ehrenamtlichen Helferinnen aufrechterhalten. Deren Aufwandsentschädigung ist sehr gering - die Gesamtkosten belaufen sich laut Haushalt 2012 auf 6.000 Euro. Für Neuanschaffungen von Medien steht ein Jahresetat von 7.500 Euro zur Verfügung.