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Vom Energiesparen und Insektenschutz

Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschuss zu Besuch bei der Überlandwerk Groß-Gerau GmbH

Joachim Blum und Luca Tarara (von links) erklärten am Beispiel von Lampen an der Hallenwand unterschiedliche Modelle der Straßenbeleuchtung.

Ungewöhnlicher Sitzungsort für den Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschuss (UBV): Die Ausschussmitglieder waren zu Gast bei der Überlandwerk Groß-Gerau GmbH (ÜWG). Vor ihrer eigentlichen Sitzung erhielten sie in der Halle der ÜWG viele Informationen insbesondere zu verschiedenen Formen der Straßenbeleuchtung sowie zu Lademöglichkeiten für Elektroautos.   Luca Tarara, Abteilungsleiter Kommunale Dienstleistung, stellte in einer Präsentation die verschiedenen Dienstleistungen der ÜWG vor. Mit großem Interesse und vertiefenden Nachfragen verfolgten die Ausschussmitglieder die Ausführungen zu verschiedenen Modellprojekten der ÜWG im Kreisgebiet. So wurde ein abgelegener Bereich in Kelsterbach mit Solar-Leuchten ausgestattet und eine Sportplatzbeleuchtung in Biebesheim gezielt mit moderner LED-Technik erneuert.  

Bekannt war ihnen natürlich das Beispiel aus Riedstadt, wo beim Ausbau der Oppenheimer Straße in einem Pilotprojekt von Stadt, ÜWG und LBBW Immobilien Kommunalentwicklung eine sensitive Straßenbeleuchtung für den Fuß- und Radweg installiert wurde. Sie arbeitet mit Beginn der Dämmerung mit einer Grundlast von nur 20 Prozent. Nur wenn sich jemand nähert, gehen jeweils drei Leuchten mit der Bewegung auf 100 Prozent. Zwischen Mitternacht und 4 Uhr werden bei einer Aktivierung nur 70 Prozent des Lichts abgestrahlt.  

Sehr interessant fanden die Stadtpolitiker auch ein Beispiel aus Nauheim, wo die Beleuchtung für einen kleinen Fußweg seit dem Jahr 2013 zwischen 23:30 Uhr und 4:30 Uhr ganz ausgeschaltet wird. Kritisch sah Tarara die Idee, aus Energiespargründen jede zweite Straßenlaterne auszuschalten. „Das ist für die Sicht problematisch, weil sich das Auge nicht so schnell umstellen kann“, erklärte er. Bei der Umstellung auf LED müsse darauf geachtet werden, dass die Qualität nicht leidet, vor allem bei den Bereichen Gleichmäßigkeit des Lichts und Blendung.  

In Riedstadt gibt es 2.500 Straßenleuchten, von denen etwa 250 LED-Lampen sind. Bei einer Umstellung rät Tarara, aus wirtschaftlichen Gründen Synergieeffekte zu nutzen und auf LED umzustellen, wenn zum Beispiel bei einer Straßenerneuerung eh neue Masten gesetzt werden müssen, oder wenn das Ende der Wirtschaftsdauer der alten Leuchte erreicht ist.  

Joachim Blum, bei der ÜWG Experte für Straßenbeleuchtung, zeigte direkt vor Ort anhand einiger Beispiellampen an der Hallenwand die Unterschiede der verschiedenen Typen und ging dabei besonders auf die Farbtemperatur von LED-Lampen ein. Denn je höher der Blauanteil ist, desto mehr werden Straßenlaternen zu Insektenkillern, wie etwa Lampen mit einem Wert von 4000 Kelvin. 1800 Kelvin habe dagegen kaum noch einen Blauanteil, benötige dafür aber erheblich mehr Leistung für eine adäquate Beleuchtung. Da müsse man abwägen, so Blum. „Die LandesEnergieAgentur Hessen schlägt einen Wert von 3000 als Kompromiss vor.“  

Auf dem Parkplatz zeigten Tarara und Blum noch Beispiele für Solarleuchten sowie für E-Lademöglichkeiten. Zum Thema Wallboxen wies Tarara darauf hin, dass auch private Nutzer diese beim Netzbetreiber anmelden müssten. „Das geht ganz einfach online“, erklärte er. Nur so könne die ÜWG eine korrekte Prognose für die Auslastung des Stromnetzes erstellen. Für Wallboxen mit mehr als 12 kW Ladeleistung bestehe sogar eine Genehmigungspflicht.