Wiesen-Safari und Angeln in Pfützen

Mit kleinen Entdeckern des Naturkindergartens Wolfskehlen unterwegs auf Abenteuertour

Mit Kita-Leiter Steffen Hummel auf Spurensuche
Mit Kita-Leiter Steffen Hummel auf Spurensuche

Pünktlich zur Öffnung um 7:30 Uhr stürmt das erste Kind in den Kindergarten, zieht sich seine Hausschuhe an und holt aus einer Spielzeugkiste eine bunte Kugel. Alles so, wie in jeder anderen Kita. Doch lange hält es Hannah (vier Jahre) nicht in dem gemütlichen grünen Bauwagen mit den roten Fensterläden am Rande des Wolfskehler Sportplatzes. Sobald sie ihre ersten Spielkameraden entdeckt zieht sie Gummistiefel an, stülpt sich ihre Mütze über den Kopf und rennt strahlend nach draußen.  

Denn hier draußen ist ihr eigentlicher Kindergarten – mitten in der abwechslungsreichen Natur im Naherholungsgebiet Sandkaute am Rand von Riedstadt-Wolfskehlen. Zum Naturkindergarten gehört nicht nur das Gelände der Alfred-Ewald-Hütte, auf dem der fröhlich bunt bemalte Bauwagen steht. Sondern ebenso Orte wie „Obstwiese“, „Kiefernwäldchen“, „Anglersee“ oder „Dornröschensee.“ Namen, die sich später auf Schildchen auf dem „Tisch“ inmitten des „Stuhlkreises“ wiederfinden. Die Stühle sind hier abgesägte Baumstämme, auf denen es sich die Kinder mit Kitaleiter Steffen Hummel und Erzieherin Carina Engel-Flach gemütlich gemacht haben.  

Ray (fünf Jahre) darf als Erster sagen, an welchem Ort er heute am liebsten spielen möchte. Er sucht sich das Kärtchen „Kiefernwäldchen“ aus. Eine Wahl, die der überwältigenden Mehrheit der Kinder gefällt. Also holen sich alle Kinder ihren fertig gepackten Rucksack, der unter einem Regenschutz an der Außengarderobe des Bauwagens hängt und Carina Engel-Flach schnappt sich den handlichen Träger mit den namentlich gekennzeichneten Becherlupen der Kinder. Auf Wunsch der Kinder werden auch ein Fußball und ein Fernglas miteingepackt.  

Das Abenteuer beginnt gleich vor dem Tor, schließlich ist der Weg schon so spannend wie das Ziel. Überall entdecken die Kinder etwas. Tierspuren werden mit Hilfe der Erwachsenen bestimmt, Pfützen ausgiebig auf ihre Tiefe getestet und darüber philosophiert, ob die Enten im Anglersee bei kälteren Temperaturen Socken gebrauchen könnten.„Nein", erklärt Engel-Flach, „die Enten haben so eine Art Fußbodenheizung in ihren Füßen.“ Freudig stellen die jungen Naturfreunde fest, dass die Zuckerrüben auf dem Acker mittlerweile reif sind – im Frühjahr hatten sie mit Spannung verfolgt, wie der Bauer bei der Aussaat sich Fahrspuren markiert hatte, um die Pflänzchen später nicht plattzufahren. „Wir erleben hier, dass die Kinder eine ganz andere Aufmerksamkeit für die sie umgebende Natur entwickeln. Manche brauchen ewig für ihr Frühstück, weil es so viel zu entdecken gibt“, sagt Erzieher Hummel.  

Aktiv in der Natur zu sein und sie mit allen Sinnen zu entdecken und zu erforschen bietet der im  August 2018 eröffnete Naturkindergarten bis zu 20 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren. Der grün-rote Bauwagen ist zwar auch eines der Ziele, die sich die Kinder für den Tag aussuchen können und wird auch gerne gewählt, erzählt Hummel. Allerdings nicht, weil die Kinder drinnen hocken wollen, sondern weil es auf dem Gelände rund um den Bauwagen auch viele Spielmöglichkeiten gibt.   Heute allerdings werden mit Begeisterung das Kiefernwäldchen und seine Umgebung erkundet. Ein Sträucher-Dickicht wird für Kyan und Ray zum Verkaufsstand, Frida, Iwa und die beiden Hannahs gehen auf Safari durch das hohe Gras der benachbarten Wiese und sichten furchteinflößend brüllende Löwen. Die Frühstückspause wird auf Isomatten an einem umgestürzten Baum eingenommen, bevor es mit Stöcken auf Hochsee-Angeltour in Pfützen geht. Zurück am Bauwagen wird noch ein wenig gespielt und ein paar selbst gezogene Tomaten genascht, bevor um 12:30 Uhr Mama, Papa oder Oma die kleinen Naturentdecker wieder abholen.  

Bei Interesse kann gerne ein Besichtigungstermin mit dem Leiter des Naturkindergartens, Steffen Hummel, vereinbart werden. Kontakt: Naturkindergarten Wolfskehlen, An der Sandkaute 2, 64560 Riedstadt. Telefon: 0171 9702305, E-Mail: naturkindergarten(at)riedstadt.de.  

Weitere Informationen gibt es auch auf der Homepage der Stadt www.riedstadt.de in der Rubrik „Leben in Riedstadt“, Unterpunkt „Kinder“ und dann „Einrichtungen stellen sich vor“: Naturkindergarten. Gibt es genügend Anmeldungen, sollen die Betreuungszeiten um ein Mittagsangebot bis 14:30 Uhr erweitert werden (wir haben berichtet).

 

Eindrücke vom Alltag des Naturkindergartens - Jeden Tag ein Abenteuer