Positive Hartnäckigkeit

Marina Wohner ist seit knappem Jahr ehrenamtliche Behindertenbeauftragte der Stadt Riedstadt

Marina Wohner, die Behindertenbeauftragte der Stadt Riedstadt
Marina Wohner, die Behindertenbeauftragte der Stadt Riedstadt

Marina Wohner ist ein zutiefst positiv denkender Mensch. „Das Leben ist nicht negativ, wenn man im Rollstuhl sitzt, oder andere Beeinträchtigungen hat“, sagt die 40jährige, die wegen einer Multiple-Sklerose-Erkrankung auf den Rollstuhl angewiesen ist. „Wichtig ist die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.“  

Dies möglich zu machen sieht die Behindertenbeauftragte der Stadt als ihre zentrale Aufgabe in dem Ehrenamt, das sie seit einem knappen Jahr innehat. Sie möchte Ansprechpartnerin für alle Betroffenen sein und zugleich Verwaltung und kommunale Politik auf noch vorhandene Barrieren aufmerksam machen. „Ich versuche, bei allen drei Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung dabei zu sein“, erzählt Wohner. Schließlich erhält sie hier frühzeitig Informationen etwa über städtebauliche Veränderungen und kann auf Hindernisse für mobilitätseingeschränkte Menschen aufmerksam machen.  

Bürgermeister Marcus Kretschmann sichert der Behindertenbeauftragten volle Unterstützung und eine enge Zusammenarbeit insbesondere mit Bau- und Ordnungsamt zu. Er freut sich sehr, dass seine Wunschkandidatin im August 2018 Nachfolgerin von Karlheinz Effertz wurde, der sein Ehrenamt nach neun Jahren niedergelegt hatte. „Ich finde, dass dieses Amt am besten von jemanden ausgeübt wird, der selber betroffen ist und habe Marina Wohner als sehr engagiert erlebt“, erklärt er.  

Dies nicht zuletzt als Gründerin der Initiative „Barrierefreies Riedstadt“, die sie im Dezember 2014 ins Leben gerufen hat. Noch in dieser Funktion hat sie erlebt, was mit Hartnäckigkeit und im Netzwerk verschiedener Einrichtungen und Institutionen erreicht werden kann: Im Zusammenspiel mit Stadtverwaltung und Riedstädter VdK-Ortsverbänden konnte sie schließlich bewirken, dass im März 2016 die Bordstein-Barrieren zwischen den Einkaufsmärkten im Gewerbegebiet Wolfskehlen beseitigt wurden. „Es ist toll zu sehen, dass man etwas bewirkt – das finde ich schön“, sagt Wohner. Das bestätige  sie auch in ihrer Arbeit als Behindertenbeauftragte: „Ich mache das Richtige.“  

In ihrer Funktion als Behindertenbeauftragte ist sie oft erste Ansprechpartnerin für Menschen mit Sorgen rund ums Thema Behinderungen. Auch wenn sie nicht immer direkt weiterhelfen kann, weil die Stadt nicht zuständig ist, hilft doch schon ein offenes Ohr und der Hinweis auf zuständige Stellen, hat sie beobachtet. Wie etwa in dem Fall des Vaters eines Sohnes, der mit der Inklusion in Hessen haderte. Tief berührt hat Wohner die Kontaktaufnahme einer Sehbehinderten, die selber erlebt hat, wie viel Teilhabe am gesellschaftlichen Leben trotz Behinderung möglich ist und ihre positiven Erfahrungen gerne weitergeben möchte.  

Die Ideen gehen der Behindertenbeauftragten nicht aus. Gerne möchte sie mit Jugendlichen einen Tag zum Thema Barrierefreiheit machen, an dem Jugendliche ganz direkt erleben können wie es ist, im Rollstuhl zu sitzen oder sehbehindert zu sein. Und nach einem Treffen mit VdK-Ortsverbänden, Behindertenbeauftragter und Bürgermeister prüft die Verwaltung gerade eine Idee aus dem Treffen, für Geschäfte mit Stufen vor dem Eingang einheitliche Schilder oder Aufkleber zu entwickeln, auf denen die Geschäfte Hilfe anbieten, indem sie zum Beispiel das Gewünschte vor die Tür bringen.  

Zu erreichen ist die ehrenamtliche Behindertenbeauftragte Marina Wohner unter der Telefonnummer 06158  823719 und per E-Mail: behindertenbeauftragte(at)riedstadt.de.