Von Tischdienstkönigen und Malfüchsen

Erfelder Grundschüler erstellen Zeitung für den Hort in der Kita Thomas-Mann-Platz

Redaktionskonferenz mit Emma, Philipp, Jan, Hanna, Ellen und Maximilian (von links im Uhrzeigersinn)
Redaktionskonferenz mit Emma, Philipp, Jan, Hanna, Ellen und Maximilian (von links im Uhrzeigersinn)

An diesem herrlichen Sommernachmittag im Juni haben Emma, Philipp, Jan, Hanna, Ellen und Maximilian kurz entschlossen ihre Redaktionskonferenz nach draußen verlegt. Nur Lara fehlt zu ihrem größten Bedauern, schließlich gehört sie von Anfang an zum Team, erzählt Erzieherin Linda Müller-Huhnstock. Alle Kinder gehen in den Hort für die Grundschüler in Erfelden, der in die Kindertagesstätte Thomas-Mann-Platz integriert ist.  

Auf dem Tisch liegt die neueste Ausgabe der Hortzeitung „Was ist los im Hort“, doch die Jungredakteure sind schon längst mit der Produktion der nächsten Hortnachrichten beschäftigt. Es wird die Nummer fünf sein – die erste ist im Februar dieses Jahres erschienen. „Lara und ich hatten die Idee. Wir dachten, es müsste doch toll sein, über den Hort zu schreiben“, erklärt Drittklässlerin Hanna (neun Jahre). Schnell fanden die beiden Mitstreiter, darunter mit Emma und Maximilian sogar zwei Erstklässler. Die sind wie ihre älteren Kollegen aus den zweiten und dritten Klassen mit Feuereifer dabei, sammeln Ideen, denken sich Spaßrätsel aus und schreiben Geschichten.  

Seit der ersten Ausgabe gibt es die Begrüßungsseite, das Interview mit einer Erzieherin, die Geburtstagskinder des Monats und die Tierseite. „Doch im Laufe der Zeit ist immer mehr dazugekommen“, berichtet Emma (sieben Jahre). Wie etwa der Tischdienstkönig oder die -königin des Monats. Die Auszeichnung ist auch ein schönes Beispiel für Partizipation, die in der Kita Thomas-Mann-Platz sehr gepflegt wird, wie Erzieherin Müller-Huhnstock erzählt: „Den Tischdienst gibt es im Hort schon immer, doch die Kinder haben von sich aus überlegt, wie er mehr Spaß machen könnte.“ Also wurde ein Strichsystem eingeführt. Je nachdem, ob ein Kind einen oder gar beide Tische nach dem Essen sauber gemacht hat, oder gemeinsam mit einem anderen, gibt es von einem bis zu vier Striche – wer am Ende des Monats die meisten Striche gesammelt hat, wird Tischdienstkönigin oder –könig des Monats. Die Majestät wird nun auch in der meist monatlich erscheinenden Hortzeitung mit großem Foto gewürdigt.  

In der neuesten Ausgabe von Mai/Juni gibt es auch eine Fuchs-Malanleitung. Die ist in die Zeitung gekommen, weil Redakteur Philipp im Hort von einem anderen Jungen gefragt worden war, wie er eigentlich den roten Wildhund so gut hinbekomme.  „Sie sind im Alltag viel aufmerksamer geworden und überlegen immer gleich, was sie für die Zeitung verwenden können“, hat Müller-Huhnstock beobachtet.  

Was beim Durchblättern der Hortzeitung auch auffällt: viele der Geschichten sind in Großbuchstaben gedruckt. „Das können die Erstklässler besser lesen“, erklärt Ellen (neun Jahre) aus der 3b. Seit der zweiten Ausgabe sind auch immer „Lego-Interviews“ dabei. In der bebilderten Rubrik erzählen stolze Legobauer, was sie in wieviel Stunden oder auch Tagen im Hort aus den bunten Stecksteinchen kreiert haben.  

Die Hortzeitung wird nur in wenigen Ausgaben gedruckt. Natürlich erhält jeder Redakteur oder Autor der aktuellen Ausgabe ein Exemplar, außerdem liegt es im Hort sowie den Elternecken von Kita und Grundschule aus und auch die beiden Leiterinnen von Kita und Grundschule bekommen eine Zeitung. Die Juliausgabe mit Ferien-Sonderteil wird für Ellen, Hanna und Lara die letzte sein, denn als Viertklässler werden sie nicht mehr in den Hort gehen. Weshalb in der aktuellen Ausgabe mit Nachdruck Nachfolger für die Redaktion gesucht werden.  

Die Nachwuchsjournalisten genießen die Arbeit an ihrer Hortzeitung in vollen Zügen. Emma fasst zusammen, was alle empfinden: „Früher waren wir ganz normale Kinder - und jetzt sind wir richtige Zeitungsredakteure!“