Windige Geschäfte mit Annoncen

Stadt informiert über merkwürdige Praktiken bei der Finanzierung eines „Bürgerinformationsfolders“

Mittlerweile sollte es sich herumgesprochen haben, dass auf dem Werbemarkt einige „schwarze Schafe“ unterwegs sind, die mit windigen Methoden bei Gewerbetreibenden ihre Annoncen für verschiedene Druckerzeugnisse verkaufen möchten. Die Stadt hat bereits seit Jahren entsprechende Erfahrungen und weist immer mal wieder auf solche Vorkommnisse hin, um damit potentielle Anzeigenkunden zu warnen.  

Beim neuesten gemeldeten Vorfall geht es um einen „Bürgerinformationsfolder“, der durch Werbeanzeigen von Unternehmen und Gewerbetreibenden finanziert werden soll. Per Fax werden Kunden um eine Unterschrift gebeten – erst im Kleingedruckten wird deutlich, was damit genau beauftragt wird. Auch wenn alles „rechtssicher“ scheint, sind diese Praktiken und die Kosten im Vergleich zum Gegenwert aus Sicht der Stadt mehr als fragwürdig.  

Der Kunde schaltet nicht nur eine, sondern gleich vier Anzeigen, die im Laufe eines Jahres veröffentlicht werden sollen. Dabei wird der Folder lediglich in einer Auflage von 500 Stück erscheinen – und in „öffentlichen Gebäuden ausgelegt“ in einem Radius von 25 Kilometern. Die Druckkosten belaufen sich dabei auf knapp 800 Euro pro Annonce, im Jahr somit etwa 3.200 Euro plus Mehrwertsteuer für ein Druckerzeugnis mit einer Auflage von lediglich 2.000 Exemplaren, deren Verteilung und Zugänglichkeit mehr als fraglich erscheint..  

An diesen Fakten wird leicht deutlich, dass es sich hier um eine wenig seriöse Abzocke handelt. Auch die Tatsache, dass der Firmensitz im spanischen Javea an der Costa Blanca liegt, lässt das Vertrauen sicherlich nicht wachsen.  

Letztlich Klarheit erhält, wer „Google“ bemüht: Auf den Internetseiten einer Berliner Rechtsanwaltskanzlei wird allgemein vor der so genannten „Kölner Masche“ solche Werbeunternehmen gewarnt. Dabei wird auch ausführlich über die zweifelhaften Geschäftspraktiken der aktuell in Riedstadt aktiven Firma „ARP Marketing Verlag“ berichtet (https://www.radziwill.info/de/Abzocker-und-Werbeverlage/Zweifelhaft-die-ARP-Marketing-Verlag-SL-und-ihre-Buergerinformationen).  

Die Stadt schließt sich diesen Warnungen an und appelliert an alle Freiberufler und Gewerbetreibenden bei solchen Werbeannoncen besonders vorsichtig zu sein und die Vertragsbedingungen vor einer Unterschrift genau zu studieren.