Südende freigegeben

Grundhafte Sanierung der Philppsanlage macht Fortschritte

Das für den Verkehr bis zur Pforte wieder freigegebene Südende der Philippsanlage
Das für den Verkehr bis zur Pforte wieder freigegebene Südende der Philippsanlage

Die grundhafte Sanierung der Philippsanlage macht Fortschritte: Jetzt konnte das Südende der Durchgangsstraße, die von Crumstadt durch das Gelände von Vitos Riedstadt nach Goddelau führt, bis zur Pforte für den Verkehr freigegeben werden. „Die Ausführungen der Arbeiten durch die Firma Strabag  verliefen völlig reibungslos und mit sehr gutem Ergebnis“, freut sich Markus Hennecke von der Fachgruppe Bauen. Bei einer Baustellenbegehung mit Bauleiter Reinhard Bischoff vom Büro Kolb & Küllmer aus Griesheim erklären die beiden Fachleute den Stand der Bauarbeiten und welche Schritte noch notwendig sind, damit die seit Anfang Januar bestehende Totalsperrung der Phillipsanlage möglichst bald wieder aufgehoben werden kann.  

Dringend notwendig wurde die Sanierung wegen des katastrophalen Zustands der alten Straße, die noch nicht einmal eine richtige Entwässerung hatte – regelmäßig stand daher die Philippsanlage nach Regengüssen unter Wasser. Weshalb bei der grundhaften Sanierung der Straße nun eine neue, ordnungsgemäße Straßenentwässerung verlegt wird und neben der Zufahrt zur Forensik eine Regenwasserversickerungsanlage mit Grobstoffabscheidung entsteht.  

Angefangen wurden die Bauarbeiten im Norden. Der Gehweg auf der östlichen Seite wurde in mehreren Bauabschnitten bis zum südlichen Ende (Crumstädter Seite) erneuert. Hier wurde auch bereits die Fahrbahndecke aufgebracht, damit die Zufahrten zu den Pforten von Vitos Riedstadt auf beiden Seiten der Philippsanlage wieder frei befahrbar sind. Lediglich Restarbeiten wie die Gussasphaltrinnen für die Straßenentwässerung fehlen noch.  

Jetzt geht es mit der westlichen Gehwegseite wieder zügig Richtung Norden. Kompliziert werden die Bauarbeiten nicht nur durch die Lage im alten Neckarbett und weil zwischen den unter Denkmalschutz stehenden Sandsteinmauern des Philippshospitals saniert werden muss. Sondern auch, weil in mehreren Bauabschnitten gearbeitet werden muss, damit die Zufahrt zu den Kliniken von Vitos Riedstadt etwa für Rettungsfahrzeuge, Polizei und Feuerwehr jederzeit gewährleistet ist. „Das ist zwingend notwendig, verlangsamt aber natürlich die Arbeiten“, verdeutlicht Hennecke die Problematik.  

Wirklich zu schaffen machen den Verantwortlichen aber die vielen querenden Versorgungsleitungen unter der Straße, die so in keinem Plan gestanden hätten, berichten Hennecke und Bischoff. Zwar habe Vitos Unterlagen zur Verfügung gestellt, doch hätten die in vielen Bereichen nicht gestimmt. Leitungen, die in den Plänen eingezeichnet waren, waren zum Teil nicht vorhanden oder lagen an anderer Stelle. Dafür tauchten andere Leitungen auf, von deren Existenz niemand etwas geahnt hatte. Dass das Philippshospital zu den weltweit ältesten psychiatrischen Einrichtungen zählt, macht sich hier unangenehm bemerkbar: In früheren Zeiten hatte man es noch nicht so mit genauen Dokumentationen. "So war oft auch nicht in Erfahrung zu bringen, welche der Leitungen noch in Betrieb sind und welche nicht. Weshalb wir grundsätzlich davon ausgegangen sind, dass alle wichtig sind“, erklärt Hennecke. „Wenn hier der Klinikbetrieb ausfällt, wäre das der Super-Gau.“  

So stellte sich auch erst bei Öffnung der Baugrube heraus, dass an zwei bestehenden Versorgungstunneln der Vitos Lastverteilungsplatten wie eine Art Brücke im Erdreich zur Entlastung der maroden Leitungstunnel gelegt werden müssen. „Den baulichen Zustand konnten wir vorher nicht beurteilen und der war leider sehr schlecht“, erklärt Hennecke. Eine der beiden Tunnelsicherungen wird auf Höhe der beiden Pforten eingebaut. Dafür muss die Fahrbahndecke noch einmal geöffnet werden, weil die Platten nicht mehr vor dem Asphalttermin geliefert werden konnten. Da die Widerlager für die Stahlbetonplatten bereits gelegt wurden, wird diese Maßnahme schnell gehen. „Wir haben uns in Absprache mit der Stadt für diese Vorgehensweise entschieden, um den Gesamtbauablauf nicht weiter zu verzögern“, erläutert Bischoff.  

Ursprünglich sollten die umfangreichen Arbeiten im Herbst abgeschlossen sein. Das ist wegen all dieser Widrigkeiten nicht mehr zu halten. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den weiteren Bauablauf zu beschleunigen“, betont Bischoff. Dafür werde zurzeit unter anderem geprüft, ob die letzten beiden Bauabschnitte zusammengelegt werden können. „Wenn das so klappt, wie wir uns das vorstellen und die Witterung mitspielt, hoffen wir, bis Ende des Jahres so weit fertig zu sein, dass die Vollsperrung aufgehoben werden kann. Danach müssen nur noch Restarbeiten gemacht werden“, ist Hennecke vorsichtig optimistisch. Damit würde die Stadt immer noch im Zeitplan liegen: Angekündigt war die Vollsperrung der Philippsanlage für ein Jahr.