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UN-Konferenzen für Umwelt und nachhaltige Entwicklung

1992 UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung

(United Nations Conference on Environment and Development, UNCED) 1992 in Rio de Janeiro

Dieses Zusammentreffen markiert eine der bedeutendsten umwelt- und entwicklungspolitischen Weichenstellungen der vergangenen Jahrzehnte. Der "Erdgipfel" in Brasilien brachte Repräsentanten aus mehr als 179 Ländern zusammen, um die Belange menschlicher Entwicklung und der Umwelt in Einklang zu bringen. Die Konferenz, auf der "nachhaltige Entwicklung" zum internationalen Leitbild erklärt wurde, resultierte in einer Reihe wichtiger Vereinbarungen: der Rio-Erklärung mit den Rio-Prinzipien, dem globalen Aktionsprogramm "Agenda 21"(3,3 MB), den Konventionen zum Klimaschutz, zum Erhalt der Biodiversität und zur Desertifikationsbekämpfung sowie den Waldprinzipien. Damit hat die Rio-Konferenz erheblich dazu beigetragen, dass Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung in vielen Ländern der Welt stärker in die Gestaltung und Umsetzung von Politik Eingang gefunden haben.

In der Folge von Rio wurden weitere Abkommen zur Konkretisierung der Rio-Vereinbarungen zum Schutze des Klimas (Kyoto-Protokoll) und im Rahmen der Biodiversitätskonvention (Cartagena-Protokoll) getroffen. Zur Fortsetzung der in Rio angestoßenen internationalen Bemühungen im Bereich des Waldschutzes wurde ein internationaler Dialogprozess eingerichtet, der u.a. zur Entwicklung des Konzepts Nationaler Waldprogramme als umfassendem Politikrahmen für nachhaltige Waldentwicklung geführt hat. Im Vergleich zu den Erwartungen der UNCED, wirkte das bei der 1997er Sondergeneralversammlung der Vereinten Nationen (United Nations General Assembly Special Session, UNGASS) - auch bekannt unter dem Namen Rio+5 - gezogene Resümee des bereits Erreichten eher ernüchternd. Allerdings haben zahlreiche Initiativen auf lokaler und regionaler Ebene begonnen, die Ideen der Agenda 21 in konkrete Projekte umzusetzen. Eine wachsende Zahl von Verbrauchern und Unternehmen tragen dazu bei, nachhaltige Entwicklung auch zu einem Marktfaktor zu machen.

2002 Rio + 10

UN-Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung (World Summit on Sustainable Development, WSSD) in Johannesburg, Südafrika

Dieser Gipfel bot Raum für eine Bestandsaufnahme, was seit Rio mit Blick auf die nachhaltige Entwicklung unserer Erde erreicht wurde. Der globalen Umweltpolitik und dem gesamten Politikfeld "Nachhaltige Entwicklung" sollten in Johannesburg neue Impulse gegeben werden.

Trotz beachtlicher Fortschritte sind besorgniserregende Trends, die Auslöser der Rio-Konferenz 1992 waren, nach wie vor aktuell: Armut ist in vielen Entwicklungsländern immer noch weit verbreitet. Das Weltklima verändert sich durch den anhaltenden Ausstoß von Treibhausgasemissionen. Die biologische Vielfalt nimmt weltweit rapide ab, Boden degradiert und wird unfruchtbar, Tropenwälder werden abgeholzt. Die Zahl bewaffneter regionaler und internationaler Konflikte nimmt zu.

Die Themen des Gipfels wurden unter Berücksichtigung der Resultate nationaler, regionaler und internationaler Vorbereitungskonferenzen festgelegt werden.

  • Ressourcenschutz und Ressourceneffizienz, insbesondere nachhaltige Energiepolitik und Wasserwirtschaft
  • Armutsbekämpfung und Umweltschutz
  • Globalisierung und nachhaltige Entwicklung
  • Stärkung der UN-Strukturen in den Bereichen Umwelt und nachhaltige Entwicklung
  • Finanzierung

Die hohen Erwartungen der Umweltorganisationen an diesen Gipfel haben sich nicht erfüllt, viele weitere Anstrengungen sind nötig, um die in Rio 1992 vereinbarten Ziele zu erreichen.
Die Deklaration des Gipfels kann nachgelesen werden (in englisch)

2012 Rio + 20

Inzwischen befindet sich die Folgekonferrenz der UN für das Jahr 2012 in Vorbereitung. Zentrale Themen sollen „Grüne Ökonomie“ und die Vernetzung von Organisationen zur Zusammenarbeit in der nachhaltigen Entwicklung sein. Im Vorfeld gibt es zahlreiche Debatten und Vorbereitungstreffen, um sich über die Zielsetzungen und Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Zusammenarbeiten der Nationen zu einigen.

 Als Veranstaltungsort ist wieder Rio de Janeiro vorgesehen.

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