Vorsicht, Blitzer!

Neue semistationäre Geschwindigkeitsmessanlage im Einsatz

In dem weißen Anhänger verbirgt sich die semistationäre Geschwindigkeitsmessanlage der Stadt.
In dem weißen Anhänger verbirgt sich die semistationäre Geschwindigkeitsmessanlage der Stadt.

Er ist weiß, 1.300 Kilo schwer - und er macht tags wie nachts Jagd auf Geschwindigkeitssünder. Die Stadt Riedstadt hat einen Blitz-Anhänger angeschafft, der als semistationäre Geschwindigkeitsmessanlage immer mal wieder den Standort innerhalb der Stadt wechselt, dort über einen längeren Zeitraum an einem Platz stehen und rund um die Uhr Fotos bei Geschwindigkeitsübertretungen machen kann. Da ein mobiles Messgerät immer eine Person erfordert, waren bisher mobile Geschwindigkeitsüberwachungen nur tagsüber möglich. „Wir sind aber oft darauf hingewiesen worden, dass wir auch nachts mal kontrollieren sollten“, erklärt Bürgermeister Marcus Kretschmann.  

Der „Enforcement-Trailer“, wie der Blitz-Anhänger korrekt heißt, darf allerdings nicht überall eingesetzt werden, sondern nur an Standorten, die zuvor von der Polizeiakademie Hessen mit Sitz in Wiesbaden genehmigt worden sind. Ziel der Stadt sei es nicht, damit Einnahmen zu generieren, betont der Bürgermeister. „Uns geht es vielmehr darum, die Verkehrsmoral zu heben.“ So erhofft er sich von dem Blitz-Anhänger, dass die Zahl der Geschwindigkeitsübertretungen dauerhaft im gesamten Stadtgebiet rückläufig wird, auch wenn sie zuerst einmal ansteigen wird.  

Erster Einsatzort der teilstationären Messanlage ist seit Freitag, 5. Juli, die Heinrich-Heine-Straße in Riedstadt-Wolfskehlen, wo Anwohner schon lange klagen, dass sich nur wenige Autofahrer an das vorgeschriebene Tempo 30 halten würden. Zurzeit dient die Straße als innerörtliche Umleitung der Baustelle von Hessen Mobil am gesperrten Wolfskehler Kreisel (wir haben berichtet). An den ersten beiden Einsatztagen waren nach Auswertung der Daten des Blitz-Anhängers über vier Prozent aller Autofahrer zu schnell unterwegs.