Vom Acker zur artenreiche Wiese

Vier von zehn Infotafeln des Stromtalwiesen-Wanderwegs erneuert

Die Tafel 2 zur Ökologie der Stromtalwiesen wurde ebenfalls erneuert.
Die Tafel 2 zur Ökologie der Stromtalwiesen wurde ebenfalls erneuert.

„Vom Acker zur artenreichen Wiese – das Projekt Stromtalwiesen“, heißt es auf einer von zehn Infotafeln entlang des etwa neun Kilometer langen Wanderwegs durch die Stromtal-Auenwiesen in der Gemarkung Leeheim-Erfelden. Eingerichtet wurde der informative Wanderweg im Jahr 2008 gemeinsam von der Stadt Riedstadt und dem Geopark Bergstraße-Odenwald, um Naturliebhabern die Besonderheiten dieses artenreichen, europaweit geschützten und extrem selten gewordenen Lebensraums näher zu bringen.  

Weil die Tafeln in die Jahre gekommen sind, wurden jetzt vier der Informationsschilder erneuert und von Mitarbeitern des Geoparks aufgestellt. Inhaltlich hat sich an den Tafeln nichts verändert, lediglich die bisherige Holzständerbauweise wurde durch eine Befestigung mit Edelstahlpfosten ersetzt, wie sie mittlerweile beim Geopark üblich sind.  

Seit 1999 befasst sich die Büchnerstadt mit dem international beachteten Vorhaben der Renaturierung von Stromtalwiesen. In Zusammenarbeit mit Landwirten und verschiedenen Fachbehörden wie dem Bundesamt für Naturschutz, der Professur für Landschaftsökologie und Landschaftsplanung an der Justus-Liebig-Universität Gießen und dem Land Hessen wurden mittlerweile rund 70 Hektar Auenwiesen renaturiert, die zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa gehören – sowohl hinsichtlich der Pflanzen-, als auch der Tierwelt.   Als Stromtalwiesen werden Grünland-Pflanzengesellschaften bezeichnet, die sich in Mitteleuropa auf Standorten mit wechselnden Wasserständen in den Auen der großen Ströme Rhein, Donau oder Elbe entwickelt haben. Durch intensivierte Landnutzung sowie Deichbau- und Entwässerungsmaßnahmen ist dieser Wiesentyp europaweit stark zurückgegangen. Das Riedstädter Stromtalwiesen-Projekt ist bereits mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem 2019 als „offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ und sogar als UN-Dekade Projekt des Monats Juni 2019.  

Der Rundwanderweg beginnt bei Tafel 1 am Parkplatz Rheindeich in Höhe der Satellitenüberwachungsstation (Verlängerung der Schusterwörthstraße in Riedstadt-Leeheim, Richtung Rhein) und führt von hier aus über den Rheindeich nach Süden, vorbei am Neujahrsloch und den Bruderlöchern und dann wieder nach Norden am Naturschutzgebiet Michelsried vorbei zur Ochsenlache und mit einem Abstecher ans Naturschutzgebiet Riedwiesen von Wächterstadt zurück zum Ausgangspunkt.   Auf den zehn Tafeln erhält der Spaziergänger Informationen zur historischen  Bedeutung der Landschaft, der besonderen Pflanzen- und Tierwelt der Auenwiesen und den Renaturierungsmaßnahmen.