Mit Hilfsbereitschaft Stufen überwinden

Erster Aufkleber von Stadt und VdK für ein barrierefreies Riedstadt angebracht

Menschen vor Schaufenster mit Aufkleber "Barrierefrei"
Behindertenbeauftragte Marina Wohner, Gabi Raab, Bürgermeister Marcus Kretschmann, Andrea Kliegl und VdK-Ortsverbandsvorsitzender Walter Eberling beim Ortstermin (v. li)

„Niemand da? Bitte anrufen“ steht mitsamt der Telefonnummer auf dem Aufkleber, der frisch am Schaufenster der Metzgerei Raab in der Friedrich-Ebert-Straße in Riedstadt-Crumstadt angebracht ist – direkt neben der Treppe, die zum Eingang führt. Die bauliche Hürde für Mobilitätseingeschränkte ist kein Einzelfall in den alten Ortskernen, doch mit Hilfsbereitschaft und Kreativität lassen sich wie in diesem Fall gemeinsam Stufen überwinden.  

 „Ich bin froh, dass wir jetzt loslegen“, sagt Bürgermeister Marcus Kretschmann, nachdem der erste „Barrierefrei“-Aufkleber in Riedstadt angebracht ist. Das finden insbesondere auch die städtische Behindertenbeauftragte Marina Wohner sowie Walter Eberling, Vorsitzender des VdK-Ortsverbandes Crumstadt und weitere Vorstandsmitglieder des Ortsverbandes, die zu dem Ortstermin gekommen sind.  

Denn entstanden ist die Idee für die Aufkleber und Plakate bei einem Treffen des Bürgermeisters und der städtischen Behindertenbeauftragten mit den Ortsverbandsvorständen des Sozialverbandes VdK: Riedstädter Geschäfte können bei der Büchnerstadt Riedstadt kostenlos einen Aufkleber oder ein Plakat bestellen, auf dem mobilitätseingeschränkte Menschen darauf hingewiesen werden, dass und wie sie Hilfe bekommen, um in das betreffende Geschäft zu kommen. Auf Anregung von Wohner wurden auch Riedstädter Ärzte hinzugenommen. Doch auch, wer bereits barrierefrei ist, kann die Initiative unterstützen und auf seinem Schild darauf hinweisen, erklärt Andrea Kliegl vom Sozial- und Integrationsbüro, die die Aktion im Riedstädter Rathaus koordiniert.  

Viele Geschäfte, Bankfilialen oder auch Praxen in den alten Ortskernen können nur über Stufen erreicht werden. Die Behindertenbeauftragte, die wegen einer Multiple Sklerose Erkrankung selber im Rollstuhl sitzt, hatte aber schon mit ihrer Initiative „Barrierefreies Riedstadt“ erlebt, dass viele Geschäftsinhaber gerne bereit sind, zum Beispiel durch ein entsprechendes Signal vor die Tür zu kommen. Wie etwa bei der Metzgerei Raab. „Für uns ist das selbstverständlich, hier mitzumachen“, betont Gabi Raab. „In 90 Prozent der Fälle steht jemand hinter der Theke und sieht, wenn jemand vor der Treppe Hilfe benötigt. Falls wir aber gerade im Kühlhaus sind, kann man unkompliziert anrufen und wir kommen an die Tür“, erklärt sie das Schild der Metzgerei Raab.   Schließlich ist die Aufmachung der Aufkleber oder Plakate mit den Schriftzügen der Initiative Barrierefreies Riedstadt, des Sozialverbandes VdK Hessen-Thüringen und der Büchnerstadt Riedstadt immer gleich, doch kann der Text in der Mitte ganz individuell gestaltet werden.  

In der ersten Runde haben 22 Firmen und Arztpraxen mit 28 Aufklebern mitgemacht, von Blumenläden und Metzgereien über eine Schreinerei und einen Optiker bis zum Reisebüro und einem Schneider, auch Filialen von Kreissparkasse und Volksbank sind dabei, berichtet Andrea Kliegl. „Nachmeldungen sind aber jederzeit möglich“, betont die Leiterin des Sozial- und Integrationsbüros. Telefonisch ist Andrea Kliegl unter der Nummer 06158-181-413 und unter der E-Mailadresse a.kliegl@riedstadt.de zu erreichen.