Riedstadt wird offiziell „Büchnerstadt“

Hessischer Innenminister Peter Beuth überreicht Urkunde am 13. August

Kulturelles Zentrum der Büchnerstadt Riedstadt:  Das Geburtshaus Georg Büchners in der Goddelauer Weidstraße
Kulturelles Zentrum der Büchnerstadt Riedstadt: Das Geburtshaus Georg Büchners in der Goddelauer Weidstraße

Das Andenken Georg Büchners, des sprachmächtigen und hochbegabten Dichters, Revolutionärs und Naturwissenschaftlers, wird in seinem Geburtsort auf besondere und vielfältige Weise lebendig gehalten. So ist Büchners Geburtshaus in Riedstadt-Goddelau mit der weltweit ersten und bisher einzigen Dauerausstellung zu seinem Leben und Wirken und den Veranstaltungsmöglichkeiten in Galerie und Büchnerscheune zentraler Veranstaltungsort und kultureller Mittelpunkt für Riedstadt und die Region. Die BüchnerBühne wiederum, das professionelle Autorentheater mit eigenem Ensemble in Riedstadt-Leeheim, hat sich mit ihrem Konzept Leben, Werk und Menschenbild ihres Namensgebers verpflichtet.  

Daher ist es der Stadt eine große Freude, dass das Land Hessen dem Antrag der Stadt gefolgt ist und Riedstadt zukünftig offiziell die Bezeichnung „Büchnerstadt“ führen kann. Am Dienstag, 13. August, wird der Hessische Minister des Inneren und für Sport, Peter Beuth, gegen 10.30 Uhr in der Büchnerscheune am Büchnerhaus, Weidstraße 9, die Urkunde des Landes an Bürgermeister Marcus Kretschmann überreichen. Eingebettet ist die Auszeichnung in ein „Büchner-Frühstück“ am selben Ort ab 9:00 Uhr, zu der die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist. Ensemblemitglieder der BüchnerBühne werden die Veranstaltung mit Rezitationen aus Büchners Werken und Briefen umrahmen. Das Büchnerhaus wird für Besichtigungen geöffnet sein.  

Bürgermeister Marcus Kretschmann, der auch Vorsitzender des Fördervereins Büchnerhaus ist, freut sich sehr über die Namensverleihung. „Für mich ist sie auch eine Anerkennung des großen Engagements der Kommune und vieler ehrenamtlicher Bürgerinnen und Bürger für den größten Sohn der Stadt“, erklärt Kretschmann. So war das heute im Besitz der Stadt Riedstadt befindliche Geburtshaus Georg Büchners, ein  Fachwerkhaus von 1665, mit Hilfe großen bürgerschaftlichen Engagements saniert und 1998 die Dauerausstellung „Von Goddelau zur Weltbühne“ eröffnet worden.  

Die 2008 gegründete BüchnerBühne hat seit 2011 eine eigene Spielstätte im ehemaligen Feuerwehrhaus in Riedstadt-Leeheim, hat alle dramatischen Werke Büchners im Repertoire und legt auch mit weiteren Inszenierungen wichtige Beiträge zur aktuellen Auseinandersetzung mit dem Dichter und seinem Werk vor. Die Trägervereine von Büchnerhaus und BüchnerBühne haben sich auf eine enge strategische Zusammenarbeit verständigt. „Die Kombination von Theater und Museum bietet eine nicht nur in Hessen, sondern deutschlandweit einmalige Möglichkeit für ein lebendiges Gedenken Georg Büchners“, betont Bürgermeister Kretschmann.  

Ein erster Versuch Riedstadts, den offiziellen Namenszusatz „Büchnerstadt“ zu erhalten, war 2006 mit der Begründung gescheitert, dass Goddelau nicht Riedstadt sei – Riedstadt war 1977 aus den ehemals eigenständigen Gemeinden Goddelau, Crumstadt, Erfelden, Leeheim und Wolfskehlen entstanden. Den neuen Antrag der Stadt Riedstadt gemäß Paragraf 13, Absatz 2 der Hessischen Gemeindeordnung hatten die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 11. April einstimmig unterstützt.