Premiere: „Die Bettleroper“

BüchnerBühne präsentiert die Urfassung von Brechts „Dreigroschenoper“ erstmals am Freitag, 15. März 2019

Probenszene mit (v.l.) Mélanie Linzer, Erich Schaffner, Hannah Bröder
Probenszene mit (v.l.) Mélanie Linzer, Erich Schaffner, Hannah Bröder
Veranstaltungsplakat
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Wieder Mal Premierenzeit bei der Riedstädter BüchnerBühne: Am Freitag, 15. März um 19:30 Uhr wird erstmals das Drama „Die Bettleroper“ von John Gay dem Publikum vorgestellt. Weitere Vorführungen sind am 16., 29. und 30. März vorgesehen. Eintrittskarten gibt es wie üblich im Vorverkauf oder an der Abendkasse.  

Im London des Jahres 1728 ließ Jonathan Jeremiah Peachum, ein bekannter und allseits geschätzter Geschäftsmann und Familienvater, schwere Jungs und leichte Mädchen für sich arbeiten. Das vorzüglich organisierte Gangster-Syndikat war - menschlich und finanziell - dem Polizeidirektor Lockit eng verbunden. In Ungnade gefallene Angestellte konnte Peachum so leicht eliminieren: Er ließ sie denunzieren und der Polizeidirektor ließ sie hängen. Am gefährlichsten wurde Peachum der Captain Macheath, ein leitender Straßenräuber und Frauenheld. Macheath hatte Peachums Tochter Polly verführt und geheiratet - die neue Stellung machte ihn zur Gefahr fürs Syndikat. Peachum beschloss folgerichtig seinen Tod.  

Die erfundene Gangster-Geschichte war einer der größten englischen Theater-Erfolge – „Die Bettleroper" des John Gay (1685 bis 1732). Uns Deutschen ist das Gay-Stück nicht neu. 1928 hatte das Berliner "Theater am Schiffbauerdamm" spektakulär mit einer Bearbeitung der alten „Bettleroper“ eröffnet - mit Bertolt Brechts „Dreigroschenoper".  

Die Brecht-Bearbeitung, mit Song-Texten nach Villon und der Musik Kurt Weills, sang den Berlinern von den „Verhältnissen", die „nicht so" sind, und: „Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm." Das bürgerliche Publikum zerklatschte den Affront zum Erfolg. Die Songs wurden weltbekannte Hits.  

Beim Studium des Originals und dessen Entstehungsgeschichte kann man den Eindruck bekommen, dass Gay zu seiner Zeit weitaus aggressiver war als Brecht in den zwanziger Jahren.  

Denn die „Bettleroper", gegen die heroische italienische Oper und gegen das Regime des Premierministers Sir Robert Walpole (1676 bis 1745) geschrieben, traf beide: Sie leerte die Hofoper und brachte - so der Gay-Freund Jonathan Swift („Gullivers Reisen") – „so viele Menschen zum Lachen wie die Minister zum Weinen“.  

Weinende Minister wird die BüchnerBühne zwar nicht erreichen, möchte sich aber in ihrer Neubearbeitung erlauben, die sehr genaue Analyse gesellschaftlicher Missstände Gays auf unterhaltsame Weise einem heutigen Publikum in Erinnerung zu rufen.  

Karten sind wie üblich im Vorverkauf online über den Ticketshop unter www.buechnerbuehne.de und bei allen bekannten Vorverkaufsstellen über Reservix erhältlich. Zusätzlich sind die Buchhandlungen Bornhofen in Gernsheim und Faktotum in Wolfskehlen, die Infothek des Landratsamtes in Groß-Gerau sowie „Florales & Handgemachtes“ in Goddelau, Weidstraße 5 F, örtliche Vorverkaufsstellen des Veranstalters.  

Ein Kartenkauf ist außerdem dienstags und freitags zwischen 10:00 und 13:00 Uhr direkt im Theater möglich. An allen Vorstellungstagen kann auch die Abendkasse zum Einkauf von Vorverkaufskarten genutzt werden – das Theatercafé ist generell eine Stunde vor Vorstellungsbeginn geöffnet. Beim Kinoclub mittwochs öffnet das Café ab 19:00 Uhr. Karten an der Abendkasse kosten generell zwei Euro mehr als im Vorverkauf.

Das Szenenfoto entstand bei den Theaterproben und wurde uns freundlicherweise von Robert Heiler zur Verfügung gestellt.