Vorbilder in Sachen Menschlichkeit

Come-Together-Preisverleihung - Ilona Jahnke und der Freundeskreis Flüchtlinge gehören zu den Preisträgern

Ein buntes Bild ergab sich auf der Bühne des Georg-Büchner-Saals, als alle Preisträgerinnen und Preisträger des Come-Together-Preises zusammengekommen waren
Ein buntes Bild ergab sich auf der Bühne des Georg-Büchner-Saals, als alle Preisträgerinnen und Preisträger des Come-Together-Preises zusammengekommen waren

In lockerer Atmosphäre ging die Come-Together-Preisverleihung am Dienstag, 13. November, im Georg-Büchner-Saal des Landratsamts über die Bühne. Landrat Thomas Will und die Integrationsbeauftragte des Kreises Sedef Yıldız führten durch die Veranstaltung mit knapp 200 Gästen, bei der Menschen geehrt werden, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen. Für den musikalischen Einstieg und Ausklang sorgten die Sängerin Kaye Ree und ihr Begleiter Martin Loos an der Gitarre. Ihr Lied „One“ zeigte eindrücklich, worum es bei der Preisverleihung geht: Alle Menschen sind wie Organe eines Körpers - Erdenbürger, die füreinander und ihr Wohlergehen verantwortlich sind.  

Landrat Thomas Will betonte in seinem Grußwort, wie wichtig es ist, sich frühzeitig gegen menschenverachtende Ideologien und Rassismus zu wehren. „Wir müssen die Demokratie verteidigen und stärken, denn sie ist keine Selbstverständlichkeit“, sagte er. Alle, ob alteingesessen oder neu zugewandert, müssten sich mit Werten, Normen, Gesetzen, Rechtsstaatlichkeit immer wieder auseinandersetzen.  

Vorbildlich in Sachen Menschlichkeit und Gemeinsinn waren alle, die an diesem Abend ausgezeichnet wurden: vier Organisationen und fünf Einzelpersonen. Für sie standen als Laudatorin oder Laudator diejenigen bereit, die sie für den Preis vorgeschlagen hatten. Der Rüsselsheimer Bürgermeister Dennis Grieser war gekommen, um den Deutschen Kinderschutzbund Rüsselsheim und die Kinder des Kunstprojekts „Kinderrechte“ zu würdigen. Ingrid Biedert vom Kinderschutzbund stellte das Projekt näher vor: Kindergärten und Schulen waren eingeladen worden, die Rechte von Kindern auf gemalten Bildern festzuhalten. Einige dieser Bilder waren im Georg-Büchner-Saal ausgestellt. Stellvertretend für alle Beteiligten erhielt die Grundschule Innenstadt die Urkunde; die anderen Schulen und Kitas werden ebenfalls Urkunden erhalten. 18 Hip-Hop-begeisterte Kinder der Innenstadt-Schule bedankten sich mit einem umjubelten Rap und sangen zusammen auf der Bühne: „Für die Rechte der Kinder stehen wir ein, wir sind Eure Stimme, Ihr seid nicht allein.“  

Der Rüsselsheimer Stamm des Bundes Moslemischer Pfadfinderinnen und Pfadfinder Deutschlands (BMPPD), der bereits im vergangenen Jahr die Preisverleihung mit einer Projektvorstellung bereichert hatte, kehrte diesmal als Preisträger zurück. Der 2010 gegründete BMPPD setzt sich fürs friedliche Zusammenleben ein. Sümeyye Ünal nannte die Werte, die der Bund fördern will: Liebe, Freundschaft, Respekt und Menschenrechte. „In diesem Einsatz sind die Pfadfinder vorbildlich.“ 

Preise gehen auch nach Riedstadt

Riedstadts Bürgermeister Marcus Kretschmann präsentierte den Freundeskreis Flüchtlinge Riedstadt. Dessen rund 50 Mitglieder geben auf vielfältige Art und Weise den Menschen Hilfestellung, die in den vergangenen Jahren als Geflüchtete nach Riedstadt gekommen sind, und unterstützen ihre Integration in die Gesellschaft. „Ich bin froh und stolz, dass sich der Freundeskreis schon 2014 gegründet hat“, sagte Kretschmann. Ohne diese ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer hätten die Kommunen die mit der Zuwanderung verbundenen Herausforderungen nicht bewältigen können.  

Gesondert geehrt wurde später noch Ilona Jahnke vom Freundeskreis Flüchtlinge. Silvia Kraft, selbst Flüchtlingshelferin und Sport-Coach in der Gemeinde Stockstadt am Rhein, hatte Jahnke vorgeschlagen, um deren einzigartigen Einsatz gegen Diskriminierung und für Chancengerechtigkeit zu würdigen.  

Der Büttelborner Verein ohne Grenzen setzt sich ebenfalls für ein respektvolles Zusammenleben und für Menschenrechte ein. Karin Loerzer stellte die Gruppe vor, die bereits seit 17 Jahren besteht. Auch das Angebot dieses Vereins ist abwechslungs- und einfallsreich. Von Konzerten mit französischen Chansons oder afrikanischer Musik über das internationale Frauenforum und interkulturelle Familiennachmittag bis zu den internationalen Kochabenden reicht es. „Fremde Länder kann man am besten bei einem landestypischen Essen kennenlernen“, sagte Karin Loerzer. Der Verein ohne Grenzen will das Interesse an anderen Ländern und Verständnis für andere Nationen wecken. Zudem setzt er sich auch in der Flüchtlingshilfe ein, zum Beispiel mit einem offenen „Asylcafé“.

Als nächstes stellte Alexandra Igerst vom Landfrauenverein Nauheim die ehrenamtlichen Leistungen von ihrer Kollegin Anne Dammel vor, die an diesem Abend leider verhindert war. „Sie versucht, die Menschen verschiedener Religionen einander näherzubringen“, zum Beispiel beim Kochen. Alle sitzen an einem Tisch – „diese Gemeinschaft als Normalität und Selbstverständlichkeit hat ein Gesicht: Anne Dammel“, ergänzte der Landrat.  

Alexandra Herre, die Krankenschwester in der Kreisklinik ist, und ihr Mann Daniel Gonzalez Godino wurden dafür geehrt, dass sie sich für Kinder aus aller Welt einsetzen, die in der Klinik behandelt werden. Zuletzt kümmerten sie sich rund eineinhalb Jahre besonders um den zehnjährigen Jungen Carlos aus Angola, der nach erfolgreicher Behandlung jetzt wieder in seine Heimat zurückkehren konnte. „Ihr habt ihn immer wieder aufgebaut, wenn es ihm schlecht ging“, lobte Gudrun Feierfeil die beiden. Thomas Will nutzte den Anknüpfungspunkt, um kurz auf die Lage der Klinik einzugehen: „Wir werden auch Unangenehmes meistern. Doch ich bin froh, dass es bei uns nicht nur um Fallzahlen geht, sondern unabhängig davon diese Menschlichkeit existiert.“  

Riccardo Montero, Gründer der Heartbeat Edutainment gUG, war von Reza Solhi für den Preis vorgeschlagen worden, denn „Ricco hat unendlich viel zu geben“. Er war es auch, der den Kinder-Rap mit den Grundschüler/innen einstudiert hatte. Und seine Begeisterung für Musik, Gemeinschaft und junge Menschen war ihm in jedem Moment der Feier anzumerken.  

Sonja Ritz von der TIGZ GmbH erhielt den Come-Together-Preis für ihre Förderung eines respektvollen Zusammenlebens, den Einsatz für Chancengerechtigkeit und Teilhabe sowie die Unterstützung benachteiligter Menschen. Ihr Laudator Basel Shehabi war verhindert, so dass Sedef Yıldız dessen Worte vortrug: „Bei Sonja war ich das erste Mal nicht Flüchtling, sondern einfach nur Basel.“

„Ihr seid alle leuchtende Vorbilder“, rief der Landrat den Geehrten zu. Das Come Together klang mit Gesprächen an einem leckeren Büfett aus, das die Frauen des Internationalen Frauencafés Groß-Gerau vorbereitet hatten.  

Das Foto wurde uns freundlicherweise von der Pressestelle des Kreises Groß-Gerau zur Verfügung gestellt.

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